Leadership & Karriere “Fake It To Make It“: Bei diesem Online-Game werdet ihr zu Fake-News-Unternehmern

“Fake It To Make It“: Bei diesem Online-Game werdet ihr zu Fake-News-Unternehmern

Kann ich im Fake-News-Biz etwas falsch machen?

Ist der Artikel zu dramatisch und ohne Elemente, die ihn glaubwürdig machen, kommen auch negative Kommentare. Wenn die Seite schon ein paar erfolgreiche Artikel geteilt hat, werden seriöse Nachrichtenseiten auf sie aufmerksam. Das zieht dann teilweise eine Gegendarstellung nach sich, um zu beweisen, dass genannte Informationen falsch sind.

Facebook versucht inzwischen, Fake News kenntlich zu machen. Bringt das überhaupt was?

Manche Menschen werden sich davon nicht beeindrucken lassen, sie vertrauen weder großen Nachrichtenseiten noch Facebook und glauben weiterhin daran, dass ihre Quellen gut sind. Es gibt aber auch Menschen, die sich in der Mitte ­befinden. Sie wissen nicht sehr viel über Facebook und darüber, wie Medien funktionieren. Ihnen wird das helfen.

Bei wem sehen Sie die Verantwortung im Kampf gegen Fake News?

Verantwortung ist ein hartes Wort. Jeder muss etwas dagegen tun. Nicht nur eine Person oder eine Gruppe kann das Problem allein aus der Welt schaffen. Die Menschen, die Fake News schreiben und verbreiten, sind keine richtigen Journalisten. Journalisten verursachen das Problem also nicht. Sie können aber dazu beitragen, dass die Menschen wieder mehr Vertrauen in die Medien bekommen. Plattformen und soziale Netzwerke tun schon viel gegen das Phänomen, sollten aber noch mehr tun. Und es liegt auch an den Usern, aufmerksam zu sein und etwa bei Freunden zu kommentieren, wenn sie einen Artikel für Fake News halten.

Das Spiel wirkt recht realitätsnah. Könnte es als Anleitung durchgehen?

Einige Testpersonen hatten vor der Veröffentlichung genau diese Befürchtung. Ich hoffe aber, dass man eher Informationen daraus zieht und lernt, Fake News zu erkennen, als dass es für solche Zwecke genutzt wird. Wenn jemand Fake News schreiben möchte, findet er im Internet auch ohne das Game genügend Informationen dazu. Ich wollte, dass „Fake It To Make It“ einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Für mich war die logische Wahl, nah an der Realität zu bleiben.

Vielleicht zu nah?

Trotz der Befürchtungen habe ich nach dem Launch nur positives Feedback bekommen. Am meisten hat mich gefreut, dass manche Lehrer es im Unterricht nutzen. Ihre Schüler nehmen es wohl gut auf. Außerdem haben viele Journalisten über mich und das Spiel geschrieben. Ich saß in einigen Radiosendungen zum Thema Medienkompetenz und Fake News.

Wie konnte sich das Spiel so schnell verbreiten?

Ich habe es gebaut und online geteilt und nichts Großes erwartet. Dann bekam ich aber durch organische Shares viele Klicks aus Deutschland. Anschließend wurden auch die USA darauf aufmerksam. Die Gamingsite Kotaku schrieb über mich. Danach bekam „Fake It To Make It“ richtig viel Aufmerksamkeit. Eine Woche nach dem Launch hatte ich 30 000 Besucher. Aber eigentlich weiß ich nicht, wie es sich so schnell verbreiten konnte.

Ausgerechnet Sie?

Ehrlich, nicht so richtig. Dazu sollte mal jemand ein Spiel machen.

Hier geht´s zum Onlinegame “Fake It To Make It“.

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Der Artikel stammt aus der Ausgabe 04/2017. Titelgeschichte: FDP-Chef Christian Lindner und der radikale Relaunch seiner Partei. Mehr Infos gibt es hier.

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