Das Nowitzki-Prinzip: Vier Eigenschaften, die jeder Führungskraft gut stehen

Dirk Nowitzki, einer der ganz Großen in der NBA, hat sein Karriereende verkündet. Nach dem letzten Heimspiel der Dallas Mavericks wandte sich der 40-Jährige an das heimische Publikum und bedankte sich für den langjährigen Support. Mehr als 20 Jahre spielte der gebürtige Würzburger in der besten Basketballliga der Welt – und erzielte mehr als 31 500 Punkte und gewann 2011 mit Dallas sogar die Meisterschaft.

Auch abseits des Spielfeldes beeindruckte Nowitzki die Menschen. Es war sein Auftreten und seine Art, die ihn bei vielen NBA-Fans und darüber hinaus beliebt machten. Eigenschaften und Qualitäten, die wir uns von jeder Führungskraft wünschen. Welche das sind, zeigen wir hier:

Kein Bling-Bling

Wie kaum ein anderer Spitzensportler hat es Nowitzki geschafft, trotz seines sportlichen Erfolgs und dem damit verbundenen Hype um seine Person auf dem Boden zu bleiben. In dem Dokumentarfilm „Der perfekte Wurf“ von 2014 sagte er einmal: „Ich finde es immer noch surreal, dass Leute Autogramme und Fotos wollen, nur weil ich einen Ball relativ gut in einen Korb werfen kann.“ Das Zitat zeigt, dass sich das German Wunderkind nie etwas auf seine Leistung und seinen Ruhm eingebildet hat. Während Kollegen aus der NBA auf Social Media mit großen Häusern, schnellen Autos und schicken Uhren protzten, hielt sich der Dallas-Spieler mit solchen Inszenierungen immer zurück. Stattdessen sah man eher solche Understatement-Postings:

Bodenständigkeit und der Respekt vor dem Leben anderer schienen Nowitzki immer besonders wichtig zu sein. Eine Qualität, die auch jeder Führungskraft gut steht. Denn: Geerdete Führungskräfte schenken allen Mitarbeitern die gleiche Aufmerksamkeit und Wertschätzung – unabhängig von deren Status und Position. Die Sichtweise eines Praktikanten kann genauso wichtig sein wie die eines langjährigen Mitarbeiters. Jeder Mensch beziehungsweise Mitarbeiter ist wichtig.

Weniger ist mehr

Im Laufe seiner Karriere hat Nowitzki bei Vertragsverhandlungen immer wieder auf mehr Gehalt verzichtet. Der Grund: Ihm war es einfach wichtiger, dass dem Club finanzielle Mittel bleiben, um das Team insgesamt zu verbessern. Dass das keine Selbstverständlichkeit ist und in den USA für Aufsehen sorgte, zeigt der nachfolgende Tweet. Nowitzki bekam Post von einem kleinen Fan. Nowitzki habe in den letzten Jahren immer wieder auf Geld verzichtet, um das Team voranzubringen, deshalb erhalte er im Gegenzug etwas Kleingeld, so der Fan.

Führungskräfte, die auf mehr Gehalt verzichten, nur um das eigene Team zu verbessern, haben ebenfalls den Heldenstatus verdient. Mit dieser Geste gehen sie als gute Vorbilder voran und können dadurch das Commitment im Team erhöhen. Nicht weiter verwunderlich, dass sich die Neuzugänge bei den Dallas Mavericks besonders ins Zeug legten, da sie wußten, Dirk Nowitzki hat auf mehr Geld verzichtet, damit sie an Board kommen. Mitarbeitermotivation kann manchmal so einfach sein.

Im Rhythmus bleiben

Langfristiger Erfolg kommt von Talent, klar, auch von Übung und Erfahrung. Langfristig kommt es aber vor allem auf eine Sache an: auf Beständigkeit. Gerade in Zeiten, in denen es weniger gut läuft, man unter Druck steht, und die Zweifel an der eigenen Leistung wachsen, ist der Glaube in das eigene Können elementar. In seinem Buch „Ready for Takeoff. Wie Sie ihre Stärken nutzen und Stress vermeiden können“ zitiert Philip Keil einen Trainer von Dirk Nowitzki mit den Worten: „Dirks mentale Stärke, sich nach einer schwachen ersten Halbzeit nicht zu verstecken, geduldig zu warten, bis der Rhythmus wiederkommt. Das ist so schwer.“ Und weiter: „Dirk ist gelassen geblieben. Das war bei diesem großen Druck eine absolute Ausnahmeleistung.“

Jede Führungskraft erlebt Druck am Arbeitsplatz. Entweder kommt er von oben, durch eigene Vorgesetzte, oder er kommt von einem selbst. In solchen Phasen das Vertrauen in die eigenen Qualitäten nicht zu verlieren, die Ruhe zu bewahren, das ist – wie in einem wichtigen Basketballspiel – erfolgsentscheidend. Geduld und Vertrauen sind Tugenden, die jeder Führungskraft gut stehen.

Humor ist King

Last but not least: Wer über sich selbst lachen kann, nimmt sich selbst nicht zu ernst. Dass das Nowitzki gut kann, zeigen seine zahlreichen Auftritte auf Social Media oder in TV-Spots. „Wer über sich selbst lachen kann, wird am ehesten ernst genommen“, meinte einst Albert Einstein. Und stimmt es nicht auch? Wer als Führungskraft über sich selbst lachen kann, läuft nicht Gefahr, zu sehr in der Position als Chef oder Chefin zu verkrampfen. Und Humor kann auch immer eine Form von Kommunikation sein, Dinge, die einem auf dem Herzen liegen, mit einem Augenzwinkern mitzuteilen. Nicht selten steckt in einem guten Witz ein wahrer Kern.


René Krempin

René hat irgendwas mit digitalen Medien studiert, sollte also für die Zukunft bestens gewappnet sein. Nach mehreren anderweitigen, aber misslungenen Berufsorientierungen musste er endgültig einsehen: Journalismus ist und bleibt leider geil. In seiner Freizeit verbringt er am liebsten jede Minute auf dem Bolzplatz.

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