Die fünf Nominierten für die dreisteste Werbelüge 2018

Hast du schon mal Wasser gekauft, weil es versprach, dich smarter zu machen? Oder dich für den Müsliriegel entschieden, der im Vergleich zum Schokoriegel so gesund aussah? Klar, wir wissen alle, dass Werbung meist etwas übertreibt, aber ein bisschen was wird schon dran sein. Oder?

Die NGO Foodwatch verleiht in jedem Jahr den Negativpreis „Goldener Windbeutel.“ Dabei werden Produkte ausgezeichnet, in deren Werbung besonders dreist gelogen wird. Letztes Jahr bekam den Preis zum Beispiel der „Alete Kinderkeks“, der laut Foodwatch aufgrund des hohen Zuckeranteils für Kleinkinder ungeeignet ist und dennoch für sie vermarktet wird. Mit dem Preis setzt sich die Organisation für strengere Regularien in der Werbung ein. Sophie Unger von Foodwatch sagt: „Die Lösung kann nicht sein, dass Verbraucherinnen und Verbraucher lernen, sich im Täuschungs-Dschungel zurechtzufinden – sondern die Hersteller müssen ihre Produkte ehrlich und leicht verständlich kennzeichnen.“ Das Argument lautet also: Transparenz.

In diesem Jahr hat Foodwatch die folgenden fünf Produkte für den „Goldenen Windbeutel“ nominiert. Die Verbraucher können auf der Website darüber abstimmen, welche Werbeaussage die dreisteste ist.

1. „Glacéau Smartwater“ von Coca-Cola

„Glacéau Smartwater“ von Coca-Cola ©Foodwatch

Der Preis von 1,65 Euro lohnt sich laut Foodwatch nicht: Das Wasser werde erhitzt, verdampft und dann wieder aufgefangen. Dabei gehen Mineralstoffe verloren, die im Anschluss wieder hinzugefügt werden. Smarter macht das jedenfalls nicht.

2. „Bratöl Olive“ von Dennree

„Bratöl Olive“ von Dennree ©Foodwatch

Wer beim Namen „Bratöl Olive“ an Olivenöl denkt, der täuscht sich. Tatsächlich besteht das Öl fast zur Hälfte aus Sonnenblumenöl. Dennree hat nach seiner Nominierung bereits angekündigt das Etikett dahingehend zu ändern, dass deutlich wird, was die Inhalte sind.

3. „Erbsen Eintopf Gut und Günstig“ von Edeka

„Erbsen Eintopf Gut und Günstig“ von Edeka ©Foodwatch

Auf der Vorderseite wird versprochen, dass dieser Eintopf ohne geschmacksverstärkende Zusatzstoffe oder Farbstoffe daherkommt. Das Versprechen wird laut Foodwatch gebrochen. In der Zutatenliste lassen sich zehn Zusatzstoffe finden.

4. „Kids Tomato Ketchup“ von Heinz

„Kids Tomato Ketchup“ von Heinz ©Foodwatch

Mit dem Kinderketchup von Heinz hat Foodwatch zweierlei Probleme: Zum einen sollten zuckerhaltige Produkte wie Ketchup gar nicht an Kinder vermarktet werden. Zum anderen sei der Ketchup exakt identisch zu dem normalen Heinz-Tomatenketchup. Gleichzeitig koste er aber bis zu 40 Prozent mehr.

5. „Corny Milch“ von Schwartau  

„Corny Milch“ von Schwartau ©Foodwatch

Der Müsliriegel „Corny Milch“ macht einen leichten, gesunden Eindruck. Laut Foodwatch täuscht der: Der Riegel bestehe zur Hälfte aus Zucker und Fett und sei somit das Gegenteil von einer „leichten Mahlzeit für zwischendurch.“

Jetzt ist eure Meinung gefragt:


Nele Spandick

Nele hat nichts mit Medien studiert und versucht es trotzdem. Verheddert sich häufig in philosophischen Gedankenspielen und politischen Diskussionen. Entheddert sich dann mit wirtschaftlichem Pragmatismus, down-to-earth Trashkultur-Konsum und gutem Essen.

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