Leadership & Karriere Warum das Jahr des Tigers unsere Chance zur beruflichen Neuorientierung ist

Warum das Jahr des Tigers unsere Chance zur beruflichen Neuorientierung ist

Ein Gastbeitrag von Ariane Hunter, Autorin, Rednerin, Beraterin und Gründerin von My Mentors Circle

Dem Volksglauben zufolge steht das jüngst angebrochene chinesische Mond-Neujahr im Zeichen des Tigers für Mut und Energie, Tatendrang und Optimismus, Wettbewerbsfähigkeit, Selbstvertrauen und Risikobereitschaft. Das klingt besonders vielversprechend, wenn man diese Attribute auf das Arbeitsumfeld bezieht, vor allem mit Blick auf das Coronavirus.

Die Pandemie hat sich auf viele Lebensbereiche ausgewirkt. Für einige Menschen war die Veränderung ihrer Arbeitssituation eine besondere Herausforderung. Fragen wie „Warum mache ich eigentlich diesen Job?“ oder „Bin ich wirklich glücklich mit meinem Beruf?“ machen sich in den Gedanken breit. Bei einigen wächst das Bedürfnis nach einer beruflichen Neuorientierung hin zu einer sinnstiftenden Tätigkeit.

Ariane Hunter

Wo genau anfangen?

Viele Berufstätige hinterfragen jetzt ihre eigenen Werte und richten ihre Karrierepläne neu aus – zum Beispiel in Hinblick auf eine längst überfällige Beförderung oder mit einem neuen Bewusstsein für die nötige Work-Life-Balance. Wieder andere sehnen sich nach Veränderung und wollen sich auf den Traum vom eigenen Unternehmen konzentrieren. Doch oft stehen die Menschen vor der Frage, wo sie anfangen sollen.

Grundsätzlich ist es ratsam, den gesamten Prozess von der aktuellen Arbeitssituation bis zum Erreichen des „Traumjobs“ einmal zu skizzieren. Das übergeordnete Ziel vor Augen, lassen sich konkrete To Dos ableiten, die dabei helfen, nicht einfach den nächstbesten Job anzunehmen, sondern fokussiert und Schritt für Schritt zum Traumjob zu gelangen.

Groß denken und ambitionierte Ziele setzen

Da Arbeit einen großen Teil des Lebens ausmacht, sollte man sich nicht zurückhalten, wenn es um große Träume geht. Fragen wie „Für welches Unternehmen, welche Branche will ich arbeiten?“, „Was ist mir aktuell wichtig, wenn es um die Arbeitskultur geht?“ oder „Wie sieht ein erfüllender Job für mich aus?” sollten dabei im Zentrum stehen.

Bei einer Befragung unter deutschen Beschäftigten in der Kommunikationsbranche gaben vergangenes Jahr 44 Prozent an, mehr Zeit in Weiterbildungen oder eine berufliche Umorientierung stecken zu wollen, um sich eben diesen Wunsch nach einem erfüllten Arbeitsleben zu verwirklichen.

Bei einem angestrebten Karrierewechsel sollte man sich im Vorfeld darüber im Klaren sein, wohin man will. Nur so stellt man sicher, dass der nächste Job auch wirklich der „Traumjob“ ist und man nicht weitermacht wie bisher.

Organisation ist die halbe Miete

Ideen zu sammeln und Inspirationen festzuhalten ist ein effektives Mittel, um eine klare Vorstellung davon zu bekommen, wie man den Jobwechsel gestalten will und welche Verbesserungen man mit einen beruflichen Wechsel anstrebt. Dabei hilft es, sich die Unzufriedenheiten mit der aktuellen Tätigkeit vor Augen zu führen, um herauszufinden, was geändert werden muss.

Wichtig ist es, plötzliche Geistesblitze festzuhalten oder interessante Stellenausschreibungen mit Notizen und dem jeweiligen Bewerbungsstatus zu speichern.

Gute Organisation, zum Beispiel mit einer Notiz-App, verringert Stress und garantiert einen optimalen Überblick über den Status Quo der Suche. Mit Evernote ist es besonders einfach, wöchentliche Meilensteine festzulegen. Einfach 3-5 Aufgaben pro Woche erstellen und im Kalender blocken, um sie nachverfolgen und abarbeiten zu können.

Kleine, aber wichtige Schritte auf dem Weg zum Traumjob sind die beste Strategie, um am Ball zu bleiben und sich nicht überfordert zu fühlen.

Prokrastination keine Chance geben

Zeit ist kostbar und die Suche nach einem neuen Job ist ein Projekt, das entsprechende Aufmerksamkeit verdient. Während einer Vollzeitbeschäftigung auf die Suche nach einer neuen Stelle zu gehen ist besonders energie- und zeitintensiv.

Damit man auch wirklich am Ball bleibt, hat Leslie Drate, Marketingexpertin aus den Vereinigten Staaten, ein persönliches Punktesystem entwickelt, das auf die eigenen Ansprüche an eine berufliche Neuorientierung ausgerichtet werden kann. Man legt je nach Bedarf die Anzahl der Punkte fest, die man an jedem „Arbeitstag“ während der Jobsuche erreichen möchte, z. B. 20 Punkte pro Wochentag oder 100 Punkte pro Woche, und trackt dieses wie eine Art To-Do-Liste.

Dann wird jeder spezifischen Aktion ein Punktwert zugeordnet, beispielsweise eine E-Mail schreiben (1 Punkt), eine Bewerbung abschicken (5 Punkte), ein Telefoninterview führen (10 Punkte), ein persönliches Vorstellungsgespräch/Videointerview (20 Punkte) usw.

An den meisten Tagen werden die Zielpunkte innerhalb weniger Stunden erreicht sein. So kann man den verbleibenden Stunden ohne schlechtes Gewissen die freie Zeit genießen. Ziel des Punktesystems ist es, dem neuen Arbeitsplatz mit jedem erzielten Punkt einen Schritt näher zu kommen. Niemand möchte länger als nötig auf Jobsuche sein. Hält man das Punkteziel ehrgeizig, werden die neuen Karriereziele früher als später erreicht.

Hilfe suchen und annehmen

Viele sind der Meinung, persönliche Veränderungen alleine schaffen zu müssen und deswegen keine Hilfe zu brauchen. Doch sicher ist, Träume und Ziele lassen sich viel leichter gemeinsam realisieren! Unterstützung findet man zum Beispiel in Online-Communities oder Netzwerken zum jeweiligen Themenbereich.

Ob es darum geht, ein Anschreiben auf Rechtschreibfehler zu prüfen oder eine zweite Meinung zu einem Lebenslauf einzuholen, es gilt die Regel: Vier Augen sehen mehr als zwei. Auch Mentor:innen oder Coaches sind hilfreiche Sparring-Partner, die zusätzliche Einblicke oder eine objektive Perspektive bieten können, was zu einer Motivationssteigerung führt und den Prozess der beruflichen Veränderung insgesamt beschleunigen kann.

Let’s roar!

Mit diesen Tipps steht einem bedeutungsvollen Jobwechsel nichts mehr im Weg. Dieser Schritt-für-Schritt-Guide schafft Klarheit und einen strukturierten Plan, dass keine Entscheidung mehr überstürzt und vermieden wird, eine Richtung einzuschlagen, die (wieder) nichts mit der Vorstellung einer erfüllenden Beschäftigung zu tun hat.

Hinter jedem Jobwechsel steht der Sinn und Zweck, den eigenen Bedürfnissen und Wünschen gerecht zu werden. Das Jahr des Tigers bringt die notwendige Energie und das Selbstvertrauen für Veränderung mit sich: raus aus der Komfortzone – let’s roar!

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