Tech & Trends Starship-Start abgebrochen: Der teuerste Stillstand der Raumfahrt

Starship-Start abgebrochen: Der teuerste Stillstand der Raumfahrt

SpaceX scheitert beim 13. Starship-Testflug. Vier Triebwerke versagen, die Rakete bleibt am Boden. Der Aktienkurs fällt unter den Ausgabepreis Musks Billionär-Status ist Geschichte.

Der Countdown läuft auf null, 33 Triebwerke zünden – dann passiert: nichts. Starship, die 122 Meter hohe Rakete von SpaceX, bleibt am Donnerstag auf der Startrampe in Texas stehen. Vier Triebwerke arbeiten nicht planmäßig, ein automatischer Abbruch stoppt die Mission.

Für Elon Musk wird es teuer: Die Börse reagiert gnadenlos auf den Fehlschlag. Der Aktienkurs rutscht erstmals unter den Ausgabepreis von 135 Dollar. Musks Vermögen sinkt laut Zeit unter die Billionen-Marke auf 838 Milliarden Dollar. Immer noch Platz eins weltweit – aber der Glanz des historischen Börsengangs ist verflogen.

Börsengang-Euphorie trifft auf technische Realität

SpaceX hatte am 12. Juni mit dem größten Börsengang aller Zeiten 75 Milliarden Dollar eingesammelt. Der Kurs schoss zwischenzeitlich auf 225 Dollar, Musk wurde zum ersten Billionär der Geschichte. Doch seit dem Mega-Debüt verfolgt die Finanzwelt jeden Starship-Test mit Argusaugen.

Jeder Fehlschlag kostet Vertrauen – und Geld. Testflug sollte endlich Fortschritte zeigen: erstmals V3-Starlink-Satelliten als Nutzlast, verbesserte Hardware nach den Problemen vom Mai, als die Antriebsstufe unkontrolliert abstürzte. Stattdessen weißer Dampf und Funkstille auf der Rampe.

Was SpaceX verschweigt: Die Meilensteine fehlen

Die Rakete hat nach wie vor keine komplette Erdumkreisung geschafft. Keine orbitale Mission, keine Betankung im All, keine vollständige Wiederverwendbarkeit mit dem Mechazilla-Auffangsystem am Startturm.

SpaceX hat laut Welt bereits 15 Milliarden Dollar in Starship investiert – doch die entscheidenden Durchbrüche bleiben aus. Beim zwölften Test drehte sich der Booster beim Umkehr-Manöver um 90 Grad in die falsche Richtung. Jetzt versagen gleich mehrere Triebwerke beim Start. Die Ingenieure passen Startsequenzen an, optimieren Software – aber die Grundprobleme bleiben.

Starlink-Expansion hängt am seidenen Faden

Starship soll das Starlink-Netz mit bis zu 100.000 V3-Satelliten ausbauen. Die neuen Satelliten haben zehn- bis zwanzigfach höhere Kapazität als die Vorgängergeneration. Pro Start könnten 60 Satelliten ins All – 23-mal mehr Kapazität als mit der Falcon 9.

Doch ohne funktionierende Rakete bleibt das Zukunftsmusik. Die Falcon 9 schaffte 2025 insgesamt 165 Starts – für 100.000 Satelliten bräuchte es Tausende Starship-Flüge. Aktuell steht die Zählung bei null erfolgreichen Nutzlast-Missionen.

Nasa wartet auf den Mondlander

Das Artemis-Programm setzt auf eine Starship-Variante als Mondlander. Astronauten sollen vor Ende 2028 auf dem Mond landen – noch während Trumps Amtszeit.

Doch wenn SpaceX nicht einmal 20 Satelliten sicher transportieren kann, wirkt eine bemannte Mondmission unrealistisch. Die Nasa hat keine Alternative parat. Musks Mars-Visionen rücken in noch weitere Ferne.

Business Punk Check

SpaceX verkauft seit dem Börsengang nicht mehr nur Raumfahrt-Träume, sondern Quartalszahlen und Investor-Erwartungen. Die Realität: 15 Milliarden Dollar versenkt, kein einziger erfolgreicher Orbit, kein Beweis für Wiederverwendbarkeit. Musk verspricht seit Jahren das universelle Transportsystem fürs All – geliefert wird bisher vor allem Dampf auf der Startrampe. Die Börse hat das verstanden und korrigiert gnadenlos. Wer jetzt noch auf schnelle Starlink-Expansion oder Mars-Kolonien setzt, ignoriert die Faktenlage.

SpaceX hat technologisches Potenzial, keine Frage. Aber zwischen Potenzial und Ausführung liegen bei Starship Welten. Solange grundlegende Meilensteine fehlen, bleibt das Investment hochspekulativ. Early Adopters sollten sich fragen: Wie viele Fehlstarts verträgt eine börsennotierte Raumfahrtfirma, bevor das Vertrauen endgültig kippt? Die nächsten Tests werden zeigen, ob SpaceX liefern kann – oder ob der Hype schneller verpufft als Raketentreibstoff.

Quellen: T Online, Welt, Zeit

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