Leadership & Karriere Watchlist 2018: Zehn Gründer aus dem Bereich Health & Science

Watchlist 2018: Zehn Gründer aus dem Bereich Health & Science

Wer arbeitet am nächsten Durchbruch? Die folgenden zehn Gründer und Macher haben das Potential, in Medizin und Wissenschaft ernsthafte Fortschritte zu erzielen. Sie sind Teil unserer Watchlist 2018. Darin porträtieren wir 100 Menschen, von denen wir im nächsten Jahr noch hören werden. Heute stellen wir euch unser Ranking aus der Kategorie „Health & Science“ vor. Mit dabei unter anderem: Sonja Jost von DexLeChem, Frank Westermann von mySugr und Lina Wüller von Ovy.

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#10 Tanja Nickel, Uvis

Was, wenn man Infektionsherde eliminieren könnte, ohne sich groß drum zu scheren? Beispielsweise, indem man Rolltreppen mit einem Gerät versieht, das Handläufe durch UV-C-Licht nahezu komplett des- infiziert. Schlau? Schon. Genau das entwickeln die 25-jährigen Co-Gründerinnen Tanja Nickel und Katharina Obladen in Köln. Die Idee hatten sie bereits 2010 und meldeten direkt ein Patent an. Acht Jahre später nun stehen Koops mit großen Fahrtreppenherstellern an, Pilotprojekte laufen.

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#9 Lina Wüller, Ovy

Als Lina Wüller eines Tages nicht mehr mit Hormonen verhüten wollte, stieg sie auf Rat ihrer Frauenärztin auf die Temperaturmethode um – und wurde prompt schwanger. Ein herber Schlag. Wüller entscheidet, das Kind nicht zu bekommen, und steht die schwierige Zeit gemeinsam mit ihrer Schwester Eva durch. Danach entscheiden sie, die Temperaturmethode zu revolutionieren: mithilfe einer App. Ende 2016 verkaufte sie ihre Kommunikationsagentur und startete mit ihrer Schwester Ovy. Sie setzen auf ihre eigene Hardware: „Wir sind die einzige medizinische App in Europa, die den menstrualen Zyklus mit Bluetooth-Hardware misst.“ Ihr Gerät kommt Mitte 2018 auf den Markt.

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#8 Robert Niedl, Diamond Inventics

Ein Taschentuch verfärbt sich, wenn Kranke reinschniefen – diese Idee war Startpunkt von Niedls Dissertation. Ein Konzept, „zu schade, dass es nach der Promotion im Schrank landet“, so der Mitgründer und CTO des Berliner Biotech-Startups, dessen papierbasierter Legionellentest binnen Minuten anschlägt. Labore brauchen zwei Wochen. Mehr Tests sollen folgen, 2023 will Niedl 3,5 Prozent des Wassertestmarkts abdecken. Klingt überschaubar? Nun ja, es geht um 3,5 Prozent von 1,5 Mrd. Euro.

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#7 Manouchehr Shamsrizi, Retrobrain

Es fällt schwer, diesen Mann zu greifen: Lehrbeauftragter an der Uni Lüneburg, involviert beim Humboldt-Forum, Co-Founder des Berliner Game Lab. Das Studium des 29-jährigen Freigeists – Politik und Philosophie, Schwerpunkt Gerechtigkeitstheorie – war mehr als nur Berufsqualifikation. „Mit Technologie kann man die Welt besser machen“, sagt Shamsrizi, „das funktioniert aber nur, wenn es gerechten Zugang zu ihr gibt.“ Seinen Beitrag dazu leistet er mit Retrobrain, Anbieter von Präventionsvideospielen für Demenzkranke. Aktuell arbeitet das Startup an Games für Parkinson- und Schlaganfallpatienten. Nächstes Etappenziel: Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen.

Media Source: Gene Glover
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#6 Robert Hellmundt, Heyfair

Krankenhäuser sind sterile Orte – oder? Sollten sie zumindest sein. Hellmundt geht auf Nummer sicher: Der 28-jährige CEO von Heyfair hat mit seinem Team eine chemische Methode entwickelt, mit der 99,9-prozentige Sterilisation nachweisbar gemacht wird – durch temporär pinke Einfärbung der behandelten Flächen. Für das nächste Jahr streben die Jenaer die Skalierung der Farbstoffproduktion sowie eine verfeinerte Lizenzstrategie mit großen Playern im Medi-Biz an.

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#5 Nora Blum, Selfapy

Um das therapeutische Versorgungsdefizit in Deutschland anzugehen, gründete die 26-Jährige Anfang 2016 mit Katrin Bermbach und Farina Schurzfeld Selfapy, eine Onlineplattform, die durch mehrmonatige Kurse sofortige psychotherapeutische Hilfe bietet. Aktuell baut das Berliner Startup seine B2B-Kooperationen aus und bereitet die Internationalisierung vor. Denn, so Blum: „Unser Programm wird hier in Deutschland sehr gut angenommen. Und das Problem, das wir zu lösen versuchen, gibt es letztlich weltweit.“

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#4 Frank Westermann, mySugr

„Make diabetes suck less“ lautet der Claim des Wiener Startups. Es will Betroffenen helfen, ihre Krankheit besser zu managen. „Da Diabetes enorm datengetrieben ist, kann man sein Leben mit der Krankheit gut optimieren“, sagt Mitgründer und CEO Westermann. Seine Vision: „Wir wollen etwas bauen, das wir die digitale Diabetesklinik nennen.“ Helfen dürfte, dass das gerade fünf Jahre alte Startup im Sommer für vermutete 200 Mio. Euro vom Pharmariesen Roche übernommen wurde.

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#3 Daniel Nathrath, Ada Health

Als „Arzt in der Hosentasche“ beschreibt Daniel Nathrath seine Medi-App: Das KI-basierte Ada funktioniert nämlich ähnlich wie ein Gespräch beim Arzt – der Nutzer schildert seine Beschwerden, Ada stellt eine Diagnose. Ende 2016 gelauncht, gehört die App mit knapp zwei Millionen Nutzer aus 130 Ländern zu den am schnellsten wachsenden Medizin-Apps weltweit. Demnächst möchte das Berliner Unternehmen ein US-Büro eröffnen und neue Sprachversionen anbieten. Wo nämlich Ärzte rar sind, kann Ada helfen.

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#2 Philipp Skribanowitz, Mimi Hearing Technologies

Philipp Skribanowitz, ehemals in der Trendforschung tätig, gründete gemeinsam mit Nick Clarck und zwei weiteren Partnern Mimi Hearing Technologies. Schnell war klar: Eigene Hörgeräte wollten sie nicht bauen, sondern den Fokus auf die Entwicklung von Hör-Software legen. Dann kam der Durchbruch in der technischen Entwicklung: Der Algorithmus konnte bald nicht nur Menschen mit Hörschäden helfen, verloren gegangene Frequenzen wieder zu hören – sondern auch Menschen ohne Schäden ein besseres Hörerlebnis verschaffen. „Wir wollen an möglichst vielen Punkten in deinem Audio-Ökosystem anknüpfen“, sagt Skribanowitz. Der 34-Jährige verfolgt darum den Plan, die Plattform als individualisierten Audiofilter überall anzudocken: In Smart-TVs, Autos und Smartphones sollen in Zukunft Mimis Algorithmen laufen.

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#1 Sabine Jost, DexLeChem

Jost, 37, hatte die Idee, Wasser anstatt erdölbasierter Lösungsmittel zur Produktion von Feinchemikalien zu verwenden. Im Jahr 2013 hat sie in Berlin DexLeChem gegründet, das Chemieunternehmen, dem sie als Geschäftsführerin vorsteht. Ihr Verfahren hat sie patentieren lassen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, Unterstützung für das Vorhaben zu finden, bietet DexLeChem mittlerweile erfolgreich der Chemieindustrie Entwicklungsservices und die Nutzung ihres Verfahrens an. Zu den Kunden zählen unter anderem Lonza, das viertgrößte Healthcare-Unternehmen der Schweiz, und Sanofi-Aventis, DexLeChem kann von den Umsätzen leben. Ziel ist es, bis Ende 2018 eine eigene Produktionsanlage aufzubauen und selber Chemikalien mit ihrem Verfahren herzustellen.

Hier geht´s zur Gesamtübersicht mit allen Rankings.

Media Source: Marcel Maffei
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Mehr Gründer, Macher und Kreative aus unserer Watchlist 2018 sowie weitere spannende Geschichten gibt es in unserer aktuellen Ausgabe. Erhältlich am Kiosk oder in unserem Online-Shop.

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