Productivity & New Work Entscheider: Soll man Kunstwerke im Büro aufhängen?

Entscheider: Soll man Kunstwerke im Büro aufhängen?

JA!

Mama hat immer gesagt: Schau nicht so viel fern, sonst werden deine Augen quadratisch! Nun trag ich zwar eh schon eine Brille, aber ich bin mir sicher, dass ihre Weisheit auch für Computerbildschirme gilt. Augenpausen sind also notwendig. Wenn man den Blick dann durchs Büro schweifen lässt, motiviert eine weiße Wand eher weniger. Sie ist kalt, null inspirierend, auf der Suche nach Ideen keine große Hilfe.

Dahingegen sind Bilder – für mich kleine Fenster zu einer anderen Welt, in denen man für einen Moment dem Arbeitsalltag entschwinden kann – wahre Inspirationsquellen. Etwas mehr Klasse als Katzenkalender darf das Büro schon haben, ein Gemälde muss es aber auch nicht sein. Ideal wäre doch eine Art Galerie im Büro, von der alle profitieren. Und wenn es nur die Bilder sind, die am Kühlschrank daheim keinen Platz gefunden haben. Klar kann man über Geschmack streiten, aber das sollte man ruhig, denn dann kann man gleich den Arbeitsstress rauslassen.

Im Idealfall läuft es aber so: Das Bild gefällt allen, zaubert ein Lächeln auf müde Montagsgesichter und füllt einen sonst so leeren Platz an der Wand. Und es kann noch mehr: In Calls hinterlässt ein Kunstwerk im Hintergrund einen bleibenden Eindruck, bricht Eis, schafft Atmosphäre. Bilder haben kein Haltbarkeitsdatum, ja, für Bilder wird nicht einmal Strom verbraucht. Okay, wenn’s dunkel wird, vielleicht schon. Aber sobald die Sonne aufgeht, erstrahlen die Farben vor natürlicher Energie. Auch wenn Auswahl und Transport vielleicht Geld kosten, ist der Mehrwert durch Kunst für das ganze Kollegium unbezahlbar.

Fazit: Kunst hin oder her, solange sich niemand durch ein Motiv gestört fühlt, gehören kahle Wände bebildert.

von Cedric Papendorf

NEIN!

Ist das Kunst, oder kann das weg? Wirst du diesen Satz von deiner Kollegin hören, heißt das wahrscheinlich so viel wie: Was macht dieser Schrott bei uns im Büro? Tja, hat man halt davon, wenn man seine „Kunst“ mit ins Office schleppt, sie am Arbeitsplatz ausbreitet und den lieben Kolleg:innen damit jeden Tag vor die Nase hält.

Der Tischkalender mit Bildchen von Nagetieren, die Trashposter ähnlichen Fotografien von Autos und überkitschige Landschaften, das Modern Painting ausm Schnäppchenland: Nein, danke! Liebe Claudi, das ist vielleicht in deinen Augen artsy, aber in meinen einfach nur störend. Geschmack geht bei Kunst und Deko einfach zu sehr auseinander, als dass hier jeder im Team seine private Kunst anschleppen könnte. Warum? Erstens: Weil es mich bei meiner Arbeit ablenkt. Zweitens: Weil sich im Büro alle Kolleg:innen wohlfühlen sollten. Drittens: Braucht es überhaupt noch ein weiteres Argument?

Seien wir doch ehrlich: Der Arbeitsplatz ist kein zweites Wohnzimmer. An Wänden austoben kann man sich daheim, so viiiiel man will. Aber das Büro bleibt bitte clean. Ah, Stichwort clean: Es gibt dafür doch extra einen gängigen Begriff in der Office-Welt –richtig: die Clean-Desk-Policy. CDP bedeutet, am Ende des Tages all seinen privaten Kram wieder mit nach Hause zu nehmen. Geteilte Räumlichkeiten bedingen das Prinzip des Teilens: Sharing ist eben Caring. Ich bin mir ganz sicher, dass dieses immer beliebter werdende Konzept auch für die Wände im Büro gilt.

Also: Bevor ihr euch ewig mit den lieben Kolleg:innen über eure Geschmäcker streitet, verteilt eure Kunst lieber nur im privaten Raum. Da kannst du gerne ohne Ende Poster und Paintings anbringen, Claudi!

von Katharina Boecker

Den ganzen Text lest ihr in unserer Ausgabe 2/22. Außerdem: Krypto-Art-Dossier. Big-Wave-Surfen in Portugal. Der CEO der Online-Uni Coursera. Und Cannabis aus Sachsen. Am Kiosk oder hier.

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