Warum auf TikTok und Instagram eine Verschwörungstheorie über Britney Spears rumgeht

So schnell kann es gehen: Da schaut man sich die Instagram-Stories seiner Freund*innen an und plötzlich ist da der eine Beitrag, der eine Tür aufstößt. Plötzlich liest man sich in ein Thema ein, über das man bis gerade noch nie gehört hatte und läuft immer tiefer ins Labyrinth. Genau das kann euch bei #FreeBritney passieren, der Verschwörungstheorie um Britney Spears.

Kurzgesagt geht es dabei darum, dass die Pop-Sängerin seit elf Jahren kein selbstbestimmtes Leben führen darf, da ihr Vater ihr vom Gericht festgelegter Vormund ist. Die #FreeBritney-Kampagne will jetzt erreichen, dass sie wieder unabhängig über ihr Vermögen und Leben bestimmen darf.

Egal, ob auf TikTok oder Instagram, unter jedem Post tummeln sich Kommentare, die sich um die Sängerin sorgen. Dann gibt es Forderungen wie „Zieh dir im nächsten Video was Gelbes an, wenn du Hilfe brauchst“ und „Mach eine Drehung, wenn du Hilfe brauchst“ und siehe da: Die Sängerin trägt im nächsten Video ein gelbes Oberteil und macht eine Drehung.

Aber: In gelben Oberteilen zeigte sie sich schon zuvor, sogar schon mehrmals in genau dem aus dem Video. Eine Drehung zum Anfang eines Videos zu machen, bei dem es ums Posing geht, ist auch nicht so ungewöhnlich. Und bei Abertausenden Kommentaren pro Post den Überblick zu behalten, scheint auch für einen Star wie Britney eine einigermaßen schwierige Aufgabe.

In den Kommentaren unter dem Post wird auch darauf hingewiesen, dass Britney neun Mal durchs Video läuft und das ja wohl für das Morsezeichen SOS stehen muss. Oder dass sie genau 116 Leuten auf Instagram folgt, was doch ein Code für die Notrufnummer 911 sein muss. Oder dass ihr Vater ihre Social-Media-Accounts kontrolliert … Ohne Cherrypicking funktioniert eben auch keine Verschwörungstheorie.

Was ist dran, an der Theorie?

Tatsächlich war Britneys Vater 2008 bis 2019 ihr Vormund, nachdem sie 2007 ihren öffentlichen Zusammenbruch erlitten hatte. Die Bilder des Popstars, der sich selbst die Haare abrasierte, gingen damals durch alle Boulevardmedien. Da Britney als nicht fähig angesehen wurde, sich alleine um lebenswichtige Angelegenheiten zu kümmern, übernahm ihr Vater die rechtliche Betreuung.

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Wie die Vogue schreibt, durfte er unter anderem „Geschäftsmöglichkeiten aushandeln, Immobilienbesitz veräußern und einschränken, wer sie besucht“. 2019 gab Britneys Vater die rechtliche Betreuung aufgrund einer schweren Erkrankung jedoch an Jodi Montgomery ab, einer langjährigen Mitarbeiterin von Spears.

Dieses Jahr soll neu über die Vormundschaft verhandelt werden. Die Videochat-Anhörung Mitte Juli wurde abgebrochen, nachdem sich #FreeBritney-Anhänger*innen eingewählt hatten. Neuer Termin ist der 22. August.


Business Punk Redaktion

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