Green & Sustainability Die CEO von Simply V im Interview: „Käse zu machen ist eine Kunst“

Die CEO von Simply V im Interview: „Käse zu machen ist eine Kunst“

Ein Käsemuseum mitten in Berlin? Genau das gibt es jetzt. Denn das Food-Unternehmen Simply V hat gemeinsam mit der Organisation Veganuary eine Ausstellung eröffnet, die es noch bis zum 29. Januar zu erleben gibt. Das „Musuem of alternative Cheese“ zeigt Werke von Künstler:innen – von Fotografie über Malerei bis hin zu digitaler Kunst. Alle vereinen das Thema Käse, also genaugenommen pflanzlichen Käse.

Mit dabei sind unter anderem Oliver „Ollanski“ Bieräugel mit seiner vielfach ausgezeichneten Papierkunst und Ju Schnee, die mit ihrer Kunst Realität und virtuelle Welten verschmelzen lässt. Integriert in das Museum ist ein kleines Café, in dem man á-la-carte verschiedene Gerichte, zubereitet mit Simply-V-Produkten, bestellen kann.

Wir haben mit Caroline Zimmer, der CEO von Simply V über das Konzept des Museums gesprochen. Außerdem erzählt sie im Interview, was Simply V zum Marktführer in seinem Segment macht und wie die Zukunft der Käse-Alternativen aussehen wird.

Caroline Zimmer (l.) auf der Vernissage in Berlin. Foto: Niluh Barendt

Frau Zimmer, das Museum of alternative Cheese wurde gerade geöffnet. Was verbindet Käse und Kunst?

Käse zu machen ist eine Kunst, schon deshalb passen Käse und Kunst gut zusammen. Vor allem aber machen wir Käse-Alternativen, die die Veränderung des Ernährungsverhaltens widerspiegeln, die in den letzten Jahren stattgefunden hat. Und genau das macht ja auch die Kunst: Kunst bildet Realität ab und führt uns Veränderungen vor Augen.

Und noch etwas lässt sich damit aufzeigen: Mittlerweile stehen Käse sowie Käse-Alternativen bei vielen ganz selbstverständlich auf dem Speiseplan – heute so, morgen so. Damit sind Käse-Alternativen im Alltag relevant geworden. Mit der Kunst als Abbild von Realität lässt sich dieser Alltag hervorragend darstellen: Den Kunstwerken ist es schließlich nicht anzusehen, ob dafür konventionelle Produkte oder Käse-Alternativen Modell gestanden haben.

Was erhoffen Sie sich von der Ausstellung?

Unsere Food-Art soll Denkanstöße liefern und unsere Position als zeitgeistige Marke unterstreichen, die aktuelle Essgewohnheiten aufgreift und kreativ damit umgeht.

Warum Berlin und nicht im Allgäu, wo Simply V seinen Standort hat?

Pflanzliche Ernährung ist ja mittlerweile ganz selbstverständlich geworden und hat ihren Platz in der Mitte der Gesellschaft gefunden. Deshalb liegt das Museum auch im quirligen Szeneviertel Berlin Mitte. Wir ziehen mit unserem Pop-up-Museum noch mehr Aufmerksamkeit auf das Thema und bringen diesen Ernährungsstil samt Simply V wortwörtlich in aller Munde.

Das Kunstwerk von Ju Schnee im Museum of Alternative Cheese. Foto: Niluh Barendt

Simply V ist Marktführer in seinem Segment. Was haben Sie von Anfang an anders gemacht?

Wir haben die Zeichen der Zeit sehr früh erkannt, weil wir ein aktives Trendmonitoring betreiben. Dabei haben wir vor etwa acht Jahren festgestellt, dass sich unsere Esskultur in den letzten Jahren stark gewandelt hat. Es ist immer wichtiger geworden, das Angebot an pflanzlichen Lebensmitteln zu erweitern. Käse beziehungsweise eine pflanzliche Alternative spielt dabei eine ganz zentrale Rolle, weil kaum jemand auf leckeren Käse verzichten möchte.

Wann sind Sie in den Markt eingestiegen?

Mit Simply V haben wir 2015 die erste wirklich überzeugende Alternative für Käse auf den Markt gebracht. Wir waren die ersten, die eine rein pflanzliche Käse-Alternative flächendeckend in die Kühlregale des klassischen Lebensmitteleinzelhandels gebracht und damit die Tür für diese Kategorie ganz weit geöffnet haben.

Das Allgäu ist bekannt für seine Sennereien und Kuhbauernhöfe, die mit Käse und Milch ihr Geld verdienen. Wie reagieren die auf ihren Vorstoß, Käse-Alternativen zu produzieren?

Anfangs wurden wir natürlich kritisch beäugt, aber der Umzug unserer Produktentwicklung in eine ehemalige Sennerei ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich die Dinge auch im Allgäu entwickeln: In der ehemaligen Sennerei in Gestratz war vor Simply V die Allgäuer Käserei Baldauf ansässig. Als deren Neubau in Goßholz fertiggestellt war, gab Baldauf die Sennerei zurück an die Eigentümer, eine zwölfköpfige Genossenschaft, so dass die Räume erst einmal leer standen.

Wie ging es dann weiter?

Als wir die Räumlichkeiten dann pachten wollten, waren die Genossenschaftler anfangs sehr zögerlich. Ob das denn passen würde, die Produktentwicklung für Käse-Alternativen hier anzusiedeln, wo einmal bester Allgäuer Käse hergestellt wurde? Doch nach einigen Gesprächen – und Verkostungen – waren die Genossenschaftler überzeugt und der Umbau konnte beginnen.

Wie wird sich der Markt für Käse-Alternativen in Zukunft entwickeln?

Käse-Alternativen sind ein Wachstumsmarkt, und das wird in den nächsten Jahren auch so bleiben. Wir gehen davon aus, dass sich der Markt noch weiter ausdifferenziert, dass noch weitere Anbieter hinzukommen. Die Qualität der Käse-Alternativen wird bis 2030 weiter steigen und es werden alle Käsegattungen bedient. Bis dahin werden im Käsebereich etwa zehn Prozent auf pflanzenbasierte Käse-Alternativen entfallen.

Welche ist die aktuell größte Herausforderung in diesem Markt?

Nach wir vor stellt uns die Rohwarenverfügbarkeit vor große Herausforderungen. Lieferengpässe bei den Rohwaren führen zu steigenden Preisen, ebenso wie die Energie, die deutlich teurer geworden ist. Das macht uns natürlich zu schaffen, aber trotzdem wollen und werden wir alle Produkte in der gewohnt hohen Qualität liefern. Und das ist auch entscheidend, wenn in Zeiten sinkender Kaufkraft der Preis eines Produktes eine wichtige Rolle spielt.

Bei den pflanzlichen Käse-Alternativen lässt sich das gut daran ablesen, dass vor allem Handelsmarken hohe Wachstumsraten verzeichnen. Ihr Marktanteil liegt – zusammengenommen – mittlerweile zwar bei rund 30 Prozent, damit aber deutlich hinter Simply V. Und das liegt sicherlich am Geschmack und der Qualität unserer Produkte, die Konsumenten einfach schätzen.

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