Warum wir diese Produkte für vollkommen nutzlos halten

In der Marktwirtschaft ist es ja gemeinhin so: Wenn etwas nicht funktioniert, wird es beerdigt. Man kann jetzt gut oder schlecht finden, etwas fallen zu lassen, nur weil es sich ökonomisch nicht lohnt, aber aus kapitalistischer Unternehmenssicht ist so etwas ja nur gesund. Vor allem, wenn die Produkte nutzlos oder fehlerhaft sind oder sich irgendwie einfach nicht gegen die Konkurrenz durchsetzen wollen. Vor diesem Hintergrund verstehen wir einfach nicht, warum es folgende Produkte noch gibt und ihre Hersteller einfach nicht glauben wollen, dass sie schon längst beerdigt gehören.

Gescheiterte Brillen: Snaps Spectacles

Was haben wir gelacht über die bunten, knapp 130 Dollar teuren Kamerabrillen in Billo-Optik. Sie waren gar ein Grund, weshalb wir Snapchat schon einmal das Ende vorausgesagt hatten (gut, dass war ein Griff in’s Klo, okay). Snap Inc. blieb jedenfalls auf hunderttausenden nicht verkauften Spectacles sitzen und musste 40 Millionen Dollar abschreiben.

Was hatte man auch erwartet? Eine ständig einsatzbereite Kamera, die alles und jeden aufnimmt und das dem Gegenüber schon in hundert Metern Entfernung verkündet? Schließlich wurden die Kameras ja mit bunten Kreisen extra hervorgehoben, sodass der Träger nicht nur etwas trottelig aussah, sondern geradezu in die Welt schrie: „Ich pack dich auf meine Snaps, ob du willst oder nicht!“

Und jetzt? Neuauflage, ist doch logisch! Ein bisschen fancier, bisschen mehr Highend-Optik, dafür etwas teurer. Denn die Billo-Optik war ja genau das Problem der ersten Generation und nicht etwa die Tatsache, dass das Konzept des ganzen Produkts ja irgendwie pointless ist.

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Apple Airpods

Wo wir schon bei der oft schwierigen Heirat von Fashion, Style und Tech-Gadgets sind: Sprechen wir doch über die Apples Airpods. Zum ersten sehen sie einfach nicht zeitgemäß aus, sondern wie ein Bluetooth-Headset, dass es schon 2007 zum ersten iPhone gegeben hatte. Außerdem ist der Sound für Kopfhörer, die weit über hundert Dollar kosten, alles andere als überragend. Vor allem aber sind sie unglaublich unpraktisch – und zwar so sehr, dass sich das Internet bereits ordentlich über die Wireless-Kopfhörer lustig gemacht hatte. Sie sind leicht zu verlieren und man muss sie aufladen. Uns ist bewusst, dass es viele Fans der Pods gibt und ja, die Dinger haben bestimmt ihre netten Features. Trotzdem scheinen sie einfach nicht der Design-Philosophie eines Steve Jobs zu entsprechen, dessen oberstes Prinzip Praktikabilität war.

Blackberry

Irgendwie muss man dem Blackberry ja in gewisser Weise Respekt zollen. So lange hat es durchgehalten. Das einstige Flaggschiff der Business-Phones führt ein trauriges Schattendasein irgendwo abgeschlagen hinter Apple, Samsung, HTC, Huawei und allen anderen, die es noch so gibt. Es hat den Smartphone-Boom mit Touchscreen verschlafen wie sonst nur Nokia.

Gut, fairerweise muss man sagen, dass Blackberry selbst sehr wohl die Zeichen der Zeit erkannt und das Tastatur-Phone bereits 2016 eingestampft hat. Trotzdem kommen noch neue Modelle wie das Keyone auf den Markt, allerdings vom chinesischen Hersteller TCL, der sich die Rechte gesichert hat. Fragt sich nur: warum?

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Google+

Fast schon waren wir versucht, den Namen einfach so stehen zu lassen, ist ja wohl selbsterklärend. Aber dann ist uns aufgefallen, dass es ja schon erstaunlich ist, dass es diesen Dienst tatsächlich immer noch gibt, obwohl er nach Google-Logik längst hätte beerdigt werden müssen. Tatsächlich wird es nicht mal mehr intern groß zur Kommunikation genutzt.

Zwar habe das Netzwerk 2016 3,09 Milliarden Nutzer gehabt, doch nur ein verschwindend geringer Anteil davon sei aktiv. Sehen wir es ein, Google+ findet in der öffentlichen Wahrnehmung so gut wie nicht statt. Doch Google hält trotzdem noch daran fest. Was haben die noch vor damit?


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