Tech & Trends Warum Hacker Drucker lieben

Warum Hacker Drucker lieben

Veraltete Technologien sind eine Produktivitätsbremse für den deutschen Mittelstand. Sie fressen vor allem Zeit, Geld und Fachkräfte. Dabei wird ein Endgerät oftmals besonders unterschätzt: Der Drucker, eine hervorragende erste Anlaufstelle für Hacker. Doch wenn Unternehmen ihre IT-Sicherheitsstrategie ganzheitlich denken und moderne Druck- und Dokumenten-Workflows integrieren, stehen Hacker vor verschlossenen Toren.

Deutsche Unternehmen investieren Millionen in ihre Cybersicherheit: sie aktualisieren Firewalls, lassen ihre Endgeräte überwachen und schulen ihre Mitarbeitenden. Trotzdem bleibt ein entscheidendes Einfallstor häufig offen: der Drucker. Das mag überraschen, doch Drucker werden vielerorts noch als „harmloses Bürogerät“ gesehen. Ein gefährlicher Irrtum. Denn Drucker sind heute viel mehr als nur Papierspeicher – sie sind Datenspeicher, können auf Cloud-Dienste zugreifen, kommunizieren mit Netzwerken und verarbeiten zum Teil sensible Informationen. Damit sind Drucker längst Teil der digitalen Infrastruktur von Unternehmen und damit auch Teil ihrer Angriffsfläche.

Die meisten Cyberangriffe beginnen jedoch nicht mit spektakulären Übernahmen. Häufig nutzen Angreifer bekannte Schwachstellen, unzureichend geschützte Systeme oder Geräte, die außerhalb der üblichen Sicherheitsroutinen liegen. Genau darin liegt der blinde Fleck vieler Unternehmen. Während Laptops, Server und mobile Endgeräte regelmäßig überwacht und aktualisiert werden, geraten Drucker nicht selten in Vergessenheit.

Gerade in kleinen und mittleren Unternehmen wird Drucksicherheit in Deutschland oft unterschätzt. Laut aktuellem HP Workflow Wakeup Report gehen 68 Prozent der Büroangestellten davon aus, dass Drucker im Unternehmensnetzwerk automatisch sicher seien. Mehr als die Hälfte sieht in ihnen nicht einmal ein Sicherheitsrisiko – obwohl über Druck- und Dokumentenprozesse täglich sensible Informationen verarbeitet, gespeichert und geteilt werden.

Die größten Risiken beginnen dabei nicht zwingend mit komplexen Cyberangriffen. Oft reichen alltägliche Fehler oder fehlende Sicherheitsmechanismen.

Top 5 größten Sicherheitslücken beim Drucken

  1. Cyberangriffe über vernetzte Drucker
  2. Liegen gelassene vertrauliche Ausdrucke
  3. Cloud-Schwachstellen bei Scans
  4. Unbefugter Zugriff auf Druckdateien
  5. Fehldrucke oder Fehlablagen von Materialien

Die gute Nachricht: Jedes einzelne dieser Risiken ist vermeidbar. Mithilfe von modernen Enterprise-Druckern lassen sich Sicherheit und Produktivität heutzutage zusammendenken. Wie alle HP Enterprise Drucker verfügt auch die neue HP LaserJet Pro 4000/4100 Serie über Verschlüsselungsverfahren, die so konstruiert sind, dass sie selbst von hochentwickelten Quantencomputern nicht geknackt werden können. Dazu können durch KI-gestützte Workflows Routineaufgaben vereinfacht und Daten in Echtzeit analysiert werden. Aus Druckaufgaben wird so „Smart & Secure Printing“ – eine wichtige Voraussetzung für das hybride Arbeiten und eine nahtlose Sicherheitsstrategie von Anfang bis Ende.

Dass dieser Ansatz funktioniert, zeigen auch die Ergebnisse des HP Workflow Wakeup Reports. 85 Prozent der KMU, die bereits intelligente Drucklösungen einsetzen, berichten von höheren Sicherheitsstandards und 88 Prozent von verbesserter Transparenz bei Druck- und Scanaktivitäten.

Das Problem heißt fehlende Transparenz

Cybersicherheit scheitert selten an fehlenden Technologien, sondern eher, weil Unternehmen nicht wissen, wo Risiken tatsächlich entstehen.

Viele mittelständische Unternehmen verfügen nur über begrenzte Transparenz bei Druck- und Dokumentenprozessen: 52 Prozent der KMU wissen nicht, wer was druckt oder scannt. Parallel beobachten 56 Prozent der Unternehmen, dass Mitarbeitende bestehende Druckrichtlinien umgehen. Dadurch wachsen Risiken, die weit über klassische Cyberangriffe hinausgehen. Nicht abgeholte Ausdrucke, falsch adressierte Scans oder ungeschützte Druckaufträge können ebenso zu Datenverlusten führen wie technische Sicherheitslücken.

Fakt ist: Drucker werden nur selten so geschützt wie PCs oder Server. Genau deshalb zählen sie zu den attraktivsten Angriffspunkten innerhalb moderner Unternehmensnetzwerke.

Alte Systeme – neue Risiken

Während KI in vielen Unternehmen als Produktivitäts- und Wachstumsmotor diskutiert wird, bleibt die Sicherheitsarchitektur oft einen Schritt zurück. Geräte, Prozesse und Schutzmechanismen stammen nicht selten aus einer Zeit, in der Angriffe weniger automatisiert, weniger professionell und weniger schwer zu erkennen waren. Heute entsteht genau daraus ein Risiko: Moderne Bedrohungen treffen auf Strukturen, die nicht für sie gemacht sind.

Moderne Arbeitswelten sind vernetzt, hybrid und datengetrieben. Informationen bewegen sich zwischen Büro, Homeoffice, Cloud-Anwendungen und mobilen Endgeräten. Jede zusätzliche Schnittstelle erweitert also potenziell die Angriffsfläche.

Doch 69 Prozent der von HP im Workflow Wakeup Report befragten Unternehmen geben zu, dass die Drucksicherheit in ihrem Unternehmen verbessert werden muss. Das eigentliche Problem ist, dass IT-Entscheider ihre Cybersicherheitsstrategie nicht ganzheitlich umdenken und Drucker als konsequenten Bestandteil betrachten.

HP Enterprise Drucker beispielsweise gehören dabei zu den sichersten Endgeräten. Sie erkennen Angriffe bereits beim Start und können sich dank ihrer hardwarebasierten, selbstheilenden Architektur eigenständig schützen und wiederherstellen. Im laufenden Betrieb können so Speicher und Netzwerkverhalten kontinuierlich überwacht werden, unbekannte Bedrohungen identifizieren und automatisch gestoppt werden: ohne manuellen IT-Eingriff.

Sicherheit wird zum Produktivitätsfaktor

Cybersicherheit wird häufig als Kostenfaktor betrachtet, doch auch das ist zu kurz gedacht. Tatsächlich entwickelt sie sich zunehmend zu einem Produktivitätsfaktor.

Moderne Druck- und Dokumentenlösungen schaffen nicht nur zusätzliche Sicherheit. Sie sorgen auch für mehr Transparenz, entlasten IT-Abteilungen und helfen Unternehmen dabei, Compliance-Anforderungen besser einzuhalten. Der HP Workflow Wakeup Report zeigt diesen Zusammenhang deutlich: so sagen 22 Prozent der Mitarbeitenden, dass sie durch Smart-Printing-Lösungen mehr als eine Stunde pro Woche sparen. Gleichzeitig sehen 85 Prozent Vorteile bei der Einhaltung von Compliance- und Sicherheitsstandards, während 83 Prozent von einer konsequenteren Durchsetzung von Sicherheitsrichtlinien berichten.

Zur Absicherung von Druckerflotten setzen Unternehmen zunehmend auf zentrale Managementlösungen wie den HP Security Manager. Die Software verwaltet Druckerflotten zentral, automatisiert die Umsetzung von Sicherheitsrichtlinien, unterstützt die Überwachung der Geräte und erleichtert die Einhaltung von Compliance-Vorgaben. Dadurch lassen sich Sicherheitsstandards einheitlich durchsetzen und der administrative Aufwand für IT-Teams reduzieren.

Was Mittelständler jetzt tun sollten

Für deutsche Unternehmen bedeutet das: Drucker müssen wie jedes andere vernetzte Gerät behandelt werden. Sie sollten den gleichen Sicherheitsstandards folgen, wie Laptops, Server oder mobile Endgeräte. Die Firmware und die Zugänge müssen überprüft werden, damit regelmäßige Updates durchgeführt werden und Standardpasswörter vermieden werden. Zudem braucht es mehr Transparenz über Druck- und Dokumentenprozesse. Insbesondere kleine und wachsende Unternehmen müssen nachvollziehen können, wer wann welche Dokumente druckt und über welche Systeme sie verarbeitet werden.

Fazit: Einfallstore schließen

Drucker sind heute nicht mehr das Ende eines Workflows, sondern Teil der individuellen digitalen Infrastruktur jedes Unternehmens. Wer sie in seiner Sicherheitsstrategie vergisst, schafft eine Angriffsfläche, die Cyberkriminelle längst erkannt haben. Die Frage lautet also:
Warum handeln Unternehmen immer noch so, als würden Drucker nicht zur Angriffsfläche gehören?

Über den Autor
Michael Blessing ist Head of HP Print Category für Deutschland, Österreich und die Schweiz bei HP.

Das könnte dich auch interessieren