Leadership & Karriere Darf man bei der Urlaubsplanung im Job egoistisch sein?

Darf man bei der Urlaubsplanung im Job egoistisch sein?

JA!

Wer sich selbst nicht liebt, kann auch niemand anderes lieben, heißt es doch immer. Und Selbstliebe beginnt damit, sich den Urlaub so zu legen, wie man ihn eben gerne hätte – und wie er einem den ihm zugedachten Dienst erweist: Erholung und Kraft tanken. Lasst euch bloß nicht einreden, dass Kolleg:innen mit Kindern irgendeinen Vorzug haben sollten. Die haben sich schließlich selbst dafür entschieden, ein Kind in die Welt zu setzen. Im besten Falle überschneiden sich die Urlaubstage von Familien sowieso nicht mit denen der Kinderlosen. Denn wer bucht schon freiwillig in den Schulferien überlaufene Unterkünfte?

Außerdem leben wir hier immer noch in einer Leistungsgesellschaft. Da gilt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Nur weil sich wer anders nicht früh genug mit der eigenen Jahresplanung beschäftigt, musst du dich nicht einschränken. Da muss sich dann auch niemand wundern, wenn schon Ende Januar die besten Slots zwischen den Brückentagen vergeben sind. Ganz im Gegenteil: Wer von seinen Kolleg:innen verlangt, dass diese sich erst mit der gesamten Belegschaft absprechen, ist doch hier das eigentliche Arschloch.

Absolut anmaßend, eine Person, mit der man lediglich dasselbe Büro teilt, dazu aufzufordern, die Freizeitgestaltung nach der eigenen zu richten. Wenn ich gerade ein passendes Urlaubs-Getaway zum Schnäppchenpreis finde, werde ich einen Teufel tun und davor noch mal eine Rundmail an alle zu schicken. Wer weiß schon, wie lang das Angebot gilt.

Michael Gnahm

NEIN!

Hach ja, Urli ist was Tolles! Und ja, ich sage immer „Urli“ und nicht „Urlaub“, weil diese angenehme und oft dringend notwendige Auszeit im Berufsalltag eine Verniedlichung mehr als alles andere verdient hat, auch wenn ich genau weiß, bei welcher Kollegin sich gerade die Nackenhaare aufstellen. Sorry not sorry! Und gerade, weil der Urli für jeden arbeitenden Menschen etwas so Schönes ist, muss auch die Planung im Einklang miteinander passieren.

Wir wissen alle, dass Vorfreude die schönste Freude ist, dementsprechend ist die Planung auch schon Teil des eigentlichen Urlis. Harmonie, please! Dieses Thema darf niemals zu Streitigkeiten im Team führen. Diskussionen sind natürlich okay, dabei sollten alle allerdings ruhig und sachlich bleiben. Immer. Rücksicht und Teamgeist sollten Leitgedanken sein. Und sicherlich hat niemand Bock, zu folgenden Tagen von morgens bis abends im Büro zu hocken: Ostern, Pfingsten, die Wochen im Hochsommer, Weihnachten, montags, freitags.

Leider wird zu diesen Anlässen nicht das ganze Land runtergefahren, irgendwer steht immer in Dienst und Verantwortung. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter: Nicht nur ist die frühe Absprache untereinander wichtig, sondern auch, dass man den Kolleg:innen mal den Vortritt lässt. Stichwort Karma. Gutes kommt bekanntlich zurück. Schon Business-Coach Immanuel Kant wusste mit dem kategorischen Imperativ: Plane so, wie du dir von anderen wünschst, dass sie planen.

Katharina Boecker

Da ist das Ding! Dieses Mal dreht sich in unserem Dossier alles um das ewige Leben. Was geht bei KI, Kryotechnologie, Longevity und Brain-Uploads? Außerdem: Hollywoods Indie-Genie Todd Field über Cancel-Culture, ein Graf aus Bayern begeistert die Gen Z auf Tiktok mit Benimm-Videos und wir haben uns die Startupszene von Stockholm genauer angesehen. Viel Spaß beim Lesen! Hier gibt es das Magazin zum Bestellen.

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