Work & Winning Eine Stunde mehr arbeiten? Söders Milchmädchenrechnung für Deutschlands Krise

Eine Stunde mehr arbeiten? Söders Milchmädchenrechnung für Deutschlands Krise

Markus Söder fordert eine Stunde Mehrarbeit pro Woche und will damit Deutschlands Wirtschaftskrise lösen. Die SPD kontert: Das Problem sind die Energiepreise, nicht faule Arbeitnehmer.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat eine klare Botschaft: Deutschland soll sich aus der Wirtschaftskrise herausarbeiten – buchstäblich. „Eine Stunde Mehrarbeit in der Woche würde uns enorm viel Wirtschaftswachstum bringen und ist wirklich nicht zu viel verlangt“, so der CSU-Chef laut n-tv. Dazu packt er ein Reformpaket aus, das es in sich hat: Steuersenkungen, Rentenkürzungen und die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung. Die Rechnung klingt simpel – doch stimmt sie auch?

Söders Reformkatalog: Steuern runter, Arbeitszeit rauf

Der bayerische Regierungschef will ran an die großen Stellschrauben. Einkommensteuer senken, Unternehmenssteuer runter, Stromsteuer weg – ein „massives Steuersenkungs-Paket“ soll die Wirtschaft ankurbeln. Parallel dazu fordert Söder den schrittweisen Abbau der Rente mit 63 und die Einführung eines Karenztags bei Krankheit.

Seine Begründung: An Brückentagen sei Deutschland „immer etwas kranker als wann anders“. Außerdem brauche es weniger Verbote im Arbeitsrecht und mehr steuerliche Anreize statt Regulierung. „Wir brauchen weniger Verbote.“ Söder orientiert sich dabei an der Agenda 2010 von Gerhard Schröder – ein Vergleich, der aufhorchen lässt.

SPD-Gegenwind: Energiepreise statt Arbeitsmoral

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hält dagegen. Die Debatte über zu wenig Arbeitsstunden gehe „total an der Lebensrealität vorbei“, erklärt die SPD-Politikerin. Das eigentliche Problem seien die hohen Energiepreise, die Handwerksbetriebe und Industrieunternehmen gleichermaßen belasten.

Schwesig fordert Kanzler Friedrich Merz auf, hier anzusetzen: Wettbewerbsfähigkeit entstehe durch niedrige Energiepreise, nicht durch längere Arbeitszeiten. Während Söder auf Eigenverantwortung und Leistung setzt, will die SPD strukturelle Probleme lösen – zwei Ansätze, die unterschiedlicher kaum sein könnten.

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