Ablage Etienne Kiefer: „Metaverse ist kein Begriff, den ein Riesenkonzern definieren kann“

Etienne Kiefer: „Metaverse ist kein Begriff, den ein Riesenkonzern definieren kann“

Etienne Kiefer ist Kreativchef bei der Whatsapp-Marketing Agentur Charles aus Berlin. Für die NGO WWF hat er eine Metaverse-Erfahrung entworfen, die auf die Plastikkrise aufmerksam machen soll. Ein Gespräch über die Unterschiede von Meta und Metaverse und Tools für Kreative.

Facebook investiert in diesem Jahr 10 Milliarden in Entwicklung und versucht den Begriff des Metaverse für sich zu vereinnahmen. Das ist aber nicht so einfach, oder? 

Metaverse, das ist kein Begriff, den so ein Riesenkonzern einfach definieren kann. Wir haben mit Meta nichts zu tun. Der Begriff Metaverse wird gerade von allen gemeinsam definiert. Später wird es vermutlich sowas wie ein Google für viele Metaverses geben.

Etienne Kiefer

Wie kann man das Metaverse unabhängig von Meta definieren?

Das Metaverse ist ein virtueller Raum, um Menschen zu treffen. Das Internet war ein Raum mit Infos. Das Social Web erlaubte es, den Inhalt selbst als User:in mitzudefinieren. Jetzt kommt noch die immersive Erfahrung dazu. Das Eintauchen in eine real wirkende digitale Welt.

Das Internet funktioniert gerade vor allem über Smartphones. Was kommt als nächstes?

Bei den VR- und AR-Brillen gibt es neue Ansätze. Da wird von deinem Handy direkt auf die Brille projiziert. Darauf wird es wohl hinauslaufen, um das Metaverse zu nutzen.

Eindrücke aus dem WWF-Metaverse

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Das Metaverse wird wie die früheren Internet-Welten auch entscheidend für viele Marken sein, um Erfolg zu haben. Aber verstehen die, wie man das Metaverse richtig nutzt?

Die meisten Metaverses haben noch nicht diesen spielerischen Aspekt, den Games mitbringen. Den brauchen sie aber, damit Leute wiederkommen wollen. Das Web 3 ist für die Marken spannend, weil sie alles im Internet abbilden können, was zu ihrem Geschäft gehört. Gucci hat ein Metaverse mit eigener Kryptowährung. Davon träumt doch jede Marke! Und stell dir vor, die Lufthansa hätte ein Metaverse, in dem du mit virtuellen Flugebeleiter:innen reden kannst, dein Menü bestellst. Das Virtuelle muss mit der echten Welt verknüpft sein, damit es den Leuten etwas bringt.

In deinem WWF-Metaverse geht es aber nicht ums Verkaufen von Produkten.

Der neuen Ansatz ist „Play to donate“. Man kann digitale Collectibles kaufen, die im Metaverse ihren Platz haben und dort für Interaktionen genutzt werden können, die den Wert dieser Collectibles steigert. Ähnlich wie bei Play to earn. Diese können dann als NFTs auf Marketplaces gehandelt werden.

Bei World of Warcraft war es umgekehrt…

Ja, das war das Prinzip „Play to earn“. Du musstest dir eine bestimmte Waffe im Spiel sichern. Die konntest du dann für reales Geld weiterverkaufen.

Wie baut man, ganz konkret gesprochen, ein Metaverse?

Ich brauche ein gewisses Verständnis für 3D-Spiele. Die üblichen Programme dafür sind das freie Blender und Cinema 4D. Um ein Spiel aus den 3D-Modellen zu bauen, nutzt man dann Anwendungen wie Unity oder die Unreal Engine. Das ist bisschen wie Apple und Android. Mit Unreal kann man schönere Welten bauen. Unity ist ein guter Weg, um Erlebnisse auf Mobilgeräten umzusetzen.

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