Innovation & Future „Das Subscription-Modell ist eines der am schnellsten wachsenden Segmente im Mikromobilitätsmarkt“

„Das Subscription-Modell ist eines der am schnellsten wachsenden Segmente im Mikromobilitätsmarkt“

Gerade mal 18 Monate nach dem offiziellen Launch zählt der E-Mobility-Abo-Service Dance 10.000 Mitglieder in Berlin, Hamburg, München, Wien und Paris. Das Startup konnte außerdem frisches Kapital von neuen Investoren einsammeln. Wir haben mit Gründer und CEO Eric Quidenus-Wahlforss über die bisherige Entwicklung von Dance und die Zukunftspläne des Unternehmens gesprochen und ihn gefragt, warum eigentlich so viele Promis bei Dance investiert sind.

Lieber Eric, ihr habt Dance vor drei Jahren gegründet und vor zwei Jahren die ersten Bikes gelauncht. Welche Vision steckte damals dahinter und hat sich etwas daran verändert?

Dance wurde vor drei Jahren mit der Vision gegründet, Städte lebenswerter zu gestalten: aktiver, vernetzter und nachhaltiger. Unser Hauptziel dabei ist es, mehr Menschen dazu zu ermutigen, ein E-Bike anstelle eines Autos zu nutzen. Unser Modell soll dazu beitragen, den Trend hin zur vermehrten Nutzung von Autos, den ich persönlich in den letzten zwanzig Jahren beobachtet habe, umzukehren. Und obwohl die Pandemie mehr Menschen dazu ermutigt hat, über das Radfahren nachzudenken, besteht immer noch eine Marktlücke für einen ganzheitlichen Ansatz zur Mobilität.
Wir sind fest davon überzeugt, dass es Platz für eine dritte Art des Fahrens gibt: weder herkömmlicher Besitz noch reines Sharing. Sondern vielmehr ein Abonnement, das unseren Mitgliedern Flexibilität und Bequemlichkeit bietet und sie gleichzeitig dazu motiviert, alternative Fortbewegungsmittel häufiger zu nutzen.

Unsere Vision hat sich in den letzten drei Jahren nicht geändert. Wir bleiben engagiert in unserer Mission, die Städte lebenswerter zu machen, indem wir den Zugang zu alternativen Fortbewegungsmitteln so einfach wie möglich gestalten und gleichzeitig den bestmöglichen Service bieten. Unsere Ambitionen, eine globale Bewegung zu erreichen, sind nach wie vor stark und wir sind entschlossen, diesen Weg weiter zu verfolgen.

Was ist dein Resümee, wenn Du auf die letzten Jahre blickst?

Wenn wir auf die letzten Jahre bei Dance zurückblicken, können wir mehr als stolz sein. Unser Team hat in den letzten Monaten tolle Erfolge erzielt und unser Engagement für eine nachhaltige urbane Mobilität vertieft. Wir sind nicht nur in neue Märkte expandiert, sondern haben auch unser Geschäftsmodell kontinuierlich weiterentwickelt, neue Produkte eingeführt und unser Angebot erweitert, um den Bedürfnissen unserer Mitglieder besser gerecht zu werden. Neben unserer Heimatstadt Berlin sind wir mittlerweile in Hamburg, München, Wien und Paris aktiv.
Ein weiterer wichtiger Schritt war die Einführung von „Dance for Business“ – einem Programm, das es Unternehmen ermöglicht, ihren Mitarbeitern ein E-Bike- oder E-Moped-Abonnement als attraktives Benefit anzubieten. Unternehmen haben die Flexibilität, die monatlichen Mitgliedschaften ihrer Mitarbeiter zu übernehmen, und dies geschieht mit minimalem Verwaltungsaufwand und ohne langfristige Bindung.

Wir sind sehr zufrieden mit dem Wachstum unserer Communities, insbesondere in Paris. Es freut uns besonders, dass viele unserer Mitglieder von Autos auf E-Bikes umgestiegen sind. Tatsächlich nutzten mehr als die Hälfte (52%) unserer Community vor ihrer Mitgliedschaft bei Dance hauptsächlich das Auto für ihre Mobilität.

Was waren die größten Herausforderungen?

Während der COVID-19-Pandemie waren wir mit einigen Herausforderungen konfrontiert, eine davon betraf unsere Lieferkette. Die Pandemie führte zu Verzögerungen und Unsicherheiten, die über unsere ursprünglichen Pläne und Erwartungen hinausgingen. Diese unvorhergesehenen Hindernisse erforderten von unserem Team Anpassungsfähigkeit und Durchhaltevermögen, um sicherzustellen, dass wir unseren Service in den Städten aufrechterhalten konnten, in denen wir aktiv sind.

Die Suche nach qualifiziertem Personal war auch nicht immer einfach. Bei Dance haben wir hohe Standards – dies gilt für alle Jobkategorien, aber insbesondere für Mechaniker/innen, die eine Schlüsselrolle in den Städten spielen, in denen wir tätig sind und zur Sicherheit und Funktionalität unserer E-Bikes und E-Mopeds beitragen. Trotz aller Widrigkeiten haben wir es aber geschafft, ein starkes Team aus engagierten Fachleuten zusammenzustellen.

Erst neulich habt ihr 12 Millionen Euro geraised und jetzt konntet ihr wieder neue Investoren überzeugen. Dabei kämpfen viele Startups ja gerade damit, neues Funding zu bekommen. Was hat Eure Investoren überzeugt?

Es stimmt, die Zeiten für VC-finanzierte Startups sind gerade nicht einfach. Investoren handeln viel vorsichtiger und bedachter als noch vor zwei Jahren. Grundsätzlich hat diese Entwicklung aber nicht nur negative Seiten. Startups müssen heute mehr denn je beweisen, dass ihre Geschäftsmodelle nachhaltig und zukunftsfähig sind. Das ist uns bei Dance gelungen: Seit unserem offiziellen Launch im Frühjahr 2022 sind wir dynamisch gewachsen und haben jetzt  einen Meilenstein von 10.000 Mitgliedern erreicht. Es festigt unsere Position als eines der führenden Unternehmen im Bereich der Subscription Mobility auf globaler Ebene. Unsere Erfolgsgeschichte hat auch das Interesse neuer Investoren geweckt: Zu den 12 Millionen, die wir im Februar dieses Jahres einsammeln konnten, sind jetzt noch weitere Investoren wie 4P Capital, Giovanni Domenichini (GDTRE), Carl Pei (Nothing), Alex Asseily (Jawbone, Lilium), Mads Fosselius (Dixa), Simon Hähnel (Andhim) dazugekommen. Ihr Investment wird uns dabei unterstützen, nachhaltige Mobilitätslösungen in unseren aktuellen Märkten ausbauen und unsere Infrastruktur, Technologie und die allgemeine Servicequalität weiter zu entwickeln.

Dance-Gründer und CEO Eric Quidenus-Wahlforss

Bereits in der Vergangenheit habt ihr Investoren aus dem Showbiz überzeugt, wie zum Beispiel will.i.am oder Topmodel Toni Garn. Wie ist es dazu gekommen?

Ein Schlüssel zu unserem Erfolg bei der Gewinnung von Investoren aus dem Showbiz ist sicherlich mein eigener Hintergrund als Mitbegründer des Musikstreaming-Dienstes SoundCloud. Diese Erfahrung hat mir nicht nur einen Einblick in die Welt der Musik- und Unterhaltungsindustrie verschafft, sondern auch wertvolle Kontakte und Beziehungen in diesem Bereich ermöglicht. Diese Verbindungen haben uns zweifellos geholfen, Musiker und Künstler für unsere Vision zu begeistern. Wir haben jedoch nie nur auf eine Branche gesetzt. Wenn einflussreiche Menschen aus verschiedenen Branchen für uns sprechen, dann trägt das natürlich dazu bei, die globale Bewegung anzustoßen, die wir mit dem Dance aufbauen wollen. Um lebenswertere Städte zu schaffen, benötigen wir eine breite, interdisziplinäre Perspektive und Unterstützung aus verschiedenen Branchen. Es war von Anfang an Teil unserer Markenstrategie, Unterstützer:innen mit einer großen Reichweite als Investoren zu gewinnen.

In den letzten Monaten habt ihr Kooperationen mit anderen Mobility Anbietern wie SIXT und Miles geschlossen. Was hat es damit auf sich? 

Die Partnerschaft mit SIXT und Miles repräsentiert für Dance einen bedeutenden Schritt in Richtung nachhaltiger urbaner Mobilität, die auf Sharing statt auf den Besitz von Autos setzt. Wir haben uns dazu entschieden, starke Mobilitätspartner ins Boot zu holen, um unsere Mission voranzutreiben. Mit SIXT haben wir einen Partner gefunden, der unsere Vision teilt und gemeinsam mit uns innovative Mobilitätslösungen entwickeln möchte. Mit Miles sind wir eine ähnlich spannende Partnerschaft eingegangen, die darauf abzielt, nachhaltige urbane Mobilität zu fördern. Insgesamt zielen diese Partnerschaften darauf ab, unseren Kunden eine breitere Palette von Mobilitätsoptionen anzubieten und nachhaltige und flexible Mobilität für immer mehr Menschen zugänglich zu machen.

Du hast mit SoundCloud erst einen Musikstreamingdienst gegründet, dein zweites Startup Dance ist ein E-Mobility Abo-Service. Was begeistert dich an Subscription Modellen?

Was mich an Abo-Modellen besonders begeistert, ist ihre Anpassungsfähigkeit an die sich ändernden Vorlieben der Verbraucher und ihre Bedeutung in der heutigen Zeit. Immer mehr Menschen schätzen den einfachen Zugang zu Produkten und Dienstleistungen mehr als ihren Besitz und suchen nach Flexibilität, Komfort und der Möglichkeit, verschiedene Produkte oder Dienstleistungen auszuprobieren, ohne sich langfristig binden zu müssen. 

Für Unternehmen bieten Abomodelle eine Vielzahl von Vorteilen, darunter eine stabile Einnahmequelle, gesteigerte Kundenloyalität und die Möglichkeit, zusätzliche Produkte oder Dienstleistungen anzubieten. Durch die Bereitstellung von Abonnementoptionen bauen Unternehmen enge Beziehungen zu ihren Kunden auf und gewinnen wertvolle Einblicke in deren Vorlieben und Nutzungsverhalten, um ihre Angebote kontinuierlich zu verbessern.

Die Subscription Economy schafft so eine größere Intimität zwischen Unternehmen und Kunden und legt den Fokus auf die Pflege langfristiger Kundenbeziehungen anstelle kurzfristiger Transaktionen. Im Bereich der urbanen Mobilität ist das Subscription-Modell ein wesentlicher Treiber des Wandels und eines der am schnellsten wachsenden Segmente im Mikromobilitätsmarkt. 

Vor einem Jahr habt ihr euer Angebot ausgeweitet und bietet jetzt auch Unternehmen die Möglichkeit an, ihre Mitarbeitenden mit E-Bike Abos auszustatten. Wie kommt das Angebot bisher an?

Unser Service für Unternehmen, Dance-Bikes und -Mopeds als Benefits für Mitarbeitende anzubieten und damit Nachhaltigkeit sowie das Wohlbefinden und die Zufriedenheit in den Teams zu fördern, kommt sehr gut an. Wir haben Partnerschaften mit Unternehmen wie Google, Urban Sports Club, Niche Beauty, About You und Outfittery geschlossen. 

Dank unserem Angebot können Organisationen sich in einem wettbewerbsintensiven Arbeitsmarkt besser differenzieren. Laut einer von Dance in Partnerschaft mit Wakefield Research durchgeführten Umfrage in Europa gaben 53 Prozent der Befragten an, eher einen Arbeitgeber zu wählen, der ein E-Bike-Abonnement als Zusatzleistung anbietet.

Was steht als nächstes auf dem Plan?

Während wir weiterhin in unseren bestehenden Städten wachsen und Expansionsoptionen erkunden, bleiben wir unserer Kernmission verpflichtet, nachhaltige und bequeme E-Mobilitätslösungen anzubieten. Wir werden strategische Partnerschaften mit gleichgesinnten Organisationen schmieden, um unseren Einfluss auf den städtischen Verkehr zu stärken. Darüber hinaus konzentrieren wir uns darauf, unser B2B-Angebot auszubauen, um so nicht nur umweltfreundliches Pendeln, sondern auch gesündere und nachhaltigere Arbeitsplätze zu fördern. Gemeinsam gestalten wir aktiv eine grünere Zukunft für den städtischen Verkehr.

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