Wenn zu viel sitzen schlecht ist, ist im Liegen arbeiten dann vielleicht besser?

Zu viel sitzen ist ungesund. Das haben zahlreiche Studien bewiesen. Wer zu viel auf Stühlen abhängt, steigert das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes Typ 2 und Krebs. Bereits vor der Corona-Pandemie saßen wir im Schnitt 9,3 Stunden am Tag.

Doch gerade jetzt, wo immer noch viele von uns im Homeoffice arbeiten, fehlt es zudem an Bewegungsausgleich – kein Fahrradfahren zur Arbeit, kein Spaziergang zum Bus, dazu kommen Abende à la Netflix and Chill.

Der Sportphysiologe Arthur L. Weltman von der University of Virginia hat die aktuelle Situation zum Anlass genommen, um im unabhängigen Wissenschaftsmagazin The Conversation zu fragen, ob es nicht eine bequeme Lösung für dieses Problem gibt: Ist im Liegen arbeiten besser?

Weltman zählt Liegen genauso wie Sitzen im wachen Zustand zu sedentary behavior, also zu sitzenden oder liegenden Tätigkeiten, die einen niedrigen Energieverbrauch haben. Kurzum: Nein, Liegen ist – zumindest für die Gesundheit – nicht besser.

Liegen und schlafen ist wichtig

Allerdings hängt es sowohl beim Sitzen als auch Liegen davon ab, wie viel Zeit ihr in diesen Positionen verbringt und wie viel ihr euch darüber hinaus bewegt. Das zeigt auch ein groß angelegte Studie aus 2016, die Daten von über einer Million Menschen analysiert hat.

Solange eine Person nur wenig sitzt oder liegt und sich einigermaßen viel bewegt, ist das Risiko, an den Folgen von zu wenig Aktivität zu sterben, am niedrigsten. „Einigermaßen viel“ bedeutet in diesem Fall entweder 60 bis 75 Minuten am Tag moderat bewegen oder 30 bis 40 Minuten intensiv.

Wer allerdings viel sitzt und sich generell nicht bewegt, trägt das höchste Sterberisiko.

Die gute Nachricht: Schlaf gehört nicht zu sedentary behavior, schließlich ist er lebensnotwendig. Und am besten schläft, wer sich auch ausreichend bewegt.

Deshalb lautet Weltmans finaler Tipp auch: „Wenn ihr an einem Tisch oder in einer Hängematte arbeitet, dann steht etwa alle halbe Stunde für ein paar Minuten auf und macht eine Spazierpause.“

Dieser Artikel von Milena Zwerenz ist zuerst auf ze.tt erschienen.

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