Work & Winning Dieses Trio soll die Wirtschaft anschieben – sind sie die drei Richtigen? 

Dieses Trio soll die Wirtschaft anschieben – sind sie die drei Richtigen? 

Der Versorger EON war jedenfalls eine Zeit lang auch die berufliche Heimat von Karsten Wildberger, der Nummer zwei im Wirtschaftstrio, das es jetzt richten soll. Seit 2021 leitet der 55jährige die Geschäfte bei der Ceconomy AG, die nur Profis kennen, von der aber auch alle anderen „Achso“, sagen, wenn sie erfahren, dass die Gesellschaft hinter den Marken Media Markt und Saturn steht. Der promovierte Physiker und Manager Wildberger könnte das in die Politik einbringen, was der Vorgängerregierung definitiv gefehlt hat: Nämlich ihren Job vom Kunden her zu denken.

Vertraute aus seiner bisherigen Umgebung beschreiben den Mann, der in der Politik bisher ein unbeschriebenes Blatt ist, als neugierig und technologiebegeistert und geraten geradezu ins Schwärmen: Er arbeite strukturiert, klar, sachlich – immer im Team. „Er hört zu. Er lernt. Er überzeugt. Er trifft Entscheidungen.“ Sein Ministerium muss er sich erst zusammenbauen: Die beiden Abteilungen Digitale Verwaltung und Digitale Gesellschaft übersiedeln aus dem Bundesinnenministerium sowie die Abteilungen für Daten- und Digitalpolitik und für Digitale Konnektivität aus dem bisherigen Bundesministerium für Digitales und Verkehr ins Haus des neuen Ministers.

Die Dritte im Bunde ist Dorothee Bär, Wahlkreiskönigin bei der jüngsten Bundestagswahl: Niemand holte mehr Erststimmen als sie in ihrem Wahlkreis Bad Kissingen. Die 47jährige kommt aus einem zutiefst politischen Haushalt. Ihr Großvater und Vater waren im Heimatort Ebelsbach CSU-Bürgermeister, ihr Mann Oliver Bär ist CSU-Landrat im Landkreis Hof. In der „FAZ“ gab sie vor ein paar Jahren ein ausschweifendes Interview zu ihrer Vorliebe für High Heels. Das habe damals auch Bundeskanzlerin Angelika Merkel gelobt, erinnert sich Bär – sie saß von 2017 bis 2021 als Digital-Staatsministerin im Bundeskanzleramt im Kabinett. Ihren neuen Spitznamen hat sie seit ein paar Stunden weg: Sie sei „Söders Frau im Mond“, schreiben die ersten, was lustig ist, tatsächlich aber beschreibt, dass die CSU-Ministerin die ehrgeizigen Ziele Bayerns in den Forschungsfeldern Raumfahrt, Künstliche Intelligenz und Atomkraft voranbringen soll.

Sollen die drei jetzt ins Getriebe eingreifen, damit wieder was in Fahrt kommt? Sie sollten sich genau das genau überlegen. „Kleinteilige und völlig überzogene Regelungsflut“ war einer der zentralen Kritikpunkte, die Mittelständler wie Konzernlenker der bisherigen Regierung und ihrem Wirtschaftsminister Robert Habeck angekreidet haben. Das neue Trio könnte da also tatsächlich mit Zurückhaltung glänzen.

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