Personal Finance Gastbeitrag: Wie ihr Anfang des Jahres eure Finanzen in die Hand nehmen könnt

Gastbeitrag: Wie ihr Anfang des Jahres eure Finanzen in die Hand nehmen könnt

von Ana Amelia R. Sardá, Professional Investor (PI) bei eToro

Der Januar ist der perfekte Zeitpunkt, um Pläne fürs neue Jahr zu schmieden. Statt der üblichen Vorsätze hier eine Alternative: Finanzen in die Hand nehmen. Denn dank der Digitalisierung bieten sich viele neue Wege, Geld eigenständig und unabhängig zu investieren – insbesondere für Anfänger:innen. Doch was gilt es beim Aufbau eines Portfolios zu beachten?

Die richtige Strategie

Zunächst ist es wichtig, das Ökosystem zu verstehen und Anlageziele zu definieren. Zentrale Fragen sind hierbei: Was möchte ich mit meinem Portfolio erreichen? Soll die künftige Rente aufgestockt, passives Einkommen erzielt oder Geld vor Inflation geschützt werden oder wird das Geld für ein anderes konkretes Ziel angelegt?

Sich darüber im Vorfeld klar zu sein ist wichtig, denn die Investmentstrategien richten sich nach dem Anlageziel. Bei Zielen wie einer verbesserten Rente eigenen sich beispielsweise langfristig angesetzte Strategien. Wenn es um ein mittelfristiges Ziel wie der Finanzierung eines Hauses geht, sollten diese angepasst werden.

Weiterhin sollten die eigenen Vorgaben oder Ziele im Handel mit den Assets vorab festgelegt werden. Etwa wie viel Prozent des Einkommens angelegt werden soll. Vor allem zu Beginn ist es ratsam, diesen Anteil gering zu halten, um sich mit dem Thema Geldanlage vertraut zu machen und Stück für Stück zu erhöhen.

Ana Amelia R. Sardá

Ein Ziel und viele Plattformen

Auch die unterschiedlichen Investmentplattformen auf dem Markt sollten vorab betrachtet und es sollte abgewogen werden, welche:r Anbieter:in am besten geeignet ist, um die eigenen Ziele zu erreichen. Hierfür ist es ratsam, ausreichend zu recherchieren. Welche Investmentplattformen gibt es auf dem Markt und zu welchen Konditionen kann auf diesen investiert werden?

Es gibt viele unterschiedliche Anbieter:innen und auch deren Angebote variieren zum Teil stark – insbesondere wenn es um die Gebühren und Spreads, also der Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs, geht.

Aktuelle Trends im Blick behalten

Wenn die passende Plattform gefunden ist, kann das Portfolio erstellt werden. Dies kann vor allem zu Beginn überfordernd sein. Denn Assets gibt es wie Sand am Meer. Doch auch hier gilt: Eine gründliche Recherche ist das A und O.

Dabei macht die Auswahl von Unternehmen mit soliden Kennzahlen wie Aktienrückkaufprogramme, niedrige Verschuldung und positive Bilanzen über mehrere Quartale hinweg circa 50 Prozent der Arbeit aus. Denn diese geben Sicherheit, wenn die Marktbedingungen schlecht sind. Die anderen 50 Prozent bestehen darin, sich über die Unternehmen auf dem Laufenden zu halten.

Mein Tipp: Das Portfolio diversifizieren und zu Beginn in solide Firmen wie etwa S&P- oder DAX-Unternehmen oder Smart-Portfolios investieren. Meist sind deren Kurse etwas stabiler. Doch auch bei den vermeintlich „sicheren“ Aktien ist dennoch zu berücksichtigen, dass diese schwanken können und Kursentwicklungen nur schwer vorhersehbar sind. Ein Risiko bleibt also immer.

Das eigene Wissen als Chance

Das Portfolio sollte divers gehalten werden, um Risiken zu minimieren. Dabei kann die Amateurmentalität als Vorteil genutzt werden: Schau dir das eigene Umfeld genau an und beschäftige dich mit den Marken, die du magst oder gern nutzt.

Aus diesen kannst du dann jene Unternehmen auswählen, die an der Börse gut performen. Mit diesem „Insider-Wissen“ können erfolgreiche Unternehmen frühzeitig erkannt werden.

Schlussendlich ist es ratsam, langfristig zu investieren. Dies erfordert eine gewisse Geduld und Belastbarkeit. Auch spekulative Aktien wie Kryptowährungen können in Betracht gezogen werden. Natürlich erst dann, wenn man sich umfassend mit der Materie befasst hat.

Bitcoin, Ethereum, Dogecoin und Co. sollten jedoch nur einen kleinen Teil des Portfolios ausmachen – etwa 10 bis 20 Prozent. Stabilität im Portfolio kann hilfreich sein; besonders am Anfang.

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