Work & Winning Konjunkturwende in Sicht: IfW hebt Wachstumsprognose für 2026 deutlich an

Konjunkturwende in Sicht: IfW hebt Wachstumsprognose für 2026 deutlich an

Arbeitsmarkt mit leichter Erholung

Immerhin: Für den Arbeitsmarkt zeichnet sich eine leichte Entspannung ab. Die Zahl der Erwerbstätigen soll im kommenden Jahr wieder etwas zulegen, nachdem für 2025 noch ein leichter Rückgang erwartet wird. Allerdings schränkt das IfW ein, dass der Spielraum für eine höhere Beschäftigung durch den demografischen Wandel zunehmend begrenzt wird.

Staatsfinanzen unter Druck

Die geplanten Maßnahmen werden nicht ohne Folgen für die öffentlichen Finanzen bleiben. Das Staatsdefizit soll 2026 deutlich auf 3,4 Prozent im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt steigen, nachdem es im laufenden Jahr auf 2,3 Prozent zurückgehen soll. Der Schuldenstand dürfte von 63,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes im Jahr 2024 auf 65,5 Prozent im kommenden Jahr zunehmen.

„Die Auswirkungen der in den Sondierungsgesprächen vereinbarten Finanzpläne auf den Schuldenstand werden erst in den Jahren danach zunehmend zum Tragen kommen“, prognostiziert das IfW.

Politische Hürden für Konjunkturprogramm

Ob die prognostizierte Konjunkturbelebung tatsächlich eintritt, hängt maßgeblich vom politischen Prozess ab. Der Bundestag will über die Pläne von Union und SPD am Donnerstag in erster Lesung beraten. Eine Entscheidung soll am 18. März fallen, am 21. März soll dann der Bundesrat zustimmen. Für beide Abstimmungen ist jeweils eine Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich.

Allerdings haben AfD und Linke bereits Klage dagegen angekündigt, dass die Entscheidungen noch mit den Mehrheiten des alten Bundestags zustande kommen sollen. Scheitern die Pläne, müssten auch die optimistischen Wachstumsprognosen für 2026 wieder nach unten korrigiert werden.

Weichenstellung für die Zukunft

Die kommenden Monate werden entscheidend dafür sein, ob Deutschland den Weg aus der wirtschaftlichen Stagnation findet. Die geplanten Investitionen könnten tatsächlich als Katalysator wirken – vorausgesetzt, sie werden klug eingesetzt und von strukturellen Reformen begleitet.

Die Herausforderung besteht darin, nicht nur kurzfristige Konjunkturimpulse zu setzen, sondern gleichzeitig die Weichen für eine nachhaltige Modernisierung des Wirtschaftsstandorts Deutschland zu stellen. Nur wenn beides gelingt, kann aus dem prognostizierten Wachstumsschub für 2026 eine langfristige wirtschaftliche Erholung werden.

Quellen: tagesspiegel.de, welt.de, handelsblatt.com

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