Personal Finance Wie Pigtie mit Micro-Investing das Zuhause für Finanz-Newbies werden will

Wie Pigtie mit Micro-Investing das Zuhause für Finanz-Newbies werden will

Mittlerweile ein Standardvorgang: im Restaurant oder Café mit Karte an der Kasse bezahlen und automatisch auf den nächsten Eurobetrag aufrunden. Über das Trinkgeld freuen sich die Gastro-Angestellten, doch was wäre, wenn man sich stattdessen selbst das Trinkgeld zahlt? Dafür will Pigtie sorgen. Das Fintech aus München hat eine Plattform entwickelt, über die die Gen Z durch das Geben von Trinkgeld investieren lernen soll.

Das Prinzip funktioniert so: Kauft man sich einen Kaffee, wird die Bezahlung in der Pigtie-App kostenlos auf den nächsten Euro aufgerundet. Der aufgerundete Betrag wird anschließend in ETFs investiert. Langfristig sei es das Sinnvollste, passiv in diversifizierte ETFs zu investieren, sagt Co-Gründer Maximilian Klinke. Aufgerundet wird vornehmlich auf den nächsten oder übernächsten Euro, auf den fünftnächsten ist das Maximum.

Bevor die beiden Co-Gründer Maximilian Klinke und Christian Maksymiw mit Pigtie gestartet sind, arbeiteten sie bereits an mehreren Startup-Projekten zusammen und kamen immer wieder auf das Thema Geld und Finanzen zu sprechen. „Im Endeffekt haben wir verschiedene Wege ausprobiert“, sagt Klinke. „Und festgestellt, dass es keine ganzheitliche Lösung auf dem Markt gibt, um die persönlichen Finanzen selbst in die Hand zu nehmen.“

Ohne Bankenabhängigkeit

Gegründet wurde Pigtie dann im Oktober 2020, der Launch fand im März 2021 statt. Finanziert hat sich das Startup durch eigenes Kapital, außerdem erhielt Pigtie einen Zuschuss vom Staat, im Juli 2022 dann ein sechsstelliges Pre-Seed-Investment.

Pigtie ist dabei unabhängig, nicht das Innovationsprojekt einer Großbank, die im Hintergrund steht. Verbunden werden kann jede Art von Bankkonto und Karte, solange die Onlinebankingfunktion eingerichtet ist. Dass sich die App an Newbies richtet, zeigt auch die Tatsache, dass man in ihr ein Konto eröffnen kann – falls man noch keines hat.

„Die Partner, bei denen unsere User in der App ein Depotkonto eröffnen können, werden sorgfältig basierend auf Nutzerfreundlichkeit von uns ausgewählt“, sagt Klinke. Durch die Bankverknüpfung mit der App verfügt Pigtie lediglich über eine Kontoeinsicht, kann aber keine Überweisungen oder sonstigen Kontoaktivitäten durchführen.

Passend dazu findet man seit Mitte 2021 in der Pigtie-App auch eine Art Wissensplattform, über die sich alle Infos suchen lassen. Denn Klinke und Maksymiw merkten schnell, dass die potenziellen Nutzer:innen zwischen 15 und 18 Jahren überhaupt erst das Grundwissen benötigen. „Wir wollen nicht nur, dass junge Menschen investieren, sondern auch, dass sie ihre gesamte Finanzplanung in die eigene Hand nehmen“, sagt Klinke.

„Wir wollen nicht nur, dass junge Menschen investieren, sondern auch, dass sie ihre gesamte Finanzplanung in die eigene Hand nehmen“

Geld verdient Pigtie über Provisionen für die Eröffnung der Depotkonten. „Mehr als die Hälfte der Nutzerinnen und Nutzer haben anfänglich kein Depotkonto“, sagt Klinke. Noch in diesem Jahr will sich Pigtie außerdem über einen Premiumservice monetarisieren, der als eine Art „Finanz-Cockpit“ launchen soll.

Über 5 000 Nutzer:innen hat Pigtie mittlerweile gewinnen können. Für die soll Pigtie das „Financial Home der Generation Z“ werden, wie Klinke sagt.
Und das in Krisenzeiten – das Fintech zeigt sich jedoch optimistisch: „Krisen stellen für die persönliche Finanzplanung immer auch Chancen dar.

Jetzt ist beispielsweise ein guter Zeitpunkt, um mit dem Investieren zu starten, weil die Aktienpreise niedrig sind“, sagt Klinke. „Gleichzeitig können wir die Inflation für uns verwenden, um darauf aufmerksam zu machen, das Geld nicht auf dem Konto anzusparen.“

Da ist das Ding! Dieses Mal dreht sich in unserem Dossier alles um das ewige Leben. Was geht bei KI, Kryotechnologie, Longevity und Brain-Uploads? Außerdem: Hollywoods Indie-Genie Todd Field über Cancel-Culture, ein Graf aus Bayern begeistert die Gen Z auf Tiktok mit Benimm-Videos und wir haben uns die Startupszene von Stockholm genauer angesehen. Viel Spaß beim Lesen! Hier gibt es das Magazin zum Bestellen.

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