„Masakhane“-Kollektiv will mit KI ein mächtiges Übersetzungstool für afrikanische Sprachen schaffen

Was machen wir, wenn wir schnell Informationen benötigen? Richtig, wir googlen. Und haben wir in deutscher Sprache kein Ergebnis gefunden, werden wir spätestens auf englischen Quellen fündig. Aber wie sieht das für Menschen aus, die etwa nur die südafrikanische Sprache Sesotho sprechen? Während wir auf Millionen Wikipedia-Artikel zurückgreifen können, gibt es nur eine dreistellige Anzahl an Artikeln auf Sesotho.

Um diese Informationslücke zu schließen, hat sich das Open-Source-Projekt „Masakhane“ (aus dem südafrikanischen isiZulu für „Wir bauen gemeinsam“) dem Problem angenommen. Mithilfe von Künstlicher Intelligenz und Machine Learning arbeitet das Kollektiv an einer Anwendung, um Informationen im Netz in alle afrikanischen Sprachen zu übersetzen – ähnlich wie Google Translate, nur halt auf Siswati oder Efik.

Da Machine Learning aber nur mit einer großen Anzahl an Datensätzen funktioniert, sucht das Kollektiv nun händeringend nach Quellen in den jeweiligen Sprachen. Neben einem Aufruf auf der eigenen Website bekommt „Masakhane“ dabei Unterstützung von Gruppen wie „Translators Without Borders“.

Etwa 30 Prozent der weltweit gesprochenen Sprachen kommen aus Afrika. Dennoch macht der Anteil an Online-Informationen in diesen Sprachen nur einen Bruchteil aus, sagte die Mitgründerin Jade Abbott in einem Interview mit enorm. Das Projekt wurde im Jahr 2019 von zwei Südafrikanerinnen gegründet und umfasst mittlerweile ein Team aus 60 freiwilligen Übersetzer*innen, Datenwissenschaftler*innen und Student*innen aus ganz Afrika.


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