Milliardenklage gegen Spotify: Wird es brenzlig für den Streamingdienst?

In einer Klage fordert das amerikanische Label Wixen Music 1,3 Milliarden Euro vom weltgrößten Streamingdienst Spotify. Grund hierfür sind die Verbreitung von mehr als 10 000 Songs, ohne den Besitz der jeweiligen Autorenrechte. Denn für die Verwendung von Songs gilt: Plattenfirmen, Songschreiber und Verlage müssen bezahlt werden. 125 000 Euro pro Titel verlangt Wixen Music. Der Verlag besitzt Lizenzen von Künstlern wie Missy Elliot und The Doors.

Welche Folgen hat die Klage für Spotify? Zwar wachsen die Einnahmen des schwedischen Unternehmens stetig – mit mehr als 60 Millionen zahlenden Nutzern, hat der Streamingdienst bereits letztes Jahr Apple abgehängt – doch ein Blick auf die Ausgaben verrät, dass Spotify auch 2016 noch immer rote Zahlen schreibt. Bei 2,9 Mrd. Euro Umsatz verzeichnet das Unternehmen einen Verlust von 300 bis 400 Millionen Euro. Das heißt: eine Gerichtsverhandlung könnte dem Unternehmen teuer zu stehen kommen.

Auch der Zeitpunkt der Klage ist ungünstig, wollte der Musikdienst doch 2018 an die Börse. Dabei wollte Spotify eigentlich auf das übliche Preisbildungsverfahren verzichten. Das könnte sich jetzt ändern, denn durch ein IPO-Verfahren kann das Unternehmen von Investoren ordentlich Geld bekommen – vorausgesetzt der Streaming-Anbieter ist nach der Klage noch interessant für potenzielle Geldgeber.

Die Frage, ob es sich beim Streamen um eine Vervielfältigung oder das Abspielen von Musik handelt, brachte Spotify erst vergangenes Jahr eine Sammeklage von US-Musikern ein. Das Unternehmen wandte die Klage ab und legte als Ausgleich einen Fond in Höhe von 39 Millionen Euro an. Für Wixen Music eine viel zu geringe Entschädigung.


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