Work & Winning Warum das Streaming von 3D-Daten die Arbeitswelt aufs nächste Level heben kann

Warum das Streaming von 3D-Daten die Arbeitswelt aufs nächste Level heben kann

3D-Daten als Echtzeit-Ressource im Engineering

Wenn komplexe Informationen in Echtzeit verfügbar sind, werden Prozesse schlanker, Entscheidungen schneller und Teams unabhängiger. Besonders im bereichsübergreifenden Engineering zahlt sich das aus: weniger Abstimmungen, weniger Missverständnisse, weniger Fehler. Anstatt sich durch Screenshots und Notizen zu arbeiten, kommentieren Teams direkt am 3D-Modell. Änderungen werden sichtbar, nachvollziehbar und dokumentiert. Die zugrundeliegende Infrastruktur bleibt dabei offen: Unternehmen können eigene Tools entwickeln, bestehende integrieren und ihre Prozesse individuell gestalten. „In welchem Tool die Daten erscheinen, entscheidet das Unternehmen selbst“, erklärt Stein. Threedy stellt mit instant3Dhub eine Viewer-Komponente bereit, die leicht anpassbar ist – oder sich durch eigene Webanwendungen ersetzen lässt. Software-Entwickler benötigen dazu nicht einmal besondere 3D-, XR- oder CAD-Domänen-Expertise, sondern können mit Hilfe der verfügbaren Programmierschnittstellen Threedys Technologie mit minimalem Aufwand z.B. im Rahmen von Standard-Web-Anwendungen implementieren. BMW entwickelte zum Beispiel ein internes Tool, das 3D-Kommentare mit einem Ticketsystem verknüpft. So entsteht eine neue Form der Kollaboration im Engineering – mit durchgängigen Prozessen und klaren Informationsflüssen. „Unsere Infrastrukturkomponente wird zum Enabler für digitale Prozessreife“, so Stein weiter. Iterationszyklen werden kürzer, Abstimmungen einfacher, Fehlerquellen weniger. Das steigert nicht nur die Effizienz, sondern reduziert Kosten und schafft Freiräume für echte Innovation.

Mit dem demografischen Wandel droht vielen Unternehmen ein Verlust an Wissen. Digitale Werkzeuge wie instant3Dhub helfen, dieses Know-how zu konservieren und jederzeit zugänglich zu machen – unabhängig von Ort und Zeit. Gleichzeitig entsteht mit Blick auf KI ein weiterer Hebel für Innovation: Wenn maschinelles Lernen auf visuelle Echtzeitdaten trifft, werden Anwendungen wie Predictive Maintenance, automatisierte Qualitätssicherung oder adaptive Fertigung möglich. Auch dafür bildet eine streamingfähige Infrastruktur die Basis.

Vom CAD-Modell zur AR-Anleitung

Ein führender Automobilhersteller nutzt das Streaming von 3D-Daten bereits im Service: Statt vorproduzierter Dokumentation erhält der Werker eine interaktive Anleitung, direkt aus den originalen CAD-Daten generiert – passgenau auf Modell, Konfiguration und aktuelle Datenlage. Ein Scan der Fahrzeug-ID genügt, um die richtige Animation in Echtzeit aufzurufen. Änderungen im Bauteil? Die Darstellung passt sich automatisch an – ohne manuelle Nachbearbeitung. Publikationsprozesse entfallen, es muss nicht mehr mit veralteten PDFs gearbeitet werden. Stattdessen stehen aktuelle Informationen im Kontext, direkt am Ort des Geschehens, zur Verfügung. Das erhöht die Qualität, reduziert Fehler und spart Aufwand. Auch im Training und Onboarding bringt dieser Ansatz einen Wandel: Mitarbeitende lernen direkt am digitalen Zwilling – kontextbasiert, effizient und ohne aufwändige Schulungen. So wird das Wissen aus Entwicklung und Konstruktion dort verfügbar, wo es gebraucht wird – in der Fertigung und im Service. Noch einen Schritt weiter geht der digitale Zwilling auf Fabrikebene. Hier treffen 3D-Visualisierung, IoT-Sensordaten und XR-Technologien aufeinander. Unternehmen können live simulieren, wie sich Veränderungen auf Abläufe auswirken – oder Produktionsdaten auswerten, um Ursachen für Fehler wie Kratzer oder Brüche zu identifizieren. 

Fazit

Wer über Produktivität in der Arbeitswelt von morgen spricht, sollte nicht nur über Achtsamkeit und Work-Life-Balance reden – sondern auch über Ladezeiten, Dateiformate und Datensilos. Echte Produktivitätsgewinne entstehen dort, wo technologische Infrastruktur zu dem passt, was alle wollen: schneller, einfacher und besser arbeiten. Dafür braucht es kein weiteres Programm, sondern einen funktionierenden Datenraum. Unternehmen, die auf die richtigen Infrastrukturen setzen, sichern sich nicht nur Wettbewerbsvorteile, sondern gestalten aktiv ihre digitale Zukunft mit.

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