Random & Fun Nach #Quotenfrau-Diskussion um Sandra Ciesek – Frauen antworten mit „frechen“ Fragen an Männer

Nach #Quotenfrau-Diskussion um Sandra Ciesek – Frauen antworten mit „frechen“ Fragen an Männer

Das Hamburger Nachrichtenmagazin Der Spiegel hat kürzlich mit seinem Interview mit der Virologin Sandra Ciesek eine Diskussion ausgelöst. Kritisiert wird, dass von den beiden Autorinnen in den Eingangsfragen des Gesprächs in erster Linie Cieseks Geschlecht thematisiert wird.

Sie wird als „Quotenfrau“ und „die Neue an Drostens Seite“ bezeichnet, ihr Moderationsstil wird als nach „Volksschule“ klingend bewertet. Das alles in den ersten drei Fragen.

Die Virologin steht ihre Frau: „Ich leite ein virologisches Institut an einer großen Universität. Ich muss mich nicht verstecken.“ In der Tat: Ciesek ist Professorin für Virologie, Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie in Frankfurt und ist seit kurzem neben Christian Drosten als Expertin im NDR-Podcast „Coronavirus-Update“ zu hören.

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Ein Interview des "#Spiegel" sorgt für Kritik und Diskussionen in den sozialen Medien. Das Magazin hat ein Gespräch mit Virologin Sandra #Ciesek veröffentlicht, in dem sie als "#Quotenfrau" bezeichnet wird. Ciesek ist Professorin für #Virologie und Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie in Frankfurt. Seit September informiert sie im Wechsel mit Christian Drosten im "NDR"-Podcast "Coronavirus-Update" über das #Coronavirus.⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ In den Eingangsfragen des "Spiegel"-Interviews ging es zunächst ausschließlich um ihr Geschlecht. Journalistin Teresa Bücker, Kolumnistin für das "SZ-Magazin" und ehemalige Chefredakteurin von "Edition F", machte ihren Unmut über den Beginn des Interviews deutlich, indem sie auf Twitter mit einem Augenzwinkern dazu aufrief, "freche" Einstiegsfragen an Männer zu sammeln. Damit drehte sie den Spieß einmal um – und erreichte große Resonanz.⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Ärztin und Autorin Natalie Grams antwortete prompt: "Ihr Studium, Ihre Promotion, Ihre Habilitation, ihre zig Veröffentlichungen in diesen renommierten Fachmagazinen – ganz ehrlich, wie sehr hat Ihre Frau Sie da unterstützt?"⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ #FridaysforFuture-Aktivistin Luisa Neubauer schlug vor: "Fühlst du dich ernstgenommen? Ich kann doch Du sagen, oder?"⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Die Linken-Bundestagsabgeordnete Anke Domscheit-Berg wurde besonders kreativ: "Gerade in Ihrem Fachgebiet werden Männern ja nach wie vor rote Teppiche ausgerollt, andernorts gibt es längst mehr Vielfalt. Was meinen Sie, woran das liegt? Haben Sie u ihre Kollegen Angst vor Frauen? Fürchten Sie fachl. Konkurrenz o ängstigt Sie schon die Gegenwart v Frauen?"⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ ⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀⠀ Gegenüber watson teilt der "Spiegel"-Verlag mit: "In diesem Fall können wir nachvollziehen, dass die Einstiegsfragen im Ton als unangemessen empfunden worden sind." Und weiter: "Es war nie unsere Intention, Frau Cieseks Kompetenz in Frage zu stellen, und wir bedauern, dass dies so verstanden wurde."

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Ein Tweet zum Ciesek-Interview geht viral

Auf Twitter schreibt sie jedoch später, dass sie irritiert von den provokanten Fragen war. Sie spekuliert über deren Sinn: „Einschüchterung? Schlagzeilen? Führt jedenfalls dazu, dass Frau sich weiter aus solchen Dingen zurückzieht. War das die Mission?“

Gute Frage, denn interessanterweise sind die beiden Autorinnen selbst Wissenschaftlerinnen: Rafaela von Bredow, Jahrgang 1967 ist diplomierte Biologin, Veronika Hackenbroch, Jahrgang 1969, ist Doktorin der Medizin. Beide sind Mütter. Sie müssten den Struggle eigentlich selbst kennen.

Angeheizt wurde die Diskussion um das Ciesek-Interview von Teresa Bückers Tweet wenig später, in dem sie dazu aufrief, den Spieß einmal umzudrehen und „freche“ Einstiegsfragen an Männer zu sammeln – mit großer Resonanz. Die Antworten sind witzig und skurril zugleich.

Die Spiegel-Autorin von Bredow äußert sich zu der Debatte und beschwichtigt. Die Virologin hätte nicht angemerkt, dass sie die Fragen unangemessen fände.

Inhalt über Geschlecht

Doch muss sie das? Gilt es nicht eher, Interviewfragen von vornherein so zu formulieren, dass es in der Diskussion danach nicht in erster Linie um das Geschlecht der Interviewpartner*innen, sondern um den Inhalt des Gesagten geht? Denn das sollte in der Diskussion nicht untergehen.

Gefragt, ob sie selbst Angst vor Sars-CoV-2 hat, antwortet Ciesek: „Sagen wir: Respekt. Ich möchte es nicht haben. Auf gar keinen Fall.“

Freunde und Freundinnen, lasst uns beim Thema bleiben und genderdiskriminierendes Gehabe in den Lockdown schicken. Das Corona-Virus schert sich auch nicht um unser Geschlecht.

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