Life & Style Instagram, bleib bitte einfach so wie du bist (oder ich bin weg)

Instagram, bleib bitte einfach so wie du bist (oder ich bin weg)

„Lass die andern sich verändern und bleib so wie du bist“ halte ich eigentlich für eine der hohlsten Aussagen, die die Popwelt in den letzten Jahren so hervorgebracht hat – sorry MoTrip. Denn selbstverständlich ist die Weiterentwicklung der eigenen Person ein wichtiger Prozess. Doch in diesem besonderen Fall passt die Aussage perfekt: Bitte Instagram, bleib einfach so wie du bist.

In den letzten Wochen rollte Instagram bei immer mehr User:innen einen neuen Feed aus, der sich an TikToks Fullscreen orientiert. Ich benötige aber keinen billigen TikTok-Abklatsch mit Video-Content, der so oder so ähnlich schon vor Monaten auf der chinesischen Plattform viral ging. Das Schöne an Instagram war bisher immer, dass ich in der Bahn beim Musik hören, unterhaltsame oder schöne Bilder und News konsumieren konnte.

Doch damit ist im neuen Feed Schluss. Selbst wenn ich auf den „Gefolgt“-Feed klicke, bekomme ich auf einmal nur noch Reels und Videos angezeigt. Dass ich dafür TikTok auf meinem Handy installiert habe, scheint Instagram nicht zu interessieren.

Die ewige Kopie mit großem Einfluss

Dass Instagram sich an neue Trends anpasst, ist dabei nichts Neues. Bereits 2016 führte die Meta-Plattform Stories ein, nachdem zunächst Snapchat mit temporären Video-Postings im 9:16-Format große Erfolge feiern konnte. Anfangs waren die Vorwürfe der Kopie noch laut, doch schon nach einiger Zeit konnte Instagram das Wachstum von Snapchat wieder einfangen.

Nun soll das Ganze also erneut passieren. Nicht in dem man sich eigene neue Features ausdenkt, die auf die bisherige DNA aufbauen. Nein, es soll schon wieder einfach die Kopie eines erfolgreichen Trends herumreißen. Doch ich glaube, dass ich hierbei nicht nur für mich schreibe, wenn ich mir das „alte“ Instagram zurückwünsche. Noch einmal will ich der Plattform einen so billigen Move nicht zugestehen.

Dabei geht es noch nicht einmal nur um mein eigenes Konsumverhalten, Creator:innen oder Medienhäuser wie wir, sind abhängig von den Algorithmen der Social-Media-Plattformen. Ein so großer Einschnitt in die bisherigen Funktionsweisen kostet eine Menge Reichweite. Wer nicht mit der neuen Contentform mitgehen will oder kann, bleibt auf der Strecke.

Neben mir scheint das auch eine Menge anderer Menschen zu bewegen. Auf Change.org setzte sich die Petition „Make Instagram Instagram again“ gegen die TikTokifikation der Plattform ein. Mit Erfolg: derzeit zählt die Petition knapp 130.000 Unterstützer:innen (Stand: 26.07.22). Ich bin also nicht allein damit, wenn ich MoTrips Chartshit um eine Zeile ergänze und sage: „Lass die andern sich verändern und bleib so wie du bist, oder ich bin weg“.

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