Work & Winning Mit Daten, Struktur & Voraussicht: Make HR great (again)!

Mit Daten, Struktur & Voraussicht: Make HR great (again)!

Fast 60 Prozent der Beschäftigten melden steigende Arbeitsbelastung. HR-Abteilungen erkennen die Probleme früh, können aber nicht handeln. 45 Prozent nennen Zeitmangel als Haupthindernis für datenbasierte Arbeit.

Wenn ich mit Personalverantwortlichen in Deutschland spreche, höre ich oft den selben Satz: „Wir wissen, was passiert, aber wir kommen nicht dazu, etwas zu tun.“ Und damit fassen sie perfekt zusammen, was im HR-Bereich noch immer schief läuft.

Wir haben gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey die Lage in Deutschland untersucht und fast 3.300 Erwerbstätige und HR-Entscheider befragt. Die Ergebnisse überraschen mich nicht, aber sie verdeutlichen die Dringlichkeit des Themas.

HR ist das Frühwarnsystem der Organisation

Fast sechs von zehn Beschäftigten berichten, dass ihre Arbeitsbelastung im vergangenen Jahr gestiegen ist. Sie nennen Fachkräftemangel, wirtschaftliche Unsicherheit und wachsende Bürokratie als Hauptursachen. Zudem wächst das Bewusstsein für künstliche Intelligenz: Fast jede fünfte erwerbstätige Person sieht KI als eine der stärksten Veränderungskräfte im Arbeitsalltag, aber nur sechs von zehn halten ihr Unternehmen für ausreichend vorbereitet.

Personalabteilungen nehmen diese Entwicklungen früher wahr als andere Bereiche. Knapp die Hälfte der befragten HR-Entscheider sieht sich näher am Puls des Unternehmens als jede andere Abteilung. Sie beobachten steigende Krankenstände, sinkendes Engagement und längere Besetzungszeiten. Sie sind das Frühwarnsystem der Organisation.

Selbst die besten Daten brauchen Struktur

Zwei Drittel der HR-Verantwortlichen sind überzeugt, dass ein besserer Umgang mit HR-Daten ihre Abteilung grundlegend verändern würde – weg von der operativen Verwaltungsrolle hin zu echter strategischer Steuerung. Gleichzeitig nennen 45 Prozent Zeitmangel als größtes Hindernis, um datenbasiert zu arbeiten. Hinzu kommen fragmentierte Systeme, unklare Entscheidungsbefugnisse und oft eine Softwareauswahl, die nicht bei HR selbst liegt.

Das ist ein strukturelles Problem: Viele HR-Teams verfügen über relevante Beobachtungen, aber nicht über die Werkzeuge und den organisatorischen Rückhalt, um systematisch zu handeln.

Was das für Unternehmen bedeutet

64,9 Prozent der HR-Verantwortlichen erwarten, dass die Anforderungen an ihre Arbeit in den nächsten zwölf Monaten weiter steigen. Kaum jemand rechnet mit Entlastung. Diese Situation löst sich nicht von selbst. Unternehmen, die frühzeitig in bessere HR-Strukturen investieren, werden einen messbaren Vorteil haben. Funktionierende Personalarbeit zahlt direkt auf Produktivität, Fluktuation und Recruiting ein.

Was ich in meiner Arbeit immer wieder erlebe: Der Wille zur Veränderung ist in den meisten HR-Abteilungen vorhanden. Was fehlt, sind Zeit, klare Zuständigkeiten und Systeme, die strategische Arbeit ermöglichen. Deshalb strukturiert eure Daten, befähigt Personalabteilungen und make HR great (again)!

Über den Autor:

René Nießen-Moloney ist Director DACH bei Factorial, einer KI-gestützten Personalsoftware für modernes HR-Management. Zuvor hat er unter anderem den deutschen Markt für das britische Care-Tech-Unternehmen Birdie aufgebaut und war für Microsoft in Irland unterwegs.

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