Zu Auto-kritisch: Frankreich verbietet kunstvollen TV-Spot für ein E-Bike

Muss man beim Thema Fahrrad auch erst mal schaffen: Der erste TV-Clip des niederländischen E-Bike-Startups VanMoof darf in Frankreich nicht ausgestrahlt werden. Die Begründung der Werbeaufsicht: Der Spot erzeuge ein „Klima der Angst“ und „diskreditiere“ die Automobilindustrie.

In dem 45-sekündigen Clip ist ein schicker Sportwagen zu sehen, auf dessen Lack sich verschiedene Szenarien spiegeln. Zu sehen sind etwa Fabrik-Schornsteine, eine von Stau verstopfte Autobahn und eine Unfallszene, bei der ein brennendes Auto auf dem Dach liegt. Schließlich schmilzt der Sportwagen und wird zum neuen E-Bike von VanMoof. Die eben noch bedrückende Klaviermelodie hellt auf, eine Frau singt „It’s a new day dawning“.

Die Botschaft ist klar: Autos sind das Problem, und das Elektro-Fahrrad ist die Lösung. Wenig überraschend schmeckt der Spot Auto-Fans überhaupt nicht. Umso weniger, weil die französische Autoindustrie wegen der Coronakrise und der schwächelnden Wirtschaft zurzeit ernste Probleme hat, wie The Verge erwähnt.

Und VanMoof? Das Startup macht das Beste aus dem Verbot und geht in die Offensive. Diese unerwartete Promo nutzt man doch gerne aus. In einem Blogpost schreiben die Niederländer*innen, wenn Unfall-Archivaufnahmen aus der echten Welt Angst schüren würden, „dann sollte vielleicht jemand versuchen, etwas an dieser Welt zu ändern … Indem man eine alternatives Transportmittel anbietet oder so“.

Gemessen an der breiten Berichterstattung, die das E-Bike jetzt erfährt, und der über 1,6 Millionen Views, die der Clip auf Youtube schon einsammelte, hat sich die französische Werbeaufsicht selbst einen Stock ins Vorderrad gesteckt. Und VanMoof? Die düsen fröhlich vorbei.


Business Punk Redaktion

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