So geht Krisenmanagement: Kaufland reagiert souverän auf Michael Wendlers wirres Statement

Es ist die Geschichte eines PR-GAUs, bei dem alles sehr schnell ging. Gestern Nachmittag noch feierten wir den neuen Kaufland-Werbespot dafür, wie erfrischend selbstironisch sich Michael Wendler darstellte. Gestern Abend verkündete der Schlagersänger dann in einer wirren Instagram-Story, die Jury von RTLs „Deutschland sucht den Superstar“ zu verlassen.

Damit nicht genug, gab er auch das kleine Einmaleins der Corona-Verschwörungsmythen zum Besten. So sprach er von einer „angeblichen Corona-Pandemie“ und das alle TV-Sender „gleichgeschaltet und politisch gesteuert“ seien. Soziale Medien seien sowieso zensiert, na klar.

Kaufland reagierte prompt. Man distanziere sich von allen Aussagen Michael Wendlers. Der Werbespot, eigentlich aus „Spaß & Ironie“ gedreht, wurde umgehend gelöscht. Und dies, obwohl der Spot auf großes und auch positives Echo gestoßen war. Er landete sogar auf Platz eins der Youtube-Trends.

Doch Kaufland positionierte sich lobenswerterweise sehr klar. Es ist eben #nichtegal, wenn Kooperationspartner*innen ihre Reichweite nutzen, um gefährliche Verschwörungsideologien zu verbreiten. Da kann sich Thalia noch was abgucken.

Finanzielle Folgen für Michael Wendler?

Eine gecancelte Kooperation mit Kaufland, kein Juryplatz mehr bei „Deutschland sucht den Superstar“ und auch keine von RTL begleitete Live-Hochzeit – läuft (nicht) bei Michael Wendler. In einer Live-Sondersendung auf RTL sprach sein Manager gestern Abend laut dem Medienmagazin DWDL von einer „menschlichen Tragödie“.

Für ihn sei die Karriere Wendlers beendet, er selbst habe schon mit 15 Anwälten sprechen müssen, die alle Verträge mit dem Schlagersänger auflösen wollten. Und zwar sofort.

Ein Rechtsanwalt mutmaßte in der Sendung, dass RTL wegen Vertragsbruchs Forderungen in Millionenhöhe stellen könne.

Manchmal geht es eben sehr schnell. Man kann etwa fix die Selfie-Kamera anwerfen und die Arbeit vieler Menschen zerstören. Noch flotter kann man aber auch eine Google-Suche starten und sich dann doch mal fünf Minuten nehmen, um ein paar Fakten zu checken.

Viele fassungslose Facepalms hätten verhindert werden können.

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