Ging diese Krypto-Firma pleite, weil nur der verstorbene CEO das Passwort kannte?

Während eines Aufenthalts in Indien sei Gerald Cotten, CEO und Mitgründer der größten kanadischen Kryptowährungsbörse QuadrigaCX, unerwartet an den Folgen der Crohn-Krankheit gestorben – und habe das Passwort für Krypto-Konten im Wert von insgesamt 190 Mio. Dollar mit ins Grab genommen. Als einziger habe er Zugang zu den sogenannten Cold Wallets gehabt: Offline-Konten, die angelegt wurden, um das Geld vor Hackerangriffen zu schützen. Nun fürchten 115 000 Investoren um ihre Ersparnisse. Denn laut Cottens Witwe hat der Krypto-Chef das Passwort nirgends hinterlassen, und auch Sicherheitsexperten konnten die Konten bislang nicht knacken. QuadrigaCX ist also pleite und musste sogar Insolvenz anmelden. Die Investoren sind frustriert: „Wir tappen komplett im Dunkeln. Ich bereite mich auf das Schlimmste vor“, sagte Elvis Cavalic im Interview mit CBC. Durch den Bankrott der Bitcoin-Börse hat er 15 000 Dollar verloren. In Zukunft werde er Kryprowährungen wohl vermeiden.

Alles nur Betrug?

Nachforschungen des Krypto-Analysten Peter Mercury, der auch unter dem Pseudonym Crypto Medication bekannt ist, werfen allerdings Zweifel auf. Unter anderem hat er herausgefunden, dass QuadrigaCX den Zugang zu den Bitcoin-Beständen nie verloren hat. Zudem habe das Unternehmen Kundeneinlagen zur Auszahlung von Abhebungen verwendet – sprich, wenn niemand Bitcoins einzahlt, können auch keine Abbuchungen mehr erfolgen. Ein Bericht von Zero Research Proof, der dem Infoportal BTC Echo vorliegt, bestätigt die Annahmen. Es bestünde sogar die Möglichkeit, dass Gerald Cotten seinen Tod womöglich nur vorgetäuscht und mit dem Geld seiner Kunden untergetaucht ist. Belegen lässt sich das aber noch nicht.


Auch passend zum Thema: Dieser Mann hat versehentlich 80 Mio. Dollar an Bitcoins weggeschmissen


Business Punk Redaktion

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