Jan ’n June über Präsenz auf Instagram: „Sie ist deine Visitenkarte, dein Aushängeschild, dein Foyer“

Das Öko-Modelabel Jan ’n June verkauft nachhaltige Klamotten. Social-Media-Plattformen wie Facebook und Instagram waren die größten Marketing-Hebel, um Bekanntheit und Relevanz zu schaffen. Wir haben sie gefragt, wie sie das gemacht haben.

Wie hat Social Media (FB, Insta & Co) euch beim Aufbau eures Unternehmens geholfen?

Sehr! Jan ’n June wurde durch Bootstrapping aufgebaut. Wir wollten mit sehr knappen Ressourcen so schnell wie möglich in das operative Geschäft einsteigen. Jedes generierte Einkommen wurde somit reinvestiert und die Kosten parallel sehr knapp gehalten.

Marketingbudget war also im Grunde nicht vorhanden. Also haben wir voll und ganz auf Social Media und Influencer Relations gesetzt, um die Marke bekannt zu machen.

Was sind die Vorteile einer Präsenz auf Instagram?

Sie ist deine Visitenkarte, dein Aushängeschild, dein Foyer. Die wenigsten gehen zuerst auf die Website, sondern checken den Instagram-Kanal aus. Und der erste Eindruck zählt ja bekanntlich.

Welche drei Steps muss man am Anfang beachten? Welche Tipps würdet ihr jungen Gründer*innen geben, die sie auf Plattformen wie Instagram beachten sollten?

1. Viel gepredigt, aber wahr: Authentizität
2. Regelmäßig bespielen
3. Nähe und Charakteristik schaffen, Insights geben, abholen und mitnehmen

Welche kreativen Marketing-Formate konntet ihr dank Instagram ausprobieren? Haben diese gut geklappt? Wenn ja, warum, wenn nein, warum nicht?

Wir können uns als Startup an viele Themen herantasten und unsere Follower*innen durch Insta-Abstimmungen miteinbeziehen.

Zum Beispiel das Thema recycelte Wolle: Wir haben bisher keine tierischen Materialien verwendet und viele vegane Kund*innen. Nun hat sich eine Quelle für recycelte Wolle aufgetan und wir überlegen eine kleine Capsule Knit Kollektion zu entwickeln. Nun konnten und können wir uns über Instagram dem Thema annähern und rausfinden, was unsere Kund*innen, die zum Teil sehr streng sind, davon halten. Ob das klappt und recycelte Wolle tatsächlich angenommen wird, berichten wir dann, wenn die Kollektion raus ist.

Interessant ist es auch immer mit den ästhetischen „Füllbildern“ im Feed. Sie generieren zwar insgesamt deutlich weniger Interaktion und ziehen die Performance runter, sind aber nötig, um einen schönen Channel zu schaffen, was wiederum einen ordentlichen Gesamteindruck vermittelt.

Wir denken, wenn man eine Personality-zentrierte Brand hat, wäre das was anderes. Hier geht Authentizität vor Look und den Follower*innen ist es egal, wie der Feed aussieht, solange sie viel von der Person hinter der Brand mitbekommen. Das kann und will aber nicht jeder.

Welche anderen Brands, Companys inspirieren euch auf Instagram? Was sind die Must-Follow-Profile eurer Meinung nach?

Für die grundsätzliche Sprache, Sassiness und Coolness: @reformation, sehr gute Stories macht @everlane (Stichwort Transparency Tuesday). Eine wundervoll einhaltige Bildsprache hat die Beautymarke @lovelyday. Personality und wie stationärer Einzelhandel in 2019 geht, zeigt @aest_store aus Düsseldorf.


Business Punk Redaktion

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