Oldschool aber wirksam – Sylt setzt alles auf die virale Karte

Die Insel Sylt ist für vieles bekannt: für den schönen Weststrand, für versnobbte Urlauber, die Sekt schlürfend in Kampen abhängen, und ewige Wartezeiten bei der Reise auf die Insel. Letzteres werden vor allem Menschen kennen, die dort schon einmal geurlaubt haben.

Gegen diese eher bescheidene Verkehrsanbindung setzen sich die Sylter nun mit einer Petition zur Wehr. Und mit einem PR-Video, das auf die virale Karte setzt.

Geiht neet, gifft neet!

Hintergrund für die ganze Aktion ist, dass der einzige Landweg nach Sylt über den bereits 1927 gebauten Hindenburgdamm bis heute eingleisig verläuft. Etliche Züge haben aufgrund dessen starke Verspätungen oder fallen gleich ganz aus.

Die Sylter hatten genug. Und um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen, dachten sie wohl, dass da was mit Internet her muss, am besten viral.

Viral auf Norddeutsch

An dieser Stelle muss man neidlos zugeben: Sie hatten Erfolg. Das Video, das bereits von einigen Medien aufgegriffen wurde, konnte bei Youtube schon mehr als 70.000 Klicks einsammeln. Global gesehen natürlich ein Witz, im Vergleich zu den restlichen Videos des Kanals Sylt – Die Insel und unter Einbezug der Tatsache, dass es erst zwei Tage alt ist, aber respektabel.

Kleine Manöverkritik: Auch wenn der Erfolg ihnen Recht gibt, typisch für viral gehende Videos ist der Clip nicht gerade. Denn zum einen sind Poitenaufbau und Video an sich zu lang. Zum anderen wird die Pointe bereits ganz am Anfang verraten, was die Spannung etwas raus nimmt. Auf der anderen Seite sollte man nicht vergessen, an wen sich das Video richtet: Sylter und Sylturlauber. Und die sind nun mal keine Digital Natives, die den reißenden Medienstrom souverän entlangsurfen, sondern eher gemütliche Wochenendkapitäne, die in ruhigen Gewässern schippern.

Insofern kann man das Video wohl nicht als übermäßig spannend oder innovativ bezeichnen. Als erfolgreich hingegen schon.

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Ernst Jordan

Ernst schreibt gelegentlich für den Postillon. Ansonsten bespielt er noch einen ausgesprochen wenig erfolgreichen Twitteraccount (@DasErnstBeste) ausgesprochen lieblos. Dann noch ein bisschen Utopien lesen und der Tag ist gefüllt.

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