Leadership & Karriere Warum dein Linkedin-Game darüber entscheidet, ob du CEO wirst

Warum dein Linkedin-Game darüber entscheidet, ob du CEO wirst

Ein Gastbeitrag von Benjamin Körner, Co-Gründer und -CEO der Executive-Search-Beratung Steerer

Egal, ob CEO, VP Data, CTO oder Director Business Development – wenn ich mit Kandidaten und Kandidatinnen spreche, die sich gerne verändern möchten, lautet einer meiner häufigsten Tipps tatsächlich: „Positioniere dich bei Linkedin so, wie es deiner nächsten Rolle entsprechen würde“.

Was ich damit meine? Ganz einfach: Unternehmen suchen für Führungspositionen Persönlichkeiten, die die zu besetzende Position bereits zu großen Teilen ausfüllen – und niemanden, den sie erst dorthin entwickeln müssen. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Headhunter:innen nach spezifischen Kriterien suchen, auch bei Linkedin. 

Leider setzen tatsächlich die wenigsten ihr Linkedin-Profil strategisch klug auf und verpassen es so unter Umständen schon in erster Instanz, bei Headhunter:innen auf dem Radar zu landen.   

Fünf Impulse für deinen Linkedin-Karriere-Booster

Schon kleine Tweaks können einen großen Unterschied machen – daher kommen hier meine fünf Top-Impulse für alle, die in den kommenden Monaten neue Wege gehen wollen. 

1. Ein Zielbild als unverzichtbare Basis für deine berufliche Reise 

Die (gedankliche) Grundlage für alle Inhalte deines Linkedin-Profils sollte deine nächste Wunschposition sein. Überlege dir also bereits heute, für welche Position du zukünftig angesprochen werden möchtest. Und dann sehr explizit und ausführlich beschreiben, wo sich die Anforderungen der aktuellen und der gewünschten Position schon heute überschneiden. Denn genau damit kannst du beispielsweise unterstreichen, dass du die Anforderungen rund um den nächsten Karriereschritt bereits in großen Teilen erfüllst. 

2. Mehr ist mehr 

Ein Linkedin-Profil kann kaum ausführlich genug sein, doch nur die wenigsten nutzen diese Möglichkeit voll aus. Neben dem Titel jeder beruflichen Station könntest du daher detailliert beschreiben, was du dort getan und erreicht hast, beziehungsweise tust und wofür du verantwortlich warst oder bist. Wichtig: Füge auch die fünf wichtigsten Fähigkeiten für die jeweilige Position hinzu. Darüber hinaus solltest du sichtbar an den Skills arbeiten, bei denen du noch Lücken hast, zum Beispiel indem du erworbene Zertifikate oder andere Fortbildungsmaßnahmen aufführst.

3. Nutze die Infobox für Kontext und Hintergründe

Über die Infobox kannst du Headhunter:innen gewissermaßen eine „Interpretationsvorlage“ für deinen Lebenslauf an die Hand geben – welche Ambitionen stecken hinter deinen Wechseln und welche Vision treibt dich an? Zusätzlich kann es helfen, wenn du die Infobox als Elevator-Pitch verstehst: Hier hast du die Chance, dich schon ganz am Anfang des Profils zu positionieren.

LinkedIn
Autor und Co-CEO der Executive-Search-Beratung Steerer Benjamin Körner

4. Lass dir Empfehlungen geben

Empfehlungen bei Linkedin werden meiner Meinung nach unterschätzt: Nur weil sie ganz am Ende des Profils zu finden sind, sind die Empfehlungen von (ehemaligen) Weggefährten:innen definitiv nicht weniger wichtig. Ja, sie sind selten objektiv. Dennoch können sie wertvolle Anhaltspunkte geben, zum Beispiel wenn die Person aus dem gleichen Netzwerk wie dem der Headhunterin oder des Headhunters stammt.

5. Ehrlichkeit ist das A und O

Bei all dem, was man auf Linkedin tut, geht es explizit nicht darum, dass man die Unwahrheit erzählen oder maßlos übertreiben sollte – das würde ohnehin sehr schnell auffallen. Als Kompass hilft die Vorstellung, ob deine Kolleg:innen oder dein:e Chef:in dem Geschriebenen zustimmen würden oder stattdessen gar verärgert wären (zum Beispiel da Interna preisgegeben werden oder du dich mit falschen Federn schmückst).

Keine Frage: Es kostet Zeit und Arbeit, sein Linkedin-Profil von Grund auf zu überarbeiten, sich fundierte Gedanken über seine (Selbst-)Darstellung zu machen und dies idealerweise alle 12 bis 18 Monate zu wiederholen. Diese Aufwände sind aber ohne Frage gut investiert. Linkedin ist deine digitale Visitenkarte und entscheidet öfter, als du vielleicht glaubst darüber, ob du auf der Shortlist von Headhunter:innen und Unternehmen landest. Also – go for it!

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