Bad News: Wie du als Führungskraft schlechte Nachrichten überbringen kannst

Wer als Führungskraft tätig ist, hat nicht nur die Entscheidungsmacht im Unternehmen, sondern vor allem auch ein großes Stück Verantwortung für seine Mitarbeiter zu tragen. Und diese Verantwortung bringt eben auch seine Pflichten mit sich.

Unter anderem die Pflicht, in Mitarbeitergesprächen oder Meetings auch schlechte Nachrichten zu getroffenen Maßnahmen wie Stellenkürzungen oder einem Standortwechsel zu überbringen. Eine der Situationen, in denen man wahrscheinlich lieber wieder Mitarbeiter*in statt Chef*in sein möchte, denn wer überbringt schon gerne die frohe Botschaft, dass Stellen gekürzt werden müssen. Damit ihr unangenehme Mitarbeitergespräche in Zukunft nicht unnötig vor euch herschiebt, haben wir mit dem Kölner Karriere- und Führungskräftecoach Bernd Slaghuis über vier Tipps zur Kommunikation mit Mitarbeitern gesprochen.

Bin ich selbst davon betroffen?

Häufig hast du als Führungsperson selbst überhaupt keinen Einfluss darauf, was für Kürzungen das Unternehmen für deine Abteilung festlegt. Bevor du also die fremde Hiobsbotschaft an deine Mitarbeiter*innen weiter trägst, solltest du dir erst die Zeit nehmen zu verstehen, was die getroffenen Maßnahmen für dich selbst als Führungskraft bedeuten. Der passende Experten-Tipp von Bernd Slaghuis dazu: „Sich selbst erstmal Klarheit zu verschaffen, als direkt panisch loszurennen und so eine Botschaft im Team zu verkünden“ sei wichtig, um im späteren Mitarbeitergespräch auf Bedenken und Fragen eingehen zu können.

Schaffe Transparenz

Auch wenn es dir bei heiklen Themen schwer fällt, offen mit deinen Mitarbeitern*innen zu reden, solltest du versuchen, immer soviel Klarheit wie nur möglich zu schaffen. Manche Themen können natürlich nicht sofort offen besprochen werden, doch auch das kann man im Team kommunizieren. Denn frühzeitig Transparenz gegenüber dem Team zu schaffen hat auch etwas mit Fairness zu tun, so Bernd Slaghuis. „Ich sehe häufig, dass bei fast allen Mitarbeiter-Chef-Themen mangelnde Klarheit das Problem ist.“, erzählt der Karriere- und Führungskräftecoach. Also: Sei fair und hole deine Mitarbeiter*innen so schnell wie möglich ins Boot.

Vertrete deine Position

Als Führungsperson bist du in deiner Abteilung dafür verantwortlich, die Belange deines Unternehmens in deinem Team umzusetzen. Deshalb ist es wichtig, auch ganz klar den Standpunkt der oberen Etagen zu vermitteln. Das fällt nicht immer leicht, vor allem, wenn die eigene Meinung davon abweicht. Dennoch solltest du nicht den*die jammernde*n Chef*in geben, nach dem Motto: „Ich versteh die Entscheidung da oben auch nicht“. Das sei laut Slaghuis kein professionelles Führungsverhalten. Denn auch wenn es dir kurzzeitig Sympathiepunkte bei deinen Kollegen*innen verschafft, verlierst du auf Dauer deine Glaubwürdigkeit.

Zeige Empathie

Auch wenn der vorherige Punkt eventuell so klingt, als müsstest du als Führungskraft den eiskalten Übermenschen geben, ist das natürlich absolut nicht der Fall. Als Chef*in ist es wichtig, Empathie und Verständnis für die Situation deiner Mitarbeiter*innen zu zeigen. Bei einem Standortumzug oder der Auflösung eines Teils des Teams beispielsweise solltest du als Führungskraft deinem Team Möglichkeiten anbieten können, wie etwa Aufhebungsverträge oder Vorschläge für interne Versetzungen. „Als Führungskraft solltest du alle Möglichkeiten, die die Mitarbeiter haben, offen und ehrlich aufzeigen und versuchen, möglichst lösungsorientiert vorzugehen.“, so Slaghuis.


Michael Gnahm

Michael studiert Marketingkommunikation, weil er es mit klassischen Studiengängen wie Wirtschaftswissenschaften einfach nicht so hat. In den Journalismus ist er zufällig reingestolpert und mittlerweile voll in Love. In seiner Freizeit hört er gerne musikalische Kunstwerke aus dem Bereich des deutschen Sprechgesangs. Also komm ins Café, wir müssen reden!

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