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Zollschock: Tesla & Co. fliehen aus China zurück nach Europa

Tesla und BYD Elektroautos in geteilter Fabrikhalle zwischen China und Europa
BP | KI-generiert mit ChatGPT Produktionsverlagerung: E-Autos zwischen China und EU
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Lesezeit2 Min · 377 Wörter

EU-Zölle treffen: Westliche Autobauer verlagern E-Auto-Produktion zurück nach Europa, während chinesische Hersteller auf Plug-in-Hybride setzen. Eine T&E-Studie zeigt die gespaltene Strategie und warum BYD trotzdem lacht.

Die EU-Zölle auf chinesische E-Autos entfalten ihre Wirkung, allerdings anders als gedacht. Seit Herbst 2024 produzieren westliche Hersteller wie BMW, Tesla und Volvo ihre Stromer wieder verstärkt in Europa.

Der Anteil von „Made in China“-E-Autos westlicher Marken am europäischen Gesamtabsatz brach zwischen 2024 und Q1 2025 von 38 auf 23 Prozent ein, wie eine Studie des europäischen Verkehrsverbands Transport & Environment (T&E) auf Basis von GlobalData-Zahlen zeigt. Selbst Tesla reduzierte seinen China-Anteil am europäischen Elektromarkt von 23 auf 19 Prozent.

Chinesische Hersteller kontern mit PHEV-Offensive

Während westliche Autobauer die Produktion verlagern, setzen chinesische Hersteller auf eine clevere Umgehungsstrategie: Plug-in-Hybride. Der Marktanteil chinesischer Marken am EU-PHEV-Markt explodierte laut WirtschaftsWoche von drei Prozent 2024 auf mittlerweile 13 Prozent. Gleichzeitig kündigen BYD, Geely und andere seit der EU-Subventionsuntersuchung 2023 den Bau von zehn Produktionsstätten in Europa an, um künftig die Zölle komplett zu umgehen.

Die Ironie: BYD und Geely steigern ihre Importe nach Europa trotz Strafzöllen weiter, getrieben durch massive Überproduktion in China. Nur Saic trifft es hart: das Unternehmen muss fast doppelt so hohe Zölle zahlen wie die Wettbewerber, weil die EU ihm überdurchschnittliche Staatshilfen nachwies. Die Folge: Absatzeinbruch.

Deutschland profitiert vorerst

Die Produktionsverlagerung zeigt sich in deutschen Zahlen: Die BEV-Fertigung stieg 2024 laut Verband der Automobilindustrie (VDA) um 15 Prozent auf 1,22 Millionen Einheiten, während der Absatz gleichzeitig einbrach.

Ob das direkt an der China-Verlagerung liegt, bleibt unklar. Fakt ist: Deutsche Werke produzieren auf Vorrat, während chinesische Hersteller hybride Schlupflöcher suchen.

Business Punk Check

Die EU hat eine Produktionsverlagerung erzwungen — aber keinen strategischen Sieg errungen. Westliche Hersteller bauen teurer in Europa, chinesische Konkurrenten weichen auf PHEVs aus und bauen parallel EU-Werke auf. In drei Jahren produzieren BYD und Geely zollfrei in Ungarn oder Spanien mit chinesischen Kostenstrukturen und EU-Herkunftszertifikat. Die deutschen Autobauer? Haben ihre China-Abhängigkeit reduziert, aber auch ihre Margen.

Gewonnen hat am Ende niemand — außer vielleicht den Beratern, die jetzt Standortverlagerungen planen dürfen. Die eigentliche Frage bleibt unbeantwortet: Wer baut in fünf Jahren die günstigsten E-Autos in Europa? Vermutlich nicht BMW.

Quellen: WirtschaftsWoche, Handelsblatt, DIE ZEIT

Martin Wald

Tech & Security

Martin Wald analysiert die Schnittstelle zwischen Geld, Macht und Alltag. Seine Themen reichen von Rente, Sozialstaat und Gesundheit bis zu Wirtschaft, Märkten und technologischen Umbrüchen. Er zerlegt politische Entscheidungen, Urteile und Trends auf ihre ökonomischen Folgen und macht sichtbar, wer gewinnt, wer verliert und wo Risiken liegen. Der Blick ist pragmatisch, pointiert und nutzenorientiert. Keine Wohlfühltexte, sondern Einordnung für Menschen, die verstehen wollen, wie Systeme funktionieren und was das für ihre Entscheidungen bedeutet.