Life & Style Das Startup Patzo ist das Tinder für Hunde: Wir haben die App getestet

Das Startup Patzo ist das Tinder für Hunde: Wir haben die App getestet

Ich liebe Hunde. Aus Gründen kann ich aber keinen eigenen halten. Für Leute wie mich, gibt es jetzt aber eine App: Patzo. Patzo ist in einfachen Worten ein Tinder für Hunde. Anmelden können sich Menschen, die gerne auf fremde Hunde aufpassen möchten und Hundehalter:innen, die jemanden für ihre Lieblinge zum Sitten brauchen. Alles kostenlos.

Das Prinzip ist wie bei Tinder. Man erstellt sich ein Profil mit Name, Foto, Infos über sich selbst und gibt an, welches Level man an Erfahrung mit Hunden mitbringt – Anfänger:in bis Expert:in. Schon kann gewischt werden. Da ich auf der Suche nach Hunden bin, wische ich also Bilder von Hunden nach rechts und links, verteile Herzchen und Kreuze. Hundehalter:innen würden stattdessen Menschen angezeigt bekommen.

©Patzo

Die App gibt es seit Dezember 2020. Entwickelt wurde sie von Marcel Wittstadt, Alexander Weigand und Felix Kox aus Würzburg. Wie sie auf die Idee kamen? „Wir konnten als Studenten leider keine eigenen Hunde halten. Dafür war in der WG einfach zu wenig Platz und genug Zeit hatten wir auch nicht. Bezahltes Hundesitting kam für uns auch nicht in Frage, das ist insgesamt zu aufwendig und hat sich einfach nicht richtig angefühlt. Wir wollten gerne proaktiv Hunde suchen, das funktioniert auf diesen Plattformen nicht“, erzählen die Gründer.

Natürlich checke ich auch das Profil der Hunde. Ob ich nach rechts oder nach links wische, hängt auch von den Anforderungen ab, die mitgebracht werden sollen. So wollen manche Hundehalter:innen, dass man viel Erfahrung mitbringt, andere sind da offener. Kommt natürlich auch drauf an, wie pflegeleicht der Hund ist. Bei manchen steht im Profil, dass sie etwas knifflig seien, andere hingegen unkompliziert. Ich bin Anfänger:in. War früher öfters mit Tierheim-Hunden Gassi. Vielleicht gibt mir aber jemand eine Chance.

Keine Aussichten auf Erfolg

Voller Enthusiasmus fing ich also an. Ganz ehrlich? Süß fand ich sie alle. Einen Hund nach dem anderen gab ich ein Herzchen und es passierte – nichts. Kein Match. Nada. Niente. Auch nicht einen Tag später. Auch nicht zwei. Ohne Hund bin ich anscheinend eindeutig in der schlechteren Position.

Ich überarbeitete mein Profil. „Möglichst viele Bilder bewirken schon viel. Ein ehrlicher Text, in dem man die eigene Erfahrung mit Hunden beschreibt, die Motivation sich um einen fremden Hund zu kümmern und wie häufig man Zeit mit einem Hund verbringen möchte“, sind die Tipps von den Gründern. Und trotzdem passierte erstmal – Nichts. Dass es nicht einfach werden würde, damit hatte ich gerechnet. Dass es nicht einmal zu Matches kommt, damit eher nicht. Laut meinem Freund würde ich gerade realistische Tinder-Erfahrungen machen. Aha.

Neben der Wischfunktion gibt es in der App so eine Art Timeline, in der alle posten können. Ich versuchte mein Glück da und antwortete auf ein paar Gesuche nach Hundesitter:innen. Ich bekam zwar Antworten, aber um privat in Kontakt zu kommen, muss man sich matchen. Und da war sie wieder: die Sackgasse. An diesem Punkt verlief dann die Kommunikation sonst wohin, aber nicht auf ein Gassi gehen.

It’s a Match

Ich lies mich aber nicht unterkriegen. Irgendwann, irgendwann, irgendwann würde der Tag kommen, an dem eine Push-Up-Nachricht auf meinem Smartphone aufblinkt und mir verkündet, dass ich ein Match habe. Und der Tag kam. Sofort schrieb ich mein Match an. Natürlich antwortete die Halter:in und nicht der Hund. Wir machten ein erstes Treffen aus. Da war es also: mein erstes Hunde-Date. Ich war aufgeregt. Schließlich musste ich gleich zwei überzeugen: Halter:in plus Hund.

©Patzo

Das Date kam Zustande. Niemand wurde versetzt oder verletzt. Im Nachhinein fragte ich mich, was wäre, wenn dem Hund was passiert wäre, während er mit anderen spielt und ich die Aufsichtspflicht hatte? „Das ist ein weiterer Vorteil unserer solidarischen Hundebetreuung. Hundehalter*innen haben fast alle eine Hundehaftpflichtversicherung und in vielen Fällen ist die nicht-kommerzielle Betreuung durch Dritte schon abgedeckt. Das muss allerdings immer individuell abgeklärt werden, wir als vermittelnde Plattform können nicht haften, wenn etwas passiert,“ sagen die Gründer.

Die Wege von Halter:in, Hund und mir trennten sich. Und jetzt? Gute Frage. Ist es wohl so, wie bei anderen Dates auch. Warten, bis sich die andere Person meldet. Oder selbst schreiben? Ach wird schon. Als ich Freund:innen übrigens erzählte, ich hatte ein Hunde-Date, schauten sie mich an, als hätte ich den Verstand verloren. Das dachten sie auch schon als ich fröhlich verkündete, dass ich Hunde tinder.

Weitere Funktionen

Vielleicht ändert sich ihr Blick mit den Funktionen, die die drei Gründer in Zukunft planen. Aktuell arbeiten sie an einem Betreuungsnetzwerk, um die Tierheime vor einer Überfüllung durch „Pandemie-Hunde“ zu bewahren. Funktionieren soll das Netzwerk wie reguläre Hundesitting-Plattformen. Der Preis? Zehn Euro im Monat. „Man kann als Mensch mit Hund die Betreuung genau planen und bei Notfällen sogar besonders schnell Hilfe bekommen. Die betreuuenden Personen können sich per Ausweis verifizieren und erhalten Bewertungen aus der Patzo-Community. So wollen wir ein möglichst sicheres Umfeld ermöglichen“, so die Gründer.

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