Unrating Vienna: Wie Wien sich gegen den Online-Bewertungswahn wehrt

Wer als Tourist in einer fremden Stadt unterwegs ist, der kann heute einfach online nach Restaurants in seiner Nähe suchen. Doch nicht nur Restaurants werden angezeigt, sondern auch Bewertungen von anderen Usern geliefert. Und auf Grund von all diesen Bewertungen und Beschreibungen trifft man am Ende dann eine Entscheidung.

Ein Restaurant mit nur einer Bewertung? Fliegt sofort aus der Auswahl. Das Restaurant hat tausende Bewertungen? Dann ist der Laden garantiert voll mit Touris. Das will ja auch keiner. Dass Restaurants und Läden mittlerweile rausgefunden haben, wie man Fake-Rezensionen erstellt oder kauft, macht die ganze Sache auch nicht einfacher.

Dabei liegt die Lösung doch auf der Hand. Zumindest wenn es nach Wien Tourismus geht: Die finden, dass die ganze Bewerterei von Sehenswürdigkeiten und Restaurants in Wien überhand nimmt und fordern: Unrating Vienna. Mit dieser Kampagne möchte Wien Tourismus die Besucher in Wien dazu motivieren, die Stadt auf eigene Faust zu erkunden und weniger auf die Online-Bewertungen von Restaurants und Attraktionen zu achten. So wie das vor Google und Co. eben immer war.

Mit Plakaten und Screens in London und Hamburg und im Internet mit eigener Webseite und Ads möchte Wien auf die Kampagne aufmerksam machen. Der Slogan „Und wer bestimmt, was dir gefällt?“ ist dabei etwas provokant gewählt, zeigt aber sehr gut, was die Problematik an Online-Bewertungen ist. Erstens hat kein Mensch auf der Welt den exakt gleichen Geschmack wie du, es ist also eben immer alles Geschmacksache. Zweitens: Online-Rezensionen nehmen dir immer etwas von deiner Vorfreude, immerhin weißt du schon relativ genau, auf was du dich freuen kannst und auf was eben nicht.

Vielleicht sollten wir tatsächlich alle wieder anfangen von Zeit zu Zeit ganz ohne Trip Advisor und Co. durch die Straßen einer fremden Stadt zu ziehen, um uns von der unvorhersehbar guten Eckkneipe endlich wieder überraschen zu lassen.

 


Business Punk Redaktion

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