Mehr Gehalt fordern? So klappt es mit der Lohnerhöhung

Von Thomas Hoffmann

Wer von uns kennt das nicht: Wir sind bereits seit geraumer Zeit in einem Unternehmen beschäftigt und sind der Meinung, dass wir eine Gehaltserhöhung verdient haben. Zum einen weil wir durchaus Erfolge verbuchen können. Zum anderen weil wir es einfach geschafft haben, solange in unserem Job durchzuhalten. Welche Gründe ihr auch immer habt – wenn es an die Verhandlung geht, bekommen viele Arbeitnehmer erst einmal Panik. Vorher auf die Kacke zu hauen, ist nicht wirklich schwer. Im Gespräch dann aber den Spagat zwischen wollen und verdient haben zu meistern, steht auf einem ganz anderen Blatt. Hier kommen ein paar Tipps:

Risiken eingehen, aber nicht übertreiben

Mit der Tür ins Haus fallen, war noch nie eine gute Idee. Die meisten Arbeitgeber fühlen sich dadurch in die Ecke gedrängt und machen erst einmal dicht. Dann zum Gegenüber durchzudringen, gestaltet sich schwierig. Ihr solltet diese Situation also immer diplomatisch angehen. Bereitet euch auf das Gespräch vor. Schreibt euch eine Checkliste, wenn es euch weiterhilft. Tragt alle Erfolge ein, die ihr dem Unternehmen schon eingebracht habt. Vielleicht arbeitet ihr im Vertrieb und habt neue, lukrative Kunden an Land gezogen? Dann erwähnt das ruhig. Ihr arbeitet schnell und gewissenhaft? Das ist definitiv eine Ansage wert.

Steht aber auch zu euren Fehlern, wenn ihr im Job welche begangen habt und schiebt es nicht auf andere. Vorgesetzte wissen es durchaus zu schätzen, wenn du die Verantwortung übernimmst. Das zeigt, dass sie Vertrauen in dich haben können und beweist, dass du Führungsqualitäten besitzt. Währenddessen kannst du ruhig ein paar Risiken eingehen, aber übertreib es nicht.

Die anderen sind egal. Was zählt, bist du!

Jeder von uns steht im Job in direkter Konkurrenz mit Arbeitskollegen. Aber die haben in eurer Gehaltsverhandlung nichts zu suchen. Eine Lohnerhöhung zu fordern, nur weil jemand anderes ebenfalls eine bekommen hat, ist eine sehr schwache Gesprächsgrundlage. Verweise nicht auf deine Mitstreiter im Büro oder vergleiche dich mit ihnen. Aussagen wie „Ich arbeite aber viel gewissenhafter als XY“ oder „Ich bin schneller oder effizienter als XY“ bringen dir nichts. Es lässt dich nur neidisch wirken. Besser ist es, wenn du es diplomatischer formulierst. Weise stattdessen auf deine Erfolge hin, ohne dabei auf die anderen mit dem Finger zu zeigen.

Was ist in eurer Branche üblich?

Es ist immer ratsam, sich über das branchenübliche Gehalt zu informieren. Einen ersten Überblick könnt ihr euch auf diversen Vergleichsportalen verschaffen. Hilfreich ist außerdem die Übersicht des Statistischen Bundesamtes, in der aktuell die Gehälter aus dem Jahr 2018 aufgelistet werden. Selbstverständlich kannst du nicht immer erwarten, dass du sofort das statistische Durchschnittsgehalt erhältst. Oftmals ist es abhängig von deiner Zeit im Unternehmen. Trotzdem ist es eine Basis, auf der du aufbauen kannst. Schließlich willst du dich bestimmt nicht unter Wert verkaufen.

Berücksichtige Alternativen

Ja, es gibt Alternativen zu einer Gehaltserhöhung. Diese wirken sich zwar nicht direkt auf deinen Bruttolohn aus, sorgen aber trotzdem für mehr Geld in deinem Portemonnaie:

  • Firmenwagen
  • Diensthandy
  • Benzingutschein
  • Essensgutschein
  • Zuschüsse für Weiterbildungen

Das mag jetzt nicht gerade berauschend klingen. Und ja, die Sachen sind eher ein schwacher Trost. Aber wenn auf dem Spielt steht, ob du überhaupt etwas bekommst, ist es besser als nichts. Für die Unternehmen selbst ist es auch keine schlechte Entscheidung. Sie haben weniger Ausgaben und können diese zudem steuerlich absetzen. Dafür müssen sie die Vergünstigungen einfach nur in die korrekt erstellte Gehaltsabrechnung aufnehmen. Fertig.

Noch ein Tipp am Rande

Das hat jetzt zwar weniger etwas mit Gehaltsverhandlungen zu tun, doch wir haben schon oft genug von folgender Situation gehört: Du hast alles richtig gemacht. Deine Argumentation saß. Du hast deinen Chef überzeugt und die Gehaltserhöhung entspricht genau deinen Vorstellungen. Doch du siehst im nächsten Monat auf deine Lohnabrechnung und die Erhöhung ist nicht drauf. Geh dann ganz ruhig auf deinen Vorgesetzen zu und suche das Gespräch. Normalerweise nutzen Unternehmer ein entsprechendes Lohnabrechnungsprogramm. Doch auch da können manchmal kleine Fehler passieren, wenn die Gehaltserhöhung noch nicht übernommen wurde.


Thomas Hoffmann hat Germanistik und Amerikanistik studiert und arbeitete daraufhin als freier Journalist und Übersetzer. Spezialisiert hat er sich auf Themen rund um Existenzgründung, Buchhaltung und Personalführung.


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