Windrad ohne Rad: Spanisches Unternehmen will die Windkraft verändern

Weil herkömmliche Windkraftanlagen zwar für saubere Energie sorgen, aber bei Anwohnern*innen nicht sehr beliebt sind, nimmt sich das spanische Unternehmen „Vortex Bladeless“ dieser Problematik an und baut ganz einfach Windräder ohne Räder.

Die gleichnamigen Windkraftanlagen funktionieren über den sogenannten Piezoeffekt. Der Strom wird allein durch die Schwingungen des futuristischen Turmes erzeugt. Ihr habt keine Ahnung, wovon die Rede ist? Mit dem gleichen Effekt funktionieren Verstärker für Akustikinstrumente. Die Schwingung wird aufgenommen, in Wechselspannung umgewandelt und elektrisch verstärkt.

Der Einsturz der Tacoma-Narrows-Brücke in den USA im Jahr 1940 brachte den Ingenieur David Yáñez auf die Idee. Starker Wind hatte die Brücke damals in Schwingungen versetzt, die später zum Einsturz führten.

Allerdings ist die Ausbeute aktuell noch 30 Prozent geringer als bei herkömmlichen Windrädern. Weil aber auf viele bewegliche Teile und Generatoren verzichtet werden kann, sind die Windtürme nicht nur leiser, sonder auch langlebiger, um 40 Prozent günstiger und um 80 Prozent wartungsärmer als die geflügelten Konkurrenten.

Windräder stehen in der Kritik, weil sie für Anwohner durch Lärm und Schattenwurf eine Belästigung darstellen sollen. Auch für Vögelschwärme, deren Routen durch Windparks führen, seien herkömmliche Windräder nicht optimal.

Ein ca. drei Meter hoher Turm soll etwa 230 Euro kosten und 100 Watt bringen. Damit sind die Türme gut geeignet für eine dezentrale Stromversorgung eines Haushalts. Das Unternehmen arbeitet an der Optimierung der Türme und hofft darauf, in zwei bis drei Jahren in Massenproduktion zu gehen. Auch größere, bis zu 100 Meter hohe Türme mit einem Megawatt Leistung sollen folgen.


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