Marketing-Rakete: Das Weltall als gigantische Werbefläche

Okay, wir allen sitzen immer noch mit großen Augen und offenen, sabbernden Mündern vor unseren Bildschirmen, denn: SpaceX alias Elon Musk hat erfolgreich eine „Falcon Heavy“ ins Weltall katapultiert. Die Rakete mit einer Länge von 70 Metern ist damit das aktuell leistungsstärkste Geschoss in der Raumfahrt. In Zukunft könnte sie als Frachttransporter eingesetzt werden. Noch immer schwebt Elon Musk das Ziel vor Augen, mit seinem Raumfahrtunternehmen den Mars zu bevölkern – ein sehr ambitioniertes Projekt. Aber wer, wenn nicht Hardcore High Performer Elon Musk ist für solche Herkulesaufgaben zu haben? Genau.

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Der tadellose Testflug der „Falcon Heavy“ war aber nicht nur für die Raumfahrt ein Erfolg. Auch für Elon Musks anderes Unternehmen, den Elektroautohersteller Tesla, war es beste PR. Denn mit an Board war der kirschrote Sportwagen Tesla-Roadster. Dieser dreht nun in aller Seelenruhe seine Runden um den Erdball – mit bestem Ausblick versteht sich.

Den Weltraum als Werbefläche für die eigene Marke zu nutzen, ist dabei nicht neu. Viele Unternehmen vor Elon Musk hatten bereits das PR-Potenzial des Weltalls für die eigene Brand entdeckt.

Höher, schneller, spaciger

Wie wäre es zum Beispiel mit Red Bull und den übermenschlichen Fallschirmsprung von Felix Baumgartner? Im Jahre 2012 sprang der österreichische Extremsportler aus 39 Kilometern Höhe zur Erde aus einer Ballonkapsel und raste mit einer Geschwindigkeit von mehr als 1340 Kilometern pro Stunde auf unseren Planeten zu. Schluck. Für den Brausehersteller, der als Sponsor das Event organisierte, war der Weltrekord-Sprung natürlich ein Marketing Stunt der Extraklasse. Medien aus aller Welt berichteten darüber. Baumgartner wurde für seine waghalsigen Jump gefeiert. Immer mit dabei: das Logo von Red Bull.

Auch andere Marken hatten in der Vergangenheit Gefallen am Weltall gefunden. So zum Beispiel Axe im Jahre 2013. Damals lud die Unilever-Tochter Männer aus der ganzen Welt in ihre Axe Apollo Space Academy ein. Am Ende durfte eine kleine Auswahl die Reise ins Universum antreten. Auch ein deutscher Student durfte mit. Der Trip ins All sollte den Verkauf einer neuen Duftmarke promoten.

Aber nicht nur internationale Player wie Red Bull oder Axe wagen den PR-Sprung ins Weltall, auch mittelständische Unternehmen ziehen mit. Im vergangenen Herbst schickte etwa die Familienbrauerei Hachenburger eine Portion Hopfen in den Weltraum, um ihn anschließend als „Hachenburger Space Pils“ zu verkaufen. Cheers to that.

Per PR-Anhalter durch die Galaxis

Was versprechen sich Marken von PR-Kampagnen jenseits unserer Atmosphäre? Klare Sache: Maximalen Brand Buzz. Denn: Weltraumgeschichten faszinieren. Wir Menschen sind kleine zerbrechliche Geschöpfe, die Tag für Tag auf diesem Planeten herumkriechen und sich durch ein Gestrüpp namens Alltag wühlen. Aber was geht dort draußen vor sich? Gibt es ein Leben außerhalb unserer Galaxie? Woher kommen wir? Das sind alles altbekannte Fragen, über die sich Menschen mit Hirn schon seit Jahrhunderten den Kopf zerbrechen. Aber eine Antwort darauf gibt es immer noch nicht. Das Faszinosum Weltall bleibt. Und ganz ehrlich: Das neue Automodell auf einem fancy Werbeplakat ist schön und gut, aber hey: Der Tesla-Roadster von Elon Musk umrundet gerade die Erde. Ausrufezeichen.

Und was folgt als nächstes? Politiker, die einen Wahlkampfauftritt auf dem Mond veranstalten? Oder: Autohersteller, die ihre Release-Feier zu einem neuen Modell in einer Weltraumstation abhalten? Who knows. Fakt ist: Weltraumgeschichten sorgen für maximal Schlagzeilen. Tesla, Red Bull, Axe und Co. haben das verstanden.


René Krempin

René hat irgendwas mit digitalen Medien studiert, sollte also für die Zukunft bestens gewappnet sein. Nach mehreren anderweitigen, aber misslungenen Berufsorientierungen musste er endgültig einsehen: Journalismus ist und bleibt leider geil. In seiner Freizeit verbringt er am liebsten jede Minute auf dem Bolzplatz.

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