Personal Finance Krypto-CEO stirbt – Kund*innen zweifeln und wollen ihn wieder ausgraben lassen

Krypto-CEO stirbt – Kund*innen zweifeln und wollen ihn wieder ausgraben lassen

Am Ende des Jahres stolpern wir nochmal über eine News, die locker der Plot einer Folge „Black Mirror“ sein könnte. Ein Bitcoin-Unternehmer stirbt und nimmt die Abermillionen Dollar seiner Kund*innen mit ins Jenseits. Die misstrauen der Geschichte und wollen Beweise, dass er wirklich tot ist.

Genau das ist aber passiert. Gerald Cotten hatte 2013 QuadrigaCX gegründet, die größte Kryptobörse Kanadas. Dort konnten Kund*innen Bitcoins kaufen, die wiederum weiter investiert wurden – so die Theorie. Leider wurde anscheinend nie etwas wie geplant investiert und die Investor*innen sahen ihr Geld nie wieder.

Im Dezember 2018 verstarb der Gründer in Indien, wohl an den Folgen einer chronischen Darmkrankheit. Er hinterließ eine Frau, der er kurz vor seinem Tod sein gesamtes Vermögen vermachte und etwa 115.000 sehr unzufriedene Kund*innen, die wissen wollen, was mit ihren bis zu 250 Millionen kanadischen Dollar passiert ist.

Wirklich tot oder nur untergetaucht?

Blöd für die Anleger*innen: Aus Sicherheitsgründen kannte nur Cotten das Passwort zur sogenannten „Cold Wallet“, einem virtuellen Portmonee, in dem alle Bitcoins der Käufer*innen offline gelagert werden. Im Testament wurden sein 10-Millionen-Dollar-Anwesen, sein Segelschiff, sein Flugzeug, sein Lexus und mehrere Immobilien erwähnt, nicht aber das Passwort.

Anwälte wollen jetzt klären, ob der 30-Jährige den Schlüssel wirklich buchstäblich mit ins Grab genommen hat. Sie bitten die kanadische Polizei, die mutmaßliche Leiche, die nach Kanada überführt und dort vergraben wurde, zu exhumieren. Dann solle geprüft werden, ob Cotten wirklich tot und das Ganze nicht nur ein sehr verwegener Exit sei.

Denn Quadriga hatte Probleme. Laut Focus hatten Wirtschaftsprüfer*innen bemängelt, dass es keine formale Buchhaltung gegeben habe, sondern alles über Cottens privaten Laptop lief. Selbst das FBI hätte Ermittlungen aufgenommen. FAZ berichtet, dass das gesamte Geld von den Quadriga-Konten auf andere Konten verschoben worden sei. Seriös geht anders.

Cottens Witwe reagierte wenig überraschend verletzt auf die Forderung, ihren verstorbenen Ehemann auszubuddeln. Ihr breche es das Herz und außerdem habe sie „versucht, den Quadriga-Nutzer*innen zu helfen, ihr Geld wiederzubekommen“, ließ sie über ihren Anwalt wissen.

Wir sind gespannt, wie sich diese Geschichte im neuen Jahrzehnt weiterentwickelt.

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