„Was würdet ihr tun, wenn es 24 Stunden keine Männer gäbe?“ – die Antworten der Frauen auf Social Media erschüttern

Die Frage danach, was Frauen machen würden, wenn es einen Tag lang keine Männer gäbe, ging in den letzten Wochen auf verschiedenen Social-Media-Plattformen viral. Erstmals aufgetaucht ist das Thema auf TikTok. Von dort aus verbreitete es sich dann wie ein Lauffeuer auch auf Instagram, Facebook und Co.

Warum? Weil die Antworten auf die eigentlich so harmlose Frage schockieren: Frauen hätten ohne Männer weniger Angst, würden sich weniger eingeschränkt und wesentlich sicherer fühlen. Sie würden „abends im Dunkeln allein unterwegs sein“, „im Fitnessstudio beruhigt und unbeobachtet trainieren“ oder anziehen, was sie wollen.

Männer antworteten auf die gleiche Frage recht gelangweilt. Sie würden „in Ruhe zocken“, „verhungern“, „Shisha rauchen“ oder „genau das Gleiche wie sonst auch“ machen.

Doch nicht nur auf der Straße fühlen sich Frauen oft bedroht, sondern auch im Netz. Der aktuellen „Free to be online“-Studie zufolge sind vier von fünf Mädchen und jungen Frauen bereits online beleidigt worden. 55 Prozent von ihnen haben sexuelle Belästigung erlebt. Von Bodyshaming berichtet ebenfalls fast jede zweite.

Als Folge nutzen viele der jungen Frauen die sozialen Netzwerke weniger. Für die Studie wurden 14.000 Mädchen und junge Frauen im Alter von 15 bis 24 Jahren aus 22 Ländern befragt.

Was also tun? Natürlich wünschen wir uns keine Welt ohne Männer. Was wir uns wünschen, ist eine Welt, in der wir uns sicher und frei fühlen – mit Männern.

Maike Röttger ist die Geschäftsführerin von Plan International, der Organisation, die auch die „Free to be online“-Studie veröffentlicht hat. Sie sagt, es brauche zumindest online bessere Schutzmechanismen: „Es ist unverantwortlich, dass die Betroffenen mit Online-Gewalt alleingelassen werden.“ Es gebe „viel zu wenige Mechanismen, um wirksam gegen Angriffe und Schikane vorzugehen“.

Auf ihrer Website bietet Plan International die Möglichkeit an, ihren offenen Brief an die größten sozialen Plattformen zu unterschreiben. Darin werden bessere Möglichkeiten für Reporting und Verfolgung von digitaler Gewalt gefordert.

In akuten Fällen digitaler Gewalt können sich Betroffene unter der Nummer 08000 116 016 an das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ wenden. Die Hotline steht allen Nationalitäten an 365 Tagen im Jahr zur Verfügung – anonym und kostenlos. Auch Angehörige, Freundinnen und Freunde sowie Fachkräfte finden hier Hilfe.

Die gleiche Nummer funktioniert übrigens auch bei Gewalt gegen Frauen im „realen“ Leben, inklusive häuslicher Gewalt, Mobbing oder sexueller Belästigung am Arbeitsplatz.

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