Innovation & Future „Mein Arbeitgeber sponsort mir bitte ein Cabrio“ – das sind die idealen Dienstwagen der Gen Z

„Mein Arbeitgeber sponsort mir bitte ein Cabrio“ – das sind die idealen Dienstwagen der Gen Z

Nachdem wir hier in unserer Serie zuletzt erfahren haben, was erfahrene Sales-Mitarbeiter:innen von ihren Autos verlangen, gehen wir jetzt ins Visionäre über: Was will die nächste Generation von Mobilität? Womit beschäftigen die sich? Sind Dienstwagen überhaupt noch zeitgemäß? (Kurze Antwort: offenbar ja.) Und wer kann uns besser Aufschluss auf diese Fragen geben als unsere Leserschaft höchstpersönlich?

Im Folgenden fangen wir fünf berufene Stimmen aus der U-25-Arbeitnehmerschaft ein, die uns Best-Case-Szenarien für das persönliche und berufliche Von-A-nach-B-kommen präsentieren. Sind alle davon umsetzbar? Einerseits ja, einerseits noch nicht – und darin liegt der Reiz. Allen Fuhrparkverantwortlichen und Fahrzeughersteller liefern wir hier erweiterte Marktforschung und gehen konkret in die Produktplanung. Dankt uns später!

Anyway, hier die Wünsche und Visionen der Entscheiderinnen und Entscheider von morgen:

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Pablo, 22, Köln, duales Studium
Als ich eure Frage gelesen habe, dachte ich mir: Was ist das für eine wilde Old-School-Sache? Dann dachte ich mir: Okay, aber eigentlich willst du ja demnächst wirklich einen Dienstwagen. Also warum sich nicht jetzt schon damit auseinandersetzen? Mir ist es wichtig, dass das Teil modular sein wird. Ein bisschen wie ein Transformer. Ich habe keine Lust, immer wieder veraltete Technologie im Auto zu haben, für die ich mich dann schämen muss oder die mich einfach ärgert. Beispiel: Bei meinem Vater im Auto gibt es noch die alten USB-Steckanschlüsse fürs Smartphone. Wir haben aber alle mittlerweile die neuen Stecker. So etwas ist einfach nur doof, dass man da dann ohne Adapter nicht laden kann. Das sollte man alles austauschen können, so wie bei einem sehr guten Gaming-PC. Ich kenne allerdings kein Auto, das so etwas bietet – noch! Wenn das ein Hersteller liest, macht euch an die Arbeit. Oh, und macht bitte auch gleich mal schneller in Sachen dritte Dimension: Ich will in die Luft. In Köln ist der Verkehr einfach nur ätzend. Gebt mir gleich eine Lösung wie Lilium oder Volocopter. Und das soll dann bis Sommer 2023 bitte reif sein, da hört nämlich mein Studium auf – und ich kann bei den Vorstellungsgesprächen direkt danach fragen.
Media Source: Credit: Lilium
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Eliza, 24, Berlin, Junior PR-Beraterin
Ich sage es mal ganz frei raus: Der ideale Wagen, den mir der Arbeitgebern bitteschön sponsort, ist ein Cabrio. Ich glaube, das ist totales Win-Win. Ich bekomme das allertollste Cruise-Mobil für den Sommer, und mein Arbeitgeber kann sich als ultracool inszenieren. Denn natürlich würde ich allen erzählen, dass das mein Dienstwagen ist und dass ich den quasi umsonst bekomme. Je mehr ich darüber nachdenke, macht es mehr Sinn: Ich könnte ausgewählte Leute auf kleine Ausflüge abholen und ihnen dabei von interessanten Kunden erzählen, die vielleicht auch direkt besuchen. Nach vorheriger Absprache natürlich. Und nach Feierabend würde es dann mit den Kollegen raus an den Müggelsee gehen. Wir haben einen ziemlich hohen Durchlauf an Kollegen. Ich kann mir vorstellen, dass so ein Cabrio als Incentive den einen oder anderen etwas mehr an die Firma binden würde. Ich kann mir auch vorstellen, dass man sich so einen Wagen auch teilt und man sich einfach in eine Liste einträgt. Würde das Stress geben? Sicher! Aber das Cabrio wäre es mir dann wieder wert.
Media Source: Jorgen Hendriksen via Unsplash
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Marvin, 25, Leipzig/Halle, Frontend-Developer
Eigentlich brauche ich keinen Dienstwagen. Ich kann hier in der Stadt alles mit dem Fahrrad oder den Öffis abdecken. Ich bekomme von meinem Arbeitgeber allerdings auch keine Pauschale für Mobilität, werde das aber im nächsten Gehaltsgespräch aushandeln – das ist mir wichtig, und als Berufseinsteiger habe ich damals schlicht nicht darauf geachtet. Jetzt aber die Sache, und die ist ein bisschen albern: Mein Bruder arbeitet in der Nähe von Stuttgart für einen großen Betrieb, und er hat dort natürlich einen Dienstwagen bekommen. Er hat auch schon zwei Kinder, darum macht das Sinn. Ich sehe, wie praktisch das sein kann. Denn immer wenn er vorbeikommt, merke ich, wie viel Freiheit das für ihn bedeutet – alle in den Wagen und spontan losfahren. Der persönliche Radius wird auf diese Weise einfach größer. Und in einen Kombi würde ich natürlich auch das Fahrrad bekommen, falls ich mal übers Wochenende privat ins Umland fahre. Alles in allem: Ich kann mir gut vorstellen, im nächsten Job auf einen praktischen und etwas größeren Dienstwagen zu pochen. Vor allem, wenn ich dann demnächst auch mal zu Kunden muss oder teilweise in die Akquise gehe. Mein Bruder macht mir fucking Kombis cool. Werde ich ihm nie sagen können.
Media Source: Murillo de Paula via Unsplash
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Nastasja, 23, Berlin, Junior Sales-Mitarbeiterin
Ich habe zwei konkrete Wünsche. Erstens: Mein idealer Dienstwagen muss elektrisch sein. Fühlt sich einfach mittlerweile besser an. Wenn ich mich mit Kollegen bespreche, merken wir, dass Kunden das auch gleich interessant finden und irgendwie schätzen. Du hast ein anderes Standing, wenn du mit einem E-Auto ankommst. Es wirkt alles gleich ein bisschen frischer und zukunftsweisender. Und es ist praktisch: Wenn ich unterwegs in Calls bin, gibt es quasi keine allzu lauten Nebengeräusche. Es ist wirklich ein großer Unterschied, jedenfalls kommt es mir so vor. Zweitens: Ich arbeite nach Terminen eigentlich am liebsten ganz schnell alles im Auto ab. Warum gibt es nicht eine Art Office-Upgrade von den Herstellern? Also mehr USB-Steckplätze für iPad, Smartphones und Laptop und was man sonst manchmal noch dabei hat. Oder auch ein helleres Display, das wie eine Art Ringlicht funktioniert, falls man mal am Abend in den Videocall muss. Und, das wäre dann der zweite Wunsch, ich kann nicht erwarten, bis richtig autonomes Fahren kommt. Nicht nur Lenkassistenz und diese anderen kleinen Sachen, sondern einfach sagen, wohin man will und das eigene Auto fährt einen ans Ziel. Und man kann sich in aller Ruhe vorbereiten.
Media Source: Andrew Roberts via Unsplash
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Mara, 24, Zürich, Pharma
Ich will, dass mein Dienstwagen in Richtung Tech-Spielzeug geht. Er sollte ein gutes Media-Entertainment-System haben. Gute Boxen sind mir wichtig. Auch – und ich weiß, dass das eigentlich selbstverständlich ist – gute Sitze. Ich werde nicht an der Arbeit an den Stehdesk gehen, um mir dann im Auto den Rücken zu ruinieren. Und noch etwas: Tankkarte, bitte! Aber denken wir mal etwas größer: Wenn alle gerade Kollabos machen, warum bekommt man dann nicht auch mit dem Dienstwagen Perks? Das Auto müsste eine Art Eintrittskarte sein, zum Beispiel für exklusive Fitnessstudios, wo man dann reservierte Parkplätze hat. Oder man bekommt im Dienstwagen eine Art Goodie Bag mit immer nachgefüllten Essentials wie Wasserflaschen, Obst, Snacks – wie in der Business Class im Flugzeug. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das ein riesiger Kostenpunkt sein kann. Zur Zufriedenheit der Angestellten sollte das doch drin sein.
Media Source: Jenny Ueberberg via Unsplash

Das ist das Endergebnis: Die Gen Z wünscht sich vom Dienstwagen ein fliegendes Entertainment-Mobil mit batterieelektrischem Antrieb und nie endender Obstversorgung – und das bitte ohne Dach über dem Kopf. Für uns eigentlich nachvollziehbare Wünsche. Wir sind gespannt, wie die Industrie und das innovative Fuhrparkmanagement die Impulse unserer Leserschaft aufgreift und umsetzt.

Skizzen, Renderings und Fotos von Prototypen gerne an redaktion (at) business-punk.com – wir sind gespannt!

Weitere spannende Beiträge zum Thema Intelligentes Flottenmanagement findet ihr auf unserer Themenseite.

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