In diesem Café arbeiten Menschen mit Behinderung – indem sie Roboter steuern

Ein wichtiges Grundbedürfnis unserer Gesellschaft ist Autonomie. Wenige Menschen möchten abhängig sein, egal von was. In der modernen Leistungsgesellschaft bedeutet das vor allem, zu arbeiten. Ob es uns gefällt oder nicht, oft genug ist unser Selbstwertgefühl stark mit unserer Arbeit verbunden. Einige Menschen haben jedoch größere Schwierigkeiten als andere, mit Arbeit ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Klar, es gibt unterschiedliche Programme, um Menschen mit Behinderungen in den Arbeitsmarkt zu integrieren, doch auch diese sind nicht für alle geeignet.

In einem Tokyoter Pop-up-Café, dem Dawn ver.β, wurde nun ein Ansatz ausprobiert, der das Potenzial moderner Technologie nutzt, um Partizipationsmöglichkeiten zu testen: Dort arbeiteten Menschen mit Behinderungen als Service-Personal, indem sie remote Roboter steuerten. Diese wurden von Ory-Lab im Rahmen eines Projekts entwickelt, in dem Technologie genutzt werden soll, um Menschen aus der sozialen Isolation zu holen. Sie können via Tablet oder Smartphone gesteuert werden und übertragen Video- und Audiodaten. In dem Versuch wurden fünf Roboter eingesetzt, die von insgesamt zehn Personen, darunter zum Beispiel ALS-Patienten (Amyotrophe Lateralsklerose), gesteuert wurden.

In einem älteren Video zeigt Ory Labs, dass selbst ein Mann, der nur seine Augen bewegen kann, per Eye-Tracking einen der Roboter steuern kann.

Der Name des Cafés stammt übrigens aus dem Anime „Time of Eve“, in dem Roboter und Menschen koexistieren und in dem es einen ganz ähnlichen Laden gibt. Die Abkürzung ver.β verweist darauf, dass es sich um einen Test, also um eine Beta-Version handelt.


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