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Trump gegen Windkraft: Jetzt eskaliert die Blockade

Trump gegen Windkraft: Jetzt eskaliert die Blockade
KI-generiert
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Lesezeit3 Min · 510 Wörter

Die Trump-Regierung verschleppt offenbar gezielt Genehmigungen für neue Windkraftanlagen in den USA. Betroffen sind mehr als 160 Projekte mit genug Strom für Millionen Haushalte. Offiziell geht es um nationale Sicherheit und Militärinteressen – die Branche spricht dagegen von politischer Sabotage. Auch deutsche Unternehmen könnten die Folgen der neuen Anti-Windkraft-Strategie deutlich spüren.

Der neue Kulturkampf gegen Windräder

Donald Trump macht aus seiner Abneigung gegen Windkraft seit Jahren kein Geheimnis. Jetzt bekommt der Kampf gegen erneuerbare Energien eine neue Eskalationsstufe. Laut der Branchenorganisation American Clean Power Association verzögert das US-Verteidigungsministerium derzeit die Prüfung von 165 Windkraftprojekten an Land – teilweise über viele Monate hinweg. Offiziell begründet das Pentagon die Verzögerungen mit möglichen Risiken für Radar-, Flug- und Militärsysteme. Windräder könnten militärische Übungen oder Testeinrichtungen beeinträchtigen, heißt es aus Washington. Normalerweise liefen solche Prüfungen vergleichsweise schnell ab. Seit Sommer 2025 haben sich die Verfahren laut Branchenvertretern jedoch massiv verlangsamt. Die Energiebranche wirft der Trump-Regierung deshalb vor, das Genehmigungssystem gezielt als politische Waffe gegen erneuerbare Energien einzusetzen.

Windkraft wird zum politischen Feindbild

Besonders auffällig: Während die US-Regierung generell skeptisch gegenüber erneuerbaren Energien auftritt, scheint Windkraft zum persönlichen Feindbild Trumps geworden zu sein. Bereits zuvor hatte seine Regierung Baustopps für Offshore-Windparks verhängt. Mehrere Projekte wurden erst nach Gerichtsentscheidungen wieder freigegeben. Gleichzeitig zahlte die US-Regierung Windkraftentwicklern Milliardenentschädigungen dafür, bestimmte Projekte gar nicht erst zu bauen. Für die Branche entsteht dadurch ein Klima permanenter Unsicherheit. Selbst weit fortgeschrittene Projekte können scheitern, wenn entscheidende Genehmigungen plötzlich blockiert werden. Experten sprechen inzwischen von einem politischen Würgegriff für die amerikanische Windindustrie.

Milliardenrisiken für deutsche Unternehmen

Die Auswirkungen reichen weit über die USA hinaus. Auch deutsche Unternehmen sind eng mit dem amerikanischen Windmarkt verbunden. Hersteller wie Siemens Energy oder die Windkrafttochter Siemens Gamesa gehören zu den wichtigsten Akteuren im internationalen Turbinengeschäft. Verzögerte Projekte bedeuten für sie mögliche Umsatzausfälle, verschobene Investitionen und neue Planungsrisiken. Auch Zulieferer aus Deutschland könnten betroffen sein – etwa Unternehmen aus den Bereichen Spezialstahl, Getriebetechnik, Kabelsysteme oder Energienetze. Der US-Markt gilt für viele europäische Firmen als zentraler Wachstumsmarkt im Bereich erneuerbare Energien. Hinzu kommt ein strategisches Problem: Wenn die USA den Ausbau erneuerbarer Energien politisch ausbremsen, könnte sich der globale Wettbewerb um Zukunftstechnologien verschieben. China und Europa würden dadurch im internationalen Rennen um grüne Infrastruktur möglicherweise wichtiger werden – allerdings unter deutlich unsichereren geopolitischen Bedingungen.

Die Energiewende läuft trotzdem weiter

Trotz aller politischen Blockaden kommen weiterhin neue Wind- und Solarprojekte ans Netz. Große Projekte wie das milliardenschwere SunZia-Windkraftsystem in New Mexico wurden nach jahrzehntelangen Verzögerungen inzwischen fertiggestellt und liefern Strom nach Kalifornien. Vor allem Solarenergie, Batteriespeicher und Windkraft dominieren weiterhin den Ausbau neuer Stromkapazitäten in den USA. Branchenexperten gehen deshalb davon aus, dass sich die Energiewende langfristig kaum komplett stoppen lässt. Kurzfristig sorgt die Politik aus Washington jedoch für massive Unsicherheit – nicht nur in den USA, sondern entlang globaler Lieferketten bis nach Deutschland.

Günther Suchy

Günther Suchy ist bei Business Punk Head of Digital Editorial. Daneben ist er Professor für Kommunikation und Journalismus an der Duale Hochschule Baden-Württemberg am Campus Ravensburg – also einer, der die Medienwelt nicht nur lehrt, sondern lebt. Der promovierte Volkswirt kennt den Journalismus und die digitalen Medien jenseits des Elfenbeinturms: Er leitet das Hochschulradio „Das kleine U-Boot“, baut crossmediale Ausbildungs- und Produktionsformate auf und hält dabei immer den Finger am Puls der Branche. Bevor er an die Hochschule nach Ravensburg kam, war Suchy unter anderem in der Unternehmenskommunikation von MAN und in leitenden Funktionen digitaler Medienprojekte tätig – sowie als Online-Redaktionsleiter der Automotive-Formate bei Motorvision (DSF). Seine Lehr- und Forschungsprojekte bringen ihn immer wieder in die Welt hinaus: Nach China, Chile, Marokko oder Bhutan, wo er 2024 und 2025 am Royal Thimpu College lehrte und das Nationale Olympische Komitee zum Thema „Nachhaltigkeitskommunikation im Sport“ beriet. An der Universität Durban in Südafrika gibt er Seminare zum Thema "Green Startups". Zwischen Subkultur, Startup-Mindset und System fühlt er sich zu Hause – und genau aus dieser Perspektive schreibt er für Business Punk.