Edeka kann einpacken: Conrad hat den besten Weihnachtswerbespot

Das Leben eines Agenturmenschen ist schwer. An jeder Ecke lauern Menschen, die glauben, sie verstünden deinen Job besser. Allen voran die eigenen Kunden. ‚Kreativer? Das ist doch kein Beruf, den man lernen müsste, kreativ bin ich auch‘, denkt sich da der Projektleiter von Firma XY und wartet im Briefing wie eine Raubkatze auf ihre Beute. Auf den Moment, sich vor dem Chef zu profilieren. ‚Das ist ja alles schön und gut, aber da müsste unser Slogan schon noch irgendwie rein. Und am besten noch das Produkt ganz groß. Und es muss viral gehen.‘

Eine konsistente Geschichte erzählen? Vom Verbraucher verlangen, um die Ecke zu denken? Egal. Zum Glück verstehen viele Agenturen aber sehr wohl etwas von ihrem Beruf und leisten die nötige Überzeugungsarbeit, um wenigstens die schlimmsten Fehltritte zu vermeiden.

Wie solche Werbekampagnen entstehen, kann man auf der anderen Seite aber auch einmal ganz selbstironisch thematisieren, so wie es die Werbeagentur „Dojo“ gerade für einen Weihnachtsspot des Elektronikhandels „Conrad“ gezeigt hat. Der wollte nämlich einen „symphatischen und ehrlichen Spot“, sagt Dojo-Gründer Joachim Bosse. Den haben sie bekommen: Natürlich formulieren Kunden ihre Wünsche für Werbekampagnen und auch so eine Nachricht mit –  naja, ‚kreativen‘ – Ideen wie die im Spot geht immer mal wieder in der Agentur ein. Also dachte sich Bosse: „Warum nicht einfach genauso machen ohne alles erst durch den Werbewolf zu drehen?“

So hätte „Conrad“ mit dem Auftrag, einen ehrlichen und sympathischen Spot zu drehen, selbst die Lösung geliefert und war dann auch schnell davon überzeugt, es am Ende genauso zu machen. Glück gehabt, den der Spot sticht heraus aus der allgemeinen weihnachtlichen Gefühlsduselei.


Business Punk Redaktion

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