Productivity & New Work Was man von der Entwicklung von Smartphone-Spielen fürs Business lernen kann

Was man von der Entwicklung von Smartphone-Spielen fürs Business lernen kann

Ein Gastbeitrag von Christoph Sachsenhausen, Geschäftsführer von Sunday

Eine Katze aus einem Raum befreien, indem man patrouillierenden Tierfänger:innen ausweicht und clevere Verstecke findet. Im vergangenen Jahr haben wir diese, auf den ersten Blick vielleicht kuriose Idee für ein Smartphone-Spiel umgesetzt – und mit „Cat Escape“ einen waschechten Viral-Hit gelandet.

Dieser Erfolg kam nicht von ungefähr, sondern ist das Resultat vieler verschiedener Faktoren. An dieser Stelle möchte ich erklären, welche drei Learnings ich aus dem „Cat Escape“-Hit gezogen habe – und was dies über die Grundlagen für virale Hits in den 20er-Jahren aussagt.

Nutze die 70:30-Formel

Jedes Hyper-Casual-Game wie „Cat Escape“ braucht ein Thema, das die Menschen begeistert. Eines, das innerhalb weniger Sekunden einen Nerv bei den Nutzer:innen trifft und somit intuitiv und leicht verständlich ist. Sonst wäre es kein Hyper-Casual-Game. Leichter gesagt als getan – denn ein solches Thema zu finden, ist gar nicht so einfach.

Da kommt die „70:30-Formel“ ins Spiel. Dabei geht es darum, dass ein Thema zu 70 Prozent bekannt sein sollte und zu 30 Prozent eigenartig. Man bedient sich also beispielsweise der Jump-and-Run-Spielmechanik der bekannten Super-Mario-Reihe und fügt ein kleines, auf den ersten Blick fremdartiges Element hinzu, mit dem Spieler:innen nicht direkt rechnen.

Das kann zum Beispiel eine weitere Spielmechanik sein, die auf den ersten Blick nicht passt oder ein Thema, das gerade in der Internet-Popkultur stark im Trend ist. Das ist in der Musik übrigens nicht anders. Dort dienen bekannte Melodien, etwa aus der Klassik, als Inspiration und werden mit neuen Elementen weiterentwickelt.

Du hast nur drei Sekunden – mehr nicht

Eine Idee muss in den ersten drei Sekunden begeistern. Ist das nicht der Fall, werden sie mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit am Markt nicht funktionieren. Grund dafür: Die Aufmerksamkeitsspanne von Handy-Nutzer:innen ist extrem kurz. Heute noch viel kürzer als beispielsweise vor fünf Jahren. Dazu beigetragen haben vor allem 15-Sekunden-Insta-Stories und superkurze Storytellingformate auf TikTok.

Bei Mobile-Gamer:innen ist diese kurze Aufmerksamkeitsspanne sehr deutlich sichtbar ausgeprägt. Die Spieler:innen müssen innerhalb der ersten drei Sekunden genauestens verstehen, wie sie gewinnen oder verlieren können, wie sie das Spiel steuern und was das Ziel ist. Sie müssen eine emotionale Beziehung zum Spiel aufbauen – also Freude, Frustration, Angst oder Überraschung spüren. Wenn all das nicht in kürzester Zeit gegeben ist, springt der Funke zu den Nutzer:innen nicht über.

Freunde dich mit dem Scheitern an

Scheitern ist die Grundphilosophie des Unternehmens. Was meine ich damit? Die Entwicklung von Hyper-Casual-Games unterscheidet sich grundlegend von der Entwicklung klassischer Computer- oder Konsolen-Spiele.

Jeden Tag entstehen Ideen am Fließband, von denen fast alle nach kurzer Zeit wieder im Papierkorb landen. Und das ist genauso gewollt. Scheitern ist der Normalfall. Und das muss er auch sein, wenn man schnell die nächste „Hit-Nadel“ im Heuhaufen finden will. Diese Fehlerkultur ist notwendig.

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