Leadership & Karriere „Im Netz wartet niemand auf dich“ – HYPEBEAST-Chefredakteur Petar Kujundzic im Interview

„Im Netz wartet niemand auf dich“ – HYPEBEAST-Chefredakteur Petar Kujundzic im Interview

Mit über 14 Millionen Visits im Monat ist Hypebeast weltweit eine der größten Plattformen für Streetwear. Wir haben Chefredakteur Petar Kujundzic gefragt, wie ein Geisteswissenschaftler aus Pforzheim in Hongkong landet, inwiefern digitales Storytelling sich weiterentwickeln wird – und ob es eine Social-Media-Plattform gibt, die Instagram den Rang ablaufen könnte.

Petar, als Chefredakteur des Streetwear-Blogs HYPEBEAST müssen wir dich das zuerst fragen: An welchem Paar Sneakers kannst du derzeit nicht vorbeigehen?

Ich selbst besitze gar nicht so viele Sneakers. Aber das Modell „Lunar Force 1“, das durch die Kooperation von ACRONYM und Nike Ende 2017 auf den Markt kam, zählt zu meinen Favoriten. Es ist kein brandneuer Schuh, aber mir gefällt die unkonventionelle Optik. Viel Symbolik und gleichzeitig Funktionalität.

Sprechen wir über dich – wie landet jemand aus Pforzheim bei HYPEBEAST in Hongkong?

Ich habe Geisteswissenschaften studiert und damals auf Anhieb nichts Passendes gefunden. Über einen sehr guten Freund bin ich dann als Freelancer bei Sony Music Deutschland gelandet. 2007 entdeckte ich HYPEBEAST beim Surfen im Netz und wusste: Das ist es, nur dafür will ich arbeiten. Also habe ich mich beworben. Kevin Ma, Gründer und CEO von HYPEBEAST, hat mir direkt geantwortet. Von Pforzheim, quasi aus dem Kinderzimmer heraus, habe ich dann als Freelancer die ersten Texte geschrieben. Ziemlich verrückt, wenn ich darüber jetzt so nachdenke.

Wie ging es weiter?

Um 2009 herum arbeitete ich für HYPETRAK, den musikalischen Arm von HYPEBEAST. 2011 flog ich erstmals ins Office nach Hongkong – und nur noch einmal zurück nach Deutschland, um meine Sachen zu holen. Das hört sich für den ein oder anderen sicher unüberlegt an. Ich musste aber nicht überlegen. Für mich kam nichts anderes mehr infrage. Seitdem bin ich hier. 2015 habe ich als Editorial Director die redaktionelle Gesamtverantwortung übernommen, auch für unsere Unterseiten HYPEBAE, HYPEKIDS und die regionalen Seiten für Korea, Japan und Frankreich.

Wie genau kann man sich deine Aufgabe vorstellen?

Als Editorial Director arbeite ich eng mit den Redaktionsleitern der verschiedenen Seiten zusammen. Jede hat eine eigene Redaktion und ein Social-Media-Team. Die Redaktion erstellt den Content, der von unserem Social-Media-Team gesteuert und distribuiert wird. Ich bin für die Redaktionsstruktur, Teamaufstellung und unsere globale Strategie verantwortlich. Ich behalte also im Auge, auf welchem redaktionellen Kurs wir uns bewegen.

Klingt nach ganz schön viel Arbeit.

Das stimmt (lacht). Dahinter stecken unzählige Überstunden und wenig Urlaub, vor allem in den ersten Jahren war das so. Aber eins steht fest: Ich lebe meinen Traum.

Wie ist HYPEBEAST so erfolgreich geworden?

Mit viel Geduld, Fleiß und einer großen Portion Zielstrebigkeit. Und natürlich Neugierde. Wir fragen uns immer und immer wieder, was die Menschen bewegt. Was begeistert sie, worüber wird da draußen diskutiert? Nur wenn wir diese Themen aufgreifen, bleiben wir relevant. Unsere redaktionelle Ausrichtung erstreckt sich über viele Bereiche, ohne dass die Marke HYPEBEAST mit ihren Kernthemen Sneaker und Fashion darunter leidet. Mit unserem Content aus den Bereichen Musik, Kunst, Design, Architektur und Technik entsteht dann eine breit gefasste Plattform für unsere Community. Das macht uns aus. Und gleichzeitig ist diese Community auch unser redaktioneller Motor. Wir haben sehr anspruchsvolle Leser, die uns wissen lassen, was sie interessiert oder was ihnen fehlt. Das treibt uns an.

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