In Startups arbeiten ist super geil? Auf Twitter sagen User*innen was anderes

Vermeintliches Wohlfühl-Flair auf Kosten der Arbeitsbedingungen? Twitter-User*innen sammeln Beispiele, warum es nicht immer von Vorteil ist, in einem Startup zu arbeiten.

Startups üben einen besonderes Reiz aus. In ihren Stellenausschreibungen bejubeln sie oft die überaus angenehmen Rahmenbedingungen. Arbeiten in Freizeitatmosphäre, arbeiten mit Freund*innen. Eine Work-Life-Balance? Nicht mehr notwendig. Schließlich soll sich die Arbeit nicht mehr als solche anfühlen, sondern mehr wie ein Hobby. Um ein derartiges Arbeitsgefühl zu kreieren, werden diverse Spielereien bereitgestellt: zum Beispiel ein Kicker im Pausenraum, ein Smoothie-Maker in der Küche und natürlich der stets heiß begehrte Obstkorb.

Startups blenden

Kein Wunder also, dass junge Arbeitnehmer*innen davon angetan sind. Wer hat schließlich keine Lust, auf dem Weg zur Kaffeemaschine mal kurz in ein Bällebad zu hüpfen oder sich im Ruheraum einen Powernap zu gönnen? Klingt herrlich. Ist es das aber auch?

Twitter-User*innen sind sich ziemlich einig: Nein, das ist es nicht. Ist der Job erst mal ergattert, sind die überdurchschnittlich tollen Arbeitsbedingungen nämlich gar nicht mehr so gut. Oder extremer ausgedrückt: Oft scheinen Arbeitgeber*innen ihre potenziellen Angestellten mit spaßigen Versprechungen zu blenden. Ein Spiel am Kicker tut nämlich gar nicht mehr gut, wenn man dafür ein Gehalt bekommt, mit dem man sich die eigene Miete nicht leisten kann. Was bringt eine Gratisbanane, wenn man um 22 Uhr immer noch im Büro sitzen muss, um den auferlegten Arbeitsaufwand zu bewältigen? Die propagierte „dynamische Atmosphäre“ sei zudem ein Synonym, dass ständig Mitarbeiter*innen gekündigt würden und neue kämen.

Den Sturm gegen Startups losgelassen, hat Twitter-Userin und Autorin Patricia Cammarata. Sie trat mit ihrer Bemerkung „Vollzeit Anstellung in dynamischer Startup-Atmosphäre heißt Obstkorb aber wenig Gehalt, oder?“ offensichtlich einen Nerv im Twitterverse, zumindest bei ihren Follower*innen, die offensichtlich weniger gute Erfahrungen in Start-ups gemacht haben. Knapp 150 Antworten erhielt sie auf ihren Tweet, und das ganz ohne Hashtag. In unserer Galerie haben wir die besten Antworten für euch gesammelt.

Dieser Artikel von Philipp Kienzl ist zuerst auf ze.tt erschienen.

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