Goldener Windbeutel: Das sind die Nominierten für die frechste Werbelüge

„Bio ist nicht gleich Bio“ ist quasi das Mantra schlechthin, das einen fast schon wie eine Art Gehirnwäsche beim Einkauf im Supermarkt begleitet. Dass bei Werbung hier und da mal bei den Versprechungen geschummelt wird, ist nichts Neues. Die Versprechen der Produkte sind dabei relativ ähnlich: Alle super fürs Klima, mega nachhaltig und hammer gesund. Weniger Plastik, weniger CO2-Ausstoß, weniger Zucker.

Manche Produktbeschreibungen sind allerdings so irreführend, dass Foodwatch jedes Jahr den Negativpreis „Goldener Windbeutel“ verleiht.

Bei den Kandidaten handelt es sich um dreiste Werbelügen und Verbrauchertäuschung. Denn Unternehmen können ganz legal falsche Aussagen über ihre Produkte machen, indem sie zum Beispiel wichtige Informationen einfach weglassen oder vollkommen unleserlich platzieren.

Die Nominierten 2020

Die Nominierten von Foodwatch für dieses Jahr haben eins gemeinsam: Sie nutzen den Zeitgeist des nachhaltigen Konsums aus. Etikettenschwindel at its best.

Bio-Weidemilch (haltbar) von Arla

©Foodwatch

Laut Foodwatch wirbt das Unternehmen bei diesem Produkt mit einem frei erfundenen Klimasiegel: Es verspricht 71 Prozent weniger CO2-Ausstoß. Das bezieht sich allerdings lediglich auf die Produktion der Verpackung und nicht auf jene von der Milch. Da werden weiterhin große Mengen CO2 ausgestoßen. In Wahrheit werden laut Foodwatch bei dem Produkt demnach weniger als zwei Prozent Treibhausgas-Emissionen eingespart.

Volvic Bio-Rooibos-Tee von Danone Waters

©Foodwatch

Ein Blick auf die Zutatenliste dieses Kandidaten zeigt: Das Getränk besteht hauptsächlich aus Wasser und Zucker. Der Roobois-Tee-Anteil ist mit 0,26 Prozent sehr gering. Laut Foodwatch ist das nicht mal ein halber Löffel Tee. Damit die Kundschaft dem nicht sofort auf die Schliche kommt, wird die Flasche mit einer farbigen Plastikfolie umhüllt.

Grünländer-Käse von Hochland

©Foodwatch

Bei diesem Käse sollte man unbedingt das Kleingedruckte lesen. Geworben wird mit Milch von Freilaufkühen, gehalten werden diese aber im Stall. „Freilaufend“ meint hier nur, dass sich die Kühe im Stall frei bewegen können. Damit ist das Bild von einer glücklichen Kuh auf einer grünen Weide dahin. Ein Laufstall ist laut Foodwatch heutzutage keine Besonderheit mehr. Von dieser „grünen Seele“, wie auf der Verpackung geworben wird, kann man nun halten was man will.

Be-Kind Protein-Riegel Erdnuss von Mars

©Foodwatch

Nussriegel sind bei ernährungsbewussten Menschen sehr beliebt. Sind sie gesund und versorgen mit natürlichen Protein. Zu diesem Exemplar sollte man laut Foodwatch allerdings nicht greifen. Es besteht hauptsächlich aus Fett und Zucker.

Erdbeer-Fruchtaufstrich 50 Prozent weniger Zucker von Zentis

©Foodwatch

Zwar ist in dieser Marmelade weniger Zucker drin, der fehlende Anteil wird aber nicht mit Früchten aufgestockt, sondern mit Wasser. Dafür ist das Produkt deutlich teurer als die Variante mit viel Zucker. Man zahlt quasi für das Wasser.

Na, was findet ihr am bescheuertsten? Noch bis zum 6. September kann über die dreisteste Werbelüge abgestimmt werden.


Business Punk Redaktion

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