Sechs Eigenschaften, von denen ihr euch trennen solltet, um erfolgreich zu sein

Achtung, Binsenweisheit: Um Erfolg zu haben, braucht man Eigenschaften wie Durchsetzungsvermögen, Ausdauer, Fleiß – und natürlich Talent. Man muss sich also, abgesehen vom Talent, bestimmte Dinge aneignen, zulegen, auf die eigene Schippe packen. Wahr ist aber auch: Man grinded genauso erfolgreich auf der Karriereleiter nach oben, wenn man gewisse Dinge einfach unterlässt und sich manche persönliche Eigenschaft abgewöhnt. Auch das kann den Corporate Turbo Boost aktivieren. Hier kommen deshalb sechs Eigenschaften, die man lieber heute als morgen von der eigenen Agenda streichen sollte.

#Harmonie4life

Leben ist taff – klar, weiß man, kennt man. Immer wieder fallen wir auf die Schnauze, stehen wieder auf, machen weiter. Auch im Job gehört die Konfrontation, der Zusammenprall, der Schmerz dazu. Nur: Viele versuchen krampfhaft solchen Situationen aus dem Weg zu gehen. Funktioniert nicht. Und noch viel mehr: Die manische Sucht nach Harmonie schadet euch. Nicht selten erarbeiten wir uns gerade bei der hitzigen Auseinandersetzung mit Kollegen ein Standing im Team. Wir zeigen, wofür wir brennen. Ständig den Kopf einziehen und Auseinandersetzungen vermeiden wollen, ist kontraproduktiv. Führt Kämpfe, führt Duelle – immer fair und immer im Interesse der Sache.

#Das Lone Wolf-Gehabe

Hört auf, aus Gründen des falschen Stolzes, alles aus eigener Kraft meistern zu wollen. Nicht möglich. Es ist kein Zeichen von Schwäche, wenn ihr euren Office Amigos signalisiert: ich brauche Hilfe. Kein Mensch hat es jemals geschafft, ohne die Unterstützung anderer, im Leben voranzukommen. Geht auf eure Kollegen zu, bittet sie um Rat, zeigt, dass ihr bereit seid, Kontrolle, Führung und Kompetenz in andere Hände zu legen. Das Motto: Gemeinsam sind wir ein besseres Produkt. Oder um es mit den Anklängen in der Überschrift zu sagen: Im Rudel jagt es sich besser.

#Liebt mich!

Keine Ahnung wieso, aber aus irgendwelchen Gründen wollen wir alle (natürlich auch der Autor) von jedem Menschen geliebt, geschätzt und (das wahrscheinlich am meisten) umschmeichelt werden. Aber hier folgt die profane Entzauberung auf dem Serviertablett: Niemand wird von allen geliebt. Wirklich. Niemand. Unsere Art stößt nicht bei jedem auf Nächstenliebe. Also hört auf allen gefallen zu wollen. Steht zu eurer eigenen unrunden Person. Und nehmt vor allem in Kauf, dass ihr noch vielen Kollegen begegnen werdet, mit denen ihr euch eher weniger versteht. Pfeif drauf. Versucht solche Personen in der Sache von euch zu überzeugen – und nicht von eurer Person. Diese sollte im Job nie an erster Stelle stehen, sondern eure Fachkompetenz.

#Gefühlsblind bis zum Get-No

Wer nicht auf sein Bauchgefühl hört, macht etwas falsch. Natürlich sind Kopfentscheidungen wichtig im Leben und man sollte nicht jeden emotionalen Wellenschlag in unmittelbare Handlungen ummünzen. Bitte nicht. Aber: Arbeit, Office, Karriere sind nunmal Zeitkiller Nummer eins und sollten uns Freude bereiten. Wer schon morgens mit Bauchschmerzen aufsteht, wenn er oder sie an den Job denkt (den man ja nur wegen des Geldes und dem Ansehen macht), weiß eigentlich schon, was Phase ist. Viel zu viele tun das als Gefühlsduselei ab oder reden die emotionalen Echos klein. Sagt ganz laut: Gefühlsblind, nein danke.

#Habe ich doch schon immer so gemacht

Ohne Zweifel: Gewohnheit ist Koma im Wachzustand. So sehr Routinen wichtig sind, so sehr führen sie uns früher oder später in einen Zustand maximaler Lethargie. Die ewige Wiederkehr an gleichen Aufgaben und Abläufen killt jede Leidenschaft. Aber genau diese brauchen wir, wenn wir im Game der Performer und Aufsteiger ganz vorne mitspielen wollen. Denn Leidenschaft bedeutet: Beißen, auch wenn es wehtut. Noch eine Schippe drauflegen, wenn euer Ergebnis gut, aber eben nicht sehr gut ist. Long Story Short: Schmeißt eure Routinen über Bord. Tretet euch selbst in den Hintern und macht eure Komfortzone zur No-Go-Area. Nur wer es schafft sich den lähmenden monotonen Mechanismen immer wieder zu entziehen, wird von ihnen nicht erdrückt.

#Perfektionistische Kackscheiße

Der Klassiker kommt zuletzt: Der viel zitierte und verfluchte Perfektionismus. Und obwohl kaum jemand von sich behaupten würde, er oder sie seien überzeugte Anhänger dieses Ich-mach-alles-richtig-Kults, tappen doch viele in diese Falle. Jede Aufgabe, die wir von unseren Vorgesetzten auf den Tisch bekommen, wollen wir fehlerfrei erledigen. Maximale Performance, erstklassige Ergebnisse. Aber der Drang alles perfekt machen zu wollen, kann verkrampfen. Oftmals steckt in diesem Wahn die Angst vor dem Versagen und vielleicht nicht zum A-Kader des Unternehmens zu gehören. Und wenn schon. In der zweiten Reihe spielt es sich manchmal am besten. Und überhaupt: Unvollkommenheit, Fehlbarkeit, der ehrliche Umgang mit den eigenen Schwächen sind positive Dinge. Die Begründung: Sie befreien uns vom eigenen Erwartungsdruck und machen uns zu sympathischen Hangarounds am Arbeitsplatz, mit denen man auch gerne mal abends nach Feierabend ein Bier trinken gehen will. In diesem Sinne: Hoch die Tassen und Prost!


René Krempin

René Krempin hat Kultur- und Medienwissenschaften studiert und über mehrere Stationen bei Print- und Online-Medien den Weg in die Agentur gefunden. Bei OSK arbeitet er als Online- und Social-Media-Redakteur. Mit großem Interesse verfolgt er unter anderem die Entwicklungen in der eSports-Szene. In seiner Freizeit ist er aber auch gerne analog unterwegs: mit Freunden auf dem Bolzplatz.

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